2:8 in Davos: Der Schweizer Rekordmeister zeigt dem Deutschen Rekordmeister die Grenzen auf

Am ersten Wochenende in der Champions Hockey League (CHL) haben die Eisbären Berlin ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Nach dem 2:6 in Genf am Freitagabend setzte es am Sonntagnachmittag eine weitere derbe Niederlage in Davos. Beim Schweizer Rekordmeister verlor man am Ende mit 2:8 (0:3,1:3,1:2) und steht somit nach zwei Spieltagen mit null Punkten da.

Eisbären-Trainer Éric Dubois nahm nur in der Defensive Änderungen vor. Im Tor stand heute Jonas Neffin, während Jack LaFontaine als Back-up auf der Bank Platz nahm. Adam Smith verteidigte heute an der Seite von Mitch Reinke, Korbinian Geibel mit Eric Mik und Brandon Davidson mit Moritz Kretzschmar. In der Offensive blieb alles unverändert.

Es war das zweite Spiel für die Berliner in der diesjährigen CHL-Saison. Nach der Auftaktniederlage in Genf am Freitagabend wollten die Eisbären heute in Davos Wiedergutmachung betreiben. Man zeigte keine schlechte Leistung in Genf, haderte jedoch am Ende mit der eigenen Chancenverwertung. Wäre diese besser gewesen, hätte man durchaus was Zählbares mitnehmen können. Gelang beim Schweizer Rekordmeister heute der erste Sieg oder setzte es die zweite Niederlage?

Enzo Corvi eröffnete den Torreigen im ersten Drittel. (Archivfoto von City-Press GmbH Bildagentur)

Davos äußerst effektiv vor dem Berliner Tor

Munterer Auftakt in Davos, denn beide Teams spielten offensiv nach vorne. Eine traumhafte Kombination bei einem Konter der Hausherren führte zum 0:1 aus Eisbären-Sicht. Enzo Corvi schloss diesen eiskalt ab und traf ins leere Berliner Tor (4.).
Danach suchten die Hauptstädter eine schnelle Antwort und hatten auch ihre Möglichkeiten, doch erneut lief man in einen schnellen Angriff der Davoser und fing sich prompt das 0:2 durch Valentin Nussbaumer, der Neffin in der kurzen Ecke überwinden konnte (9.).
Auch im ersten Powerplay liefen die Eisbären an, konnten aber kein Kapital aus ihren Chancen schlagen. Kaum war Davos wieder komplett, netzten die Gastgeber zum dritten Mal ein. Brendan Lemieux kam von der Strafbank und stellte auf 0:3 (12.).
Während bei Davos gefühlt jeder Schuss ins Tor ging, liefen die Eisbären auch danach vergebens an. Dennoch war es positiv zu erwähnen, dass man sich hier nicht seinem Schicksal ergab sondern weiter nach vorne spielte und auf der Suche nach einer Antwort war. Davos konzentrierte sich angesichts des komfortablen Vorsprungs vorerst nur auf die Defensive und lauerte auf Umschaltmomente. In der Pause stand Trainer Dubois nun davor, Lösungen für die restlichen 40 Minuten zu finden, wollte man hier noch etwas Zählbares mitnehmen.

Leo Pföderl traf zweimal für die Eisbären in Davos. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Davos macht das halbe Dutzend voll

Doch besser wurde es nicht. Powerplay für Davos, dort spielten die Schweizer ihre Stärken aus und Adam Tambellini hatte keine großen Probleme, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 0:4 (24.).
Nur wenige Augenblicke später war Davos mit zwei Mann mehr auf dem Eis und Simon Ryfors überwand Neffin zum fünften Mal an diesem Abend – 0:5 (25.).
Zwei Schweizer Top-Teams zeigten der Eisbären-Defensive direkt zum CHL-Auftakt die Grenzen auf. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Berliner bereits satte elf Gegentore kassiert und das Spiel in Davos lief ja noch über 30 Minuten. Mit dieser Vorstellung ist man natürlich Stand jetzt auch weit vom ersten Saisonziel entfernt, dass da heißt, die KO-Phase der CHL zu erreichen.
In eigener Überzahl sendeten die Gäste dann aber mal ein Lebenszeichen. Leo Pföderl mit dem Querpass vor das Tor, wo die Scheibe von einem Davoser Spieler entscheidend abgefälscht wurde – 1:5 (36.). Weitere Powerplayzeit ließ man ungenutzt liegen – auch mit zwei Mann mehr auf dem Eis.
Stattdessen machte Calle Andersson zwölf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels das halbe Dutzend für den HC Davos voll – 1:6.

Jonas Neffin spielte 40 Minuten lang, Jack LaFontaine dann im Schlussdrittel. (Archivfoto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Davos hört einfach nicht auf mit dem Toreschießen

Zu Beginn des letzten Drittels wechselte Head Coach Éric Dubois auf der Torhüterposition. Jack LaFontaine ersetzte Jonas Neffin. Dieser überstand direkt ein Powerplay der Gastgeber.
Als die Eisbären in Überzahl waren, klingelte es im Schweizer Tor. Andreas Eder mit dem schönen Pass auf Leo Pföderl, welcher den Doppelpack schnürte – 2:6 (44.).
Aber mehr als Ergebniskosmetik war das nicht. Denn auf der Gegenseite ließ man Davos zu viel Platz, was Guus van der Kaaij zum 2:7 ausnutzte (47.). Nach diesem Wochenende sollte definitiv klar sein, woran man in der kommenden Woche vor dem CHL-Heimspiel-Doppelpack arbeiten muss: Die Defensive lässt einen schon mit Fragezeichen zurück, wenn gleich es natürlich auch zwei Schweizer Top-Teams waren. Dennoch kann man sich als DEL-Rekordmeister mit ambitionierten Zielen auch deutlich besser präsentieren.
Und es kam noch schlimmer: Nico Gross erhöhte Mitte des Schlussdrittels auf 2:8 (50.). Natürlich war in dem Spiel die Luft raus, aber trotzdem kann man das Spiel auch ordentlich zu Ende spielen und sich dann nicht so seinem Schicksal ergeben. Immerhin blieb es am Ende bei den acht Gegentoren. Nun gilt es an den Schwachstellen zu arbeiten.