1:3 – Eisbären verlieren Duell der arg dezimierten Teams

Die Eisbären Berlin können in der Hauptrunde den Deutschen Meister Red Bull München einfach nicht mehr besiegen. Am Donnerstagabend verlor der DEL-Rekordmeister beim dreifachen Deutschen Meister mit 1:3 (0:1,0:1,1:1) und kassierte damit die elfte Niederlage in den letzten zwölf Hauptrundenduellen gegen München. Dennoch kann man mit dem Auftritt der Eisbären zufrieden sein, die trotz der großen Personalsorgen alles gegeben haben, doch am Ende war München effizient vor dem Tor und nutzte die Fehler der Eisbären eiskalt aus.

Aber Personalsorgen hatte auch der heutige Gegner, insgesamt fehlten auf beiden Seiten je acht Spieler. Unglaublich, wie groß die Personalsorgen bei beiden Mannschaften sind und trotz der 16 Ausfälle war es eine sehr ansehnliche DEL-Partie.

Vom ersten Bully weg entwickelte sich eine Partie mit hohem Tempo, es ging hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor. Früh in der Partie hatten die Berliner gleich einmal eine doppelte Unterzahl für insgesamt 84 Sekunden zu überstehen. Das gelang den Eisbären aber, auch, weil sie die Schusswege gut zu stellten und München außer durch Yannic Seidenberg und Derek Joslin keine gefährlichen Chancen hatte.
Als die Gäste aus der Hauptstadt ihr erstes Powerplay hatten, war es München, welches die beste Chance hatte. Puckverlust der Eisbären im Drittel der Hausherren, Mark Voakes und Frank Mauer mit dem 2-auf-1-Konter, Voakes schloss ab, doch Kevin Poulin war zur Stelle.
In der 13. Spielminute war aber auch der Berliner Schlussmann geschlagen, als Maximilian Kastner von rechts abgezogen hatte, Poulin an der Hose traf und die Scheibe von da aus ins Tor trudelte – 0:1.
Zum Drittelende hin noch einmal die Eisbären in Überzahl, aber München konnte die Schüsse blocken und nahm somit das 1:0 mit in die Kabine.

17 Sekunden waren im Mitteldrittel gerade einmal rum, da lag die Scheibe erneut im Berliner Tor. Mark Voakes wollte den Puck vor das Tor bringen, James Sheppard fälschte den Puck ab, so dass dieser hoch in die Luft flog. Mark Cundari wollte den Puck weg schlagen, doch am Ende hatte er die Scheibe ins Tor gefaustet – 0:2 (21.). Eine komplett unnötige Aktion von Cundari, Kevin Poulin war bereits auf dem Weg aus dem Tor.
Aber die Eisbären blieben davon unbeirrt, versuchten weiter nach vorne zu spielen und hatten auch gute Chancen. Louis-Marc Aubry zum Beispiel, der die freie Scheibe vor dem Tor sah, Danny Aus den Birken umkurvte, doch am Münchner Goalie am Ende scheiterte. Oder aber Florian Busch, welcher einen 2-auf-1-Konter mit André Rankel fuhr, selbst abzog, doch sein Schuss ging nur ans Außennetz. Eine Minute später Marcel Noebels mit einer klasse Puckannahme, zog ab, scheiterte jedoch an Danny Aus den Birken, Martin Buchwieser setzte den Nachschuss knapp am Tor vorbei.
Und was kam von München, die hier sehr effizient auftraten? Auch die Hausherren hatten durchaus Chancen. Jakob Mayenschein legte die Scheibe von hinter dem Tor vor das selbige, wo Andreas Eder zum Abschluss kam, jedoch knapp am Tor vorbei schoss. Und nach einem Scheibenverlust von André Rankel im eigenen Drittel stand Frank Mauer plötzlich frei vor Kevin Poulin, welcher jedoch stark reagierte und das 0:3 verhinderte.
Zum Drittelende hin dann die Eisbären mal für 51 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, Micki DuPont mit der Chance und Colin Smith mit dem Nachschuss, aber Danny Aus den Birken war einfach nicht zu überwinden. Zumal er schon die beiden Spiele zuvor ohne Gegentor überstanden hatte. So lag München nach 40 Minuten mit 2:0 vorne.

Das letzte Drittel begannen die Gäste von der Spree mit noch 24 Sekunden Powerplay, aber auch das blieb ungenutzt. Das beste Powerplay tat sich enorm schwer gegen das beste Unterzahlteam der Liga.
Aber bei 5-gegen-5 waren die Eisbären gefährlich, erspielten sich gute Möglichkeiten. 2-auf-1-Konter der Eisbären, Martin Buchwieser mit dem Schuss, aber auch hier war Aus den Birken zur Stelle. Geschlagen war der Münchner Goalie aber wenig später bei Florian Kettemers Schuss, welcher jedoch nur an den Außenpfosten ging.
Aber in der 50. Spielminute war dann auch der Goalie des Deutschen Meisters geschlagen, erstmals seit 193:01 Minuten wieder. André Rankel setzte sich über rechts klasse durch, brachte die Scheibe vor das Tor, wo sie durch rutschte und direkt am linken Bullykreis vor dem Schläger von Mark Cundari an kam, welcher direkt abgezogen hatte – 2:1.
Direkt im nächsten Angriff die Berliner beinahe mit dem Ausgleich, aber Micki DuPont scheiterte an der Latte. Die Eisbären gaben hier nicht auf, versuchten alles, um zum Ausgleich zu kommen, schwächten sich zum Ende aber selbst mit einer Strafe drei Minuten vor der Schlusssirene. Aber die Gäste überstanden diese Unterzahl, riskierten in den letzten Sekunden noch einmal alles. Auszeit und Goalie raus, doch das nutzte Patrik Hager zum entscheidenden 3:1 22 Sekunden vor dem Ende.

Die Eisbären trotzten den vielen Ausfällen, gaben alles, suchten immer wieder den Weg zum Tor und hatten auch ihre Chancen, es ging aber leider nur ein Schuss ins Tor vom starken Danny Aus den Birken. München nutzte dagegen die Fehler der Eisbären eiskalt aus und erwies sich als effizient vor dem Tor. Zudem war das beste Unterzahlteam der Liga heute besser als das beste Powerplay der Liga.
Nichtsdestotrotz kann man mit dem Auftritt der Eisbären zufrieden sein und man kann auch viele positive Sachen mitnehmen, findet auch Stürmer Marcel Noebels:

Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt, das hat uns am Ende die Punkte gekostet. München hat eiskalt seine Chancen ausgenutzt. Aber dennoch können wir viel Positives aus dem Spiel mitnehmen.