Die PENNY DEL befindet sich in der Deutschland-Cup-Pause. Somit wird es Zeit für eine erste Analyse nach 14 Spieltagen. Die Eisbären Berlin grüßen schon wieder von der Tabellenspitze. Satte elf Spiele hat man gewonnen, nur drei Spiele gingen verloren. Mit 32 Punkten liegt man zwei Zähler vor dem ärgsten Verfolger Mannheim, welcher neben München das einzige Team ist, gegen das die Berliner in dieser Saison noch nicht gewinnen konnten. Gegen die Kurpfälzer setzte es bereits zwei Niederlagen.
Im Sommer gab es bei den Hauptstädtern zwei große Veränderungen: Zum einen verließ Erfolgstrainer Serge Aubin die Eisbären Richtung Bern und wurde von Éric Dubois ersetzt, welcher zuvor als Co-Trainer in Ingolstadt aktiv war und für den die Eisbären die erste Profi-Station als Cheftrainer sind. Die Fußstapfen konnten nicht größer sein, dennoch sah er dies als Herausforderung an und wollte diese füllen.
Ebenso sehr groß waren die Fußstapfen auf der Torhüter-Position, welche Jake Hildebrand (Mannheim) und Jonas Stettmer (Ingolstadt) hinterließen. Dort verpflichteten die Berliner Jonas Neffin und Jack LaFontaine.
Angesichts dieser gravieren Veränderungen rechneten alle Experten, aber auch die eigenen Fans, mit einem schleppenden Start in die neue Saison. Und die Kritiker dürften sich bestätigt gefühlt haben nach den ersten beiden CHL-Spielen, als es derbe Klatschen in Genf (2:6) und Davos (2:8) setzte. Aber diese beiden Spiele waren der Weckruf zur rechten Zeit. Denn die Eisbären arbeiteten an den Problemstellen und sollten in den kommenden Wochen erfolgreiches Eisbären-Hockey spielen.

Hat die Eisbären Berlin zum besten Saisonstart der Vereinsgeschichte geführt: Éric Dubois (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Dieses sorgte nicht nur für Platz eins zur Deutschland-Cup-Pause, sondern auch für einen sehr starken fünften Platz in der Champions Hockey League (CHL) nach der Ligaphase. Mit dem Traumstart in der PENNY DEL hat man derweil auch im Verein nicht unbedingt gerechnet, wie Kapitän Kai Wissmann nach der 1:3-Niederlage gegen Mannheim sagte:
Der Saisonstart war so nicht unbedingt zu erwarten. Ich glaube, wir haben schon den Anspruch gehabt, dass wir oben voll dabei sind. Ob jetzt Erster, Zweiter oder Dritter – das war schon zu erwarten, wenn wir gesund bleiben, so wie es dieses Jahr bisher läuft. Dass wir jetzt so gut gestartet sind, darüber sind wir natürlich sehr froh.
Dass man sich mit einer Niederlage gegen Mannheim in die Länderspielpause verabschiedet hat, sorgt trotzdem für keinen Stimmungsdämpfer, wie Wissmann bestätigte:
Im Endeffekt ist es egal, ob wir das letzte oder vorletzte Spiel verloren haben. Am Ende zählen die 14 Spiele, die bisher waren. Da, wo wir jetzt stehen, nehmen wir gerne mit. Ich glaube, man braucht sich jetzt keine Sorgen machen, dass wir mit einem negativen Gefühl in die Pause gehen. Das wird nicht der Fall sein.
Gründe dafür gibt es ja auch nicht. Denn wie bereits erwähnt ist man aktuell Tabellenführer. Dazu ist man in der Heimtabelle mit fünf Siegen aus sieben Spielen Dritter, während man auswärts das beste Team ist mit sechs Siegen aus sieben Spielen.
Mit 50 geschossenen Toren stellt man derzeit den fünftbesten Angriff der PENNY DEL, mit nur 24 Gegentoren hat man die beste Defensive der Liga.
Mit Liam Kirk hat man den Top-Scorer der Liga in den eigenen Reihen. Der britische Nationalstürmer kommt bisher auf 23 Scorerpunkte (sieben Tore). Ty Ronning hat die meisten Tore in der Liga erzielt (zehn Tore).
Jonas Neffin ist der überragende Goalie bisher. Sieben Siege aus neun Spielen, eine Fangquote von 96,60 Prozent, einen Gegentorschnitt von 0,90 pro Spiel sowie fünf Shutouts – das sind die unglaublichen Statistiken des 26-jährigen Goalies.

Das „Duo Infernale“ Liam Kirk und Ty Ronning verbreitet Angst und Schrecken in der PENNY DEL. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Kein Wunder also, dass Kai Wissmann bisher voll des Lobes ist, wenn er auf den neuen Head Coach Éric Dubois angesprochen wird:
Er macht es sehr gut. Er bereitet uns wie Serge Aubin auch gut vor auf die gegnerischen Teams. Wir haben sehr gute Videoanalysen vor dem Spiel. Auch unter der Woche reden die Trainer viel mit uns über Kleinigkeiten, welche am Wochenende aufgefallen sind. Zudem gibt es auch individuelle Einzelgespräche mit Spielern.
Was vor allem auffällt: Dubois ist wie Aubin ein aktiver Coach, der sich auch nicht scheut, während des Spiels die Reihen umzustellen, wenn es mal nicht wie gewünscht läuft. Und das war, trotz des Traumstarts, in einigen Spielen der Fall. Immer wieder waren es nur 20 oder 40 gute Minuten der Eisbären. Aber selten zog man sein Spiel über die gesamte Spielzeit durch. Durch seine Anpassungen klappte es am Ende aber, dass die Eisbären einen Weg fanden, die Spiele zu gewinnen. Und das macht einen sehr guten Coach aus. Dubois weiß derweil aber auch, wo noch viel Handlungsbedarf besteht:
Im Powerplay haben wir noch Potenzial nach oben. Da müssen wir noch ein bisschen schneller und hungriger auftreten. Wenn wir das noch verbessern, wird es im Laufe der Saison noch sehr wichtig werden. Das Unterzahlspiel ist dagegen schon wirklich gut.
Ein Blick in die Statistiken bestätigt den Trainer. Während die Eisbären im Penalty Killing mit einer Erfolgsquote von 87,50 Prozent das fünfbeste Team sind, ist man im Powerplay mit einer Erfolgsquote von nur 12,82 Prozent nur auf Platz zehn zu finden. Wenn die Eisbären auch das noch ins Rollen bekommen, müssen die Konkurrenten wohl ihre Ferngläser auspacken, wollen sie die Eisbären noch im Sichtfeld haben.

Feierte bereits fünf Shutouts im Eisbären-Trikot: Jonas Neffin (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)
