
Nach zwei Siegen in Serie haben die Eisbären Berlin ihr Auswärtsspiel bei den Iserlohn Roosters mit 3:4 (0:2,3:0,0:2) verloren. Die Eisbären lassen nach wie vor die Konstanz vermissen. Ein gutes Drittel reicht in dieser engen Liga einfach nicht aus. Im zweiten Drittel hat man die wahren Eisbären gesehen. Da haben sie gezeigt, wie stark sie spielen können. Aber anders herum hat man auch wieder das schlechte Gesicht der Eisbären gesehen, welches in dieser Saison einfach überwiegt.
Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute erstmals wieder auf den Final-MVP der letzten Saison zurückgreifen. Ty Ronning kehrte ins Line-up zurück und bildete zusammen mit Marcel Noebels und Blaine Byron eine Reihe. Die Paradereihe um Leo Pföderl, Liam Kirk und Freddy Tiffels blieb zusammen. Die dritte Reihe bestand aus Lean Bergmann, Jean-Sébastien Dea und Les Lancaster. In der nominell vierten Reihe stürmten Eric Hördler, Andreas Eder und Yannick Veilleux. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.
In der Defensive gab es erneut drei neue Pärchen: Jonas Müller/Mitch Reinke, Markus Niemeläinen/Adam Smith, Korbinian Geibel/Eric Mik. Norwin Panocha rotierte raus aus dem Kader. Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, Lennart Neiße saß als Back-up auf der Bank. Jake Hildebrand war überzählig und bekam eine Pause.
Die Eisbären wollten erstmals seit Oktober (!) mal wieder mehr als zwei Spiele in Serie gewinnen. Da kam der heute Gegner Iserlohn gerade recht, denn die Sauerländer waren zuletzt der Lieblingsgegner der Berliner. Die letzten acht Spiele gewann der Hauptstadtclub gegen Iserlohn. Setzte der Titelverteidiger diese Serie heute fort oder beendeten die Roosters den Negativlauf?

Erzielte das 2:0 gegen die Eisbären: Anthony Camara (Archivfoto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)
Die Eisbären kamen gut aus der Kabine und hatten direkt zwei gute Wechsel. Danach war es aber eher ein ereignisarmes erstes Drittel. Erst nach dem Powerbreak fiel das erste Tor und zwar überraschend für die Gastgeber. Eine schöne Kombination schloss Daniel Neumann mit dem 1:0 ab (10.).
Drei Minuten vor der ersten Drittelpause stibitzte Jonas Müller die Scheibe und marschierte alleine Richtung Andreas Jenike, konnten diesen aber nicht überwinden. Unmittelbar im Gegenzug legten effektive Roosters nach. Wie am Dienstag kassierten die Eisbären erneut ein Gegentor direkt nach einem verlorenen Bully. Anthony Camara stellte auf 2:0 (17.).
Die Eisbären ließen danach das erste Powerplay liegen. Man setzte sich zwar die komplette Zeit im Iserlohner Drittel fest, fand aber keine Lücke im Defensivverbund. So lag man gegen eiskalte Roosters mit 0:2 hinten.

Er trifft und trifft und trifft: Liam Kirk (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)
Früh im Mitteldrittel hatten die Berliner das zweite Powerplay, welches wieder gut aussah. Aber dem Torerfolg stand diesmal das Gestänge im Weg.
In der Folge hielt Jonas Stettmer seine Mannschaft mit einer starken Parade im Spiel und Iserlohn konnte sein erstes Powerplay ebenfalls nicht nutzen. Und dann kam mal wieder der Auftritt der Berliner Lebensversicherung. Liam Kirk schnappte sich die Scheibe und machte sich alleine auf den Weg Richtung Andreas Jenike. Der Brite blieb cool und traf im achten Spiel in Folge – 2:1 (28.).
Es war der Weckruf für die Eisbären, die direkt nachlegten und durch Blaine Byron zum 2:2 trafen (30.). Starke Phase der Berliner, während Iserlohn sich erst einmal schütteln musste. Der Doppelschlag der Eisbären hatte sie kalt erwischt.
Rückkehrer Ty Ronning hatte kurz vor dem zweiten Powerbreak das 3:2 auf dem Schläger, aber Jenike packte seine Fanghand aus und hielt das Unentschieden fest. Die Eisbären hatten das Spiel inzwischen komplett im Griff und setzten sich minutenlang im Iserlohner Drittel fest. Man drängte auf das 3:2, aber Iserlohn machte die Mitte sehr gut zu. Wer kann so ein Bollwerk knacken? Natürlich Liam Kirk. Der machte mit Iserlohn, was er wollte. Er fuhr mit der Scheibe durch das Roosters-Drittel und krönte sein Solo mit dem Bauerntrick zum 3:2 (39.). Einen Kirk in dieser Form sollte man niemals so ungestört machen lassen. So führten die Eisbären nach 40 Minuten hochverdient mit 3:2.

Kehrte zurück ins Line-up: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Im letzten Drittel versuchten die Hausherren den Ausgleich zu erzielen, aber die Eisbären gaben wenig Gefährliches ab. Nach vorne kam nicht mehr so viel von den Eisbären wie noch im Mitteldrittel. Und weil man zu passiv wurde, wurde man hinten bestraft. Colin Ugbekile sorgte für den 3:3-Ausgleich (51.).
Danach war es ein munterer Schlagabtausch. Beide Teams wollten jetzt den Sieg. Iserlohn bot sich in der Schlussphase die dicke Chance dazu, durfte man doch in Überzahl ran. Aber die Gastgeber konnten diese Chance nicht nutzen.
Iserlohn schnupperte am Ende mehrfach am Gamewinner, Colin Ugebkile erzielte in der 59. Spielminute – 4:3. Die Sauerländer hatten das Spiel wieder zurückgedreht, weil sie es im letzten Drittel mehr wollten als die Eisbären. Die waren in den letzten 20 Minuten einfach zu passiv und haben sich die Niederlage daher selbst zuzuschreiben. So schafft man es weiterhin nicht, eine richtige Siegesserie zu starten. Im Kampf um Platz sechs ein herber Rückschlag.
