Zu viele Strafzeiten: Ein starker Kevin Poulin verhindert eine mögliche höhere Niederlage

Ganze zwei Punkte nehmen die Eisbären Berlin aus diesem DEL-Wochenende mit. Dem 3:2-Heimsieg n.P. gegen die Grizzlys Wolfsburg vom Freitagabend folgte heute Nachmittag eine verdiente 2:3 (1:0,0:1,1:2)-Niederlage bei den Kölner Haien. Dabei wurde den Eisbären mal wieder das leidige Strafen-Problem zum Verhängnis. Satte 20 Minuten kassierten die Eisbären in der Domstadt, überstanden zwar neun Unterzahlspiele aber im zehnten Powerplay der Haie schlug es dann doch noch hinter Goalie Kevin Poulin ein, welcher heute übrigens eine mögliche höhere Niederlage mit zahlreichen Paraden verhinderte.

Eine Änderung im Team der Eisbären im Vergleich zum Wolfsburg-Spiel. Stürmer Marcel Noebels musste aufgrund einer fiebrigen Erkältung passen. Youngster Maximilian Adam rückte dafür in den vierten Sturm zu Charlie Jahnke und Vincent Hessler. Im Tor stand natürlich wieder Kevin Poulin.

Köln begann sehr druckvoll und sehr engagiert, wollten sie doch die bittere Derby-Niederlage vom Freitagabend in Düsseldorf vergessen machen. So belagerten die Haie sofort das Berliner Tor und Kevin Poulin stand somit früh im Mittelpunkt des Geschehens. Das sollte er in diesem Spiel noch häufiger sein.
Wie bereits angesprochen, nahmen die Eisbären mal wieder zu viele Strafzeiten. Danny Richmond fing in der siebten Spielminute damit an und Köln hatte in diesem Überzahlspiel durch Ben Hanowski eine gute Chance, welche eben jener Poulin zu Nichte machte.
Fünf Minuten später das erste Überzahlspiel für die Eisbären und das sollte ganze 15 Sekunden dauern, ehe die Scheibe im Tor von Gustaf Wesslau zappelte. Gute Pässe der Eisbären, Danny Richmond legte die Scheibe an der blauen Linie quer zu Micki DuPont, welcher direkt abzog, Sean Backman hielt die Kelle in den Schuss und schon führten die Hauptstädter bei den Domstädtern – 1:0 (12.).
Direkt im Gegenzug die Haie fast mit dem Ausgleich, doch Kai Hospelt scheiterte am überragenden Kevin Poulin. Köln hatte dann sogar zwei Mann mehr für 1:46 Minuten auf