WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #6:

Vierter Sieg in Folge: Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen Tabellenführer Nürnberg Ice Tigers mit 4:1 (0:1,2:0,2:0) gewonnen und bleiben den Franken damit dicht auf den Fersen. Erneut war es das „Duo Infernale“, welches maßgeblichen Anteil am Sieg der Berliner hatte. Liam Kirk bereitete drei Treffer vor, während Ronning einen Hattrick erzielte. Dazu kommt Jonas Neffin, der erneut stark hielt und nur einen Gegentreffer zu ließ.
Eisbären-Trainer Éric Dubois nahm keine Veränderungen am Line-up im Vergleich zum 2:0-Auswärtssieg in Frankfurt vor. Warum auch, zeigte seine Mannschaft doch eine sehr starke Leistung in Hessen. Somit stand zum dritten Mal in Folge Jonas Neffin im Tor, der in seinen ersten beiden Einsätzen jeweils einen Shutout feiern konnte. Letztmals gelang das einem Eisbären-Goalie in der Finalserie gegen Köln, als die letzten drei Spiele mit 7:0 gewonnen wurden. Im Tor stand damals Jake Hildebrand.
Es war das erste tabellarische Spitzenspiel für die Eisbären, trafen sie mit Nürnberg doch auf den überraschenden Spitzenreiter der PENNY DEL. Sechs Spiele, fünf Siege, eine Niederlage, nach 60 Minuten ungeschlagen. Mit 24 Toren die beste Offensive, mit zehn Gegentoren die zweitbeste Defensive. Da erwartete die Berlin eine enorm schwere Aufgabe, doch diese hatten sie auch am Freitag in Frankfurt zu bewältigen, was sie mit Bravour und einem 2:0-Sieg auch taten.

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)
Neffin kassiert erstes Gegentor im Eisbären-Trikot
Das Eröffnungsbully machte Eisbären-Legende Stefan Ustorf (Sportdirektor Nürnberg Ice Tigers) zusammen mit seiner Frau Jodie. Die ehemalige Nummer 14 war damals der Initiator der Pinktober-Kampagne, welche sich seitdem in Berlin und auch an anderen DEL-Standorten etabliert hat. Was von enormer Bedeutung ist im Kampf gegen den Krebs.
Von Beginn an war es die erwartet hart umkämpfte Partie. Beide Teams standen zudem ebenso erwartet defensiv sehr kompakt und ließen kaum Räume. Die erste Top-Chance hatten die Eisbären erst nach rund sechs Minuten, als Yannick Veilleux bei einem Zwei-auf-eins-Konter Jean-Luc Foudy in Szene setzte, der mit dessen Onetimer jedoch an Niklas Treutle scheiterte. Der Nürnberger Goalie mit einem sensationellen Save gegen den Berliner Neuzugang.
Nürnberg hatte die erste Top-Chance kurz vorm ersten Powerbreak, als zunächst Evan Barratt an Jonas Neffin scheiterte und der Nachschuss von Julius Karrer ans Außennetz ging. Wenig später gingen die Franken jedoch in Führung, als gegen die Eisbären eine Strafzeit angezeigt war. Evan Barratt hatte getroffen und damit Neffin das erste Gegentor zugefügt, was jedoch aus meiner Sicht nicht hätte zählen dürfen. Denn bevor der Puck die Linie überquert hat, war ein deutlicher Pfiff bis unter das Arenadach zu hören. Aber die „Unparteiischen“ entschieden sowohl auf dem Eis als auch nach Ansicht des Videobeweises auf „gutes Tor“ – 0:1 (12.). Puh, die PENNY DEL und ihre Schiedsrichter – ein leidiges Thema seit Jahren und man bekommt es einfach nicht in den Griff. Es gibt wohl eine Continuous Play Regel, nachdem das Tor zählt, wenn der Schuss vor dem Pfiff abgegeben wurde. Puh, was für eine schwachsinnige Regel der PENNY DEL. Zumal Nürnberg bereits zum zweiten Mal nach dem Heimspiel gegen Augsburg profitiert hat. Dann brauchen wir auch keine Schiedsrichter mehr, wenn Pfiffe egal sind…
Die Eisbären suchten danach nach der schnellen Antwort, doch fanden bis zum Drittelende keinen Weg an Treutle vorbei. Auch Nürnberg hatte noch gute Angriffe, fand aber ebenso keinen Weg an Neffin vorbei. So stand es nach 20 Minuten 0:1 aus Berliner Sicht.

