2:1 vs. Herning: Die Eisbären dominieren lange Zeit das Spiel, müssen am Ende aber nochmal um die drei Punkte zittern

WalkersBaerenNews 2026/2027Ausgabe – #2:

Die Eisbären Berlin sind wieder voll im Rennen um die Plätze in der KO-Runde der Champions Hockey League (CHL). Zwei Tage nach dem Heimsieg gegen den österreichischen Meister Graz gewann der deutsche Meister auch sein Heimspiel gegen den dänischen Meister Herning. Am Ende setzte man sich vor 3.315 Zuschauern im Wellblechpalast knapp und mit dem nötigen Quäntchen Glück mit 2:1 (0:0,2:0,0:1) durch und steht somit nun bei sechs Punkten aus vier Spielen.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Liam Kirk setzen, der zuletzt gegen Graz fehlte. Der britische Nationalstürmer rückte in die Reihe zu Gabriel Fontaine und Ty Ronning. Eric Hördler rotierte aus der Reihe raus und stürmte mit Andreas Eder und Leo Pföderl zusammen. Eric Mik rückte dafür wieder in die Verteidigung. Ansonsten blieb in der Offensive alles andere unverändert.
In der Defensive änderte Dubois an den Verteidiger-Pärchen nichts. Nur im Tor gab es eine Änderung. Dort stand heute Jonas Neffin zwischen den Pfosten, während Jack LaFontaine auf der Bank Platz nahm.

Für die Eisbären ging es heute darum, den zweiten Sieg in Serie einzufahren und sich somit eine gute Ausgangslage für die letzten beiden Spiele im Oktober zu sichern. Gegen den dänischen Meister ging man als Favorit ins Spiel, hatte Herning doch seine ersten drei Spiele allesamt verloren und bisher nur einen Punkt eingefahren. Welcher Landesmeister behielt heute im altehrwürdigen Wellblechpalast die Oberhand?

Bekam gegen Herning den Start: Goalie Jonas Neffin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Eisbären beißen sich am dänischen Bollwerk die Zähne aus

Von Beginn an war es eine sehr hart umkämpfte Partie. Beide Mannschaften kämpften in den Zweikämpfen verbissen um jede Scheibe. Die Eisbären waren dabei die aktivere Mannschaft, die vermehrt den Weg vor das dänische Tor suchte. Doch bisher mangelte es noch an der Genauigkeit im Abschluss.
Herning bekam Mitte des ersten Drittels das erste Powerplay der Partie und konnte das Spiel mal auf andere Seite verlagern. Das taten die Dänen auch und kamen auch zu guten Abschlüssen, aber Jonas Neffin hatte damit keine größeren Probleme und somit blieb es weiterhin beim 0:0.
Danach wieder das selbe Bild wie zu Beginn: Die Hausherren spielten die Dänen im eigenen Drittel fest und ließen die Scheibe gut laufen. Aber nach wie vor fand man die Lücke im dänischen Bollwerk nicht und somit entwickelte sich hier ein echtes Geduldsspiel. Torlos endeten die ersten 20 Minuten.

Youngster Eric Hördler (rechts) überzeugte gegen Herning und erzielte zudem ein Tor. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Top-Scorer Leo Pföderl knackt das dänische Bollwerk

Auch zu Beginn des Mitteldrittels weiterhin Einbahnstraßen-Eishockey. Die Eisbären drängten weiter auf das 1:0, aber George Lago Bachmann Sörensen ließ nach wie vor keine Scheibe durch. Sein Gegenüber Jonas Neffin musste derweil die Konzentration hochhalten, da relativ wenig von Herning kam. Einmal wurden sie aber gefährlich, als Martin Brink Eskildsen vor seinem Tor auftauchte. Doch die neue Nummer 75 behielt in diesem Duell die Oberhand.
In Überzahl klingelte es dann aber endlich im dänischen Tor. Die Eisbären ließen die Scheibe geduldig laufen, Ty Ronning hatte aus dem hohen Slot abgezogen und vor dem Tor fälschte Top-Scorer Leo Pföderl unhaltbar ab – 1:0 (10.). Wahnsinn, diese Frühform der Nummer 93, der bereits zum dritten Mal an diesem Wochenende und insgesamt fünften Mal in der diesjährigen CHL-Saison traf.
Damit war der Bann gebrochen. Und die Eisbären legten kurze Zeit später nach. Eric Hördler setzte im Angriffsdrittel stark nach und vollendete seinen Alleingang mit dem Tor zum 2:0 (33.). Auf den Youngster sollte man diese Saison ganz genau achten, denn dem Sohn von Eisbären-Legende Frank Hördler wird der nächste Schritt in seiner Karriere zugetraut.
Im nächsten Powerplay hatte Neuzugang Tobias Krestan das 3:0 auf dem Schläger, aber er traf nur das Gestänge. So blieb es bei der mehr als verdienten 2:0-Führung nach 40 Minuten. Die Hausherren hatten hier alles im Griff.

Er trifft und trifft und trifft: Eisbären-Stürmer Leo Pföderl (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Coaches Challenge rettet am Ende den Sieg

Herning kam durchaus engagiert aus der Kabine und wollte hier den Anschlusstreffer markieren. Aber Jonas Neffin hatte etwas dagegen. Die Eisbären versuchten hingegen selbst für die Vorentscheidung zu sorgen und drängten auf das dritte Tor. So entwickelte sich ein letztes Drittel auf Augenhöhe, weil beide viel für das Spiel investierten.
Bis fünf Minuten vor dem Ende hielt die Eisbären-Defensive die Null, doch dann schlugen die Gäste in Überzahl zu. Hjalte Kruse Thomsen mit dem Anschlusstreffer – 2:1 (55.). Somit war hier also nochmal Spannung drin in diesem Spiel. Und mit gezogenem Torhüter und sechsten Feldspieler drängten die Dänen auch tatsächlich nochmal auf den Ausgleich. Dieser fiel 35,2 Sekunden vor dem Ende auch, aber Trainer Éric Dubois vermutete eine Torhüterbehinderung und nahm seine Coaches Challenge. Diese sollte Erfolg bringen, denn es lag tatsächlich eine Torhüterbehinderung vor, weshalb der Ausgleich aberkannt wurde. Glück für die Eisbären, welche in der Schlussphase einfach zu passiv agierten und dafür beinahe bestraft wurden. Am Ende kam man nochmal mit einem blauen Auge davon und behielt drei enorm wichtige Punkte in der Hauptstadt.

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