Er trifft und trifft und trifft: Ty Ronning (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)
Eder und Ronning drehen das Spiel
Nun waren die Eisbären gefordert, eine Antwort zu geben. Man versuchte auch viel, tat sich aber bis hierhin sehr schwer gegen die kompakt stehende Nürnberger Defensive. Dazu spielte Nürnberg sehr ekliges Eishockey und fuhr den Berliner Spielern damit unter die Haut. Damit kamen sie bis hierhin nicht wirklich zu recht. Hinten musste man zudem auch aufpassen, weil Nürnberg immer wieder kleine Nadelstiche setzte. Jonas Neffin musste viel investieren, um das zweite Gegentor zu verhindern. In dieser Phase waren die Gäste aus Franken dem 2:0 deutlich näher als die Eisbären dem Ausgleich.
Die Eisbären spielten im Mitteldrittel auch viel zu unsauber, die Pässe kamen nicht wie gewohnt an, die Scheibenannahme klappte nicht wirklich so gut.
Aber das alles war für einen Moment vergessen, als Andreas Eder „Viva la vida“ erklingen ließ. Liam Kirk mit dem Zuspiel auf Eder, dessen Onetimer an Treutle vorbei in ins Tor ging – 2:1 (31.). Für Kirk übrigens das 14. Spiel in Folge mit einem Scorerpunkt.
Danach erhöhten die Eisbären mal das Tempo und drängten Nürnberg ins eigene Drittel. Man wollte den Schwung vom Ausgleichstreffer mitnehmen. Die große Chance dazu bot sich in der Schlussphase, als man für 55 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Leo Pföderl hatte das 2:1 auf der Kelle, das Gestänge rettete für Nürnberg. Wenig später legte Kirk rüber zu Ty Ronning und der netzte ein und drehte damit das Spiel – 2:1 (39.). Auch danach fiel Nürnberg wieder durch unsaubere Aktionen auf, was sich das gesamte Spiel schon durchzog. Aber danach war erst einmal Pause und die Gemüter konnten sich etwas beruhigen.

Immer wieder gerieten beide Mannschaften während des Spiels aneinander. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)
Ronning macht den Deckel drauf
Früh im Schlussdrittel folgte der nächste Aufreger, denn für Julius Karrer war nach einem Kniecheck gegen Manuel Wiederer das Spiel vorzeitig beendet. Es passte zur Spielweise der Nürnberger, dass am Ende auch noch ein Spieler frühzeitig zum duschen geschickt wurde. Die Eisbären fortan für fünf Minuten ein Mann mehr auf dem Eis. Doch Kapital konnte man aus dem Powerplay nicht schlagen, weshalb es hier weiterhin ein Spiel auf des Messers Schneide war. Nur ein Tor lag zwischen beiden Mannschaften. Während die Eisbären auf der Suche nach der Vorentscheidung waren, wollten die Ice Tigers den Ausgleich erzielen.
Die Uhr lief für die Eisbären, denn Nürnberg fand fortan keinen Weg vorbei an Jonas Neffin. Somit lief den Franken die Zeit davon, wollten sie ihre erste Niederlage nach 60 Minuten noch abwenden. Dafür bekam Nürnberg auch noch ein Powerplay in den letzten sieben Minuten, aber das Penalty Killing der Eisbären ließ nichts Gefährliches zu und somit stand es weiterhin 2:1 für die Eisbären.
Bis vier Minuten vor dem Ende. Zunächst scheiterte Leo Pföderl an der Latte, wenige Sekunden später zielte Ronning goldrichtig – 3:1 (56.). Eine erneute traumhafte Kombination der Nummer 94 und Nummer 9. Was wären die Eisbären nur ohne ihrem „Duo Infernale“. Am Ende wurde es ein 4:1-Heimsieg, weil Ronning den Hattrick perfekt machte. Damit sind es die Berliner, welche Nürnberg die erste Niederlage nach regulärer Spielzeit hinzufügten und das Spitzenspiel für sich entschieden.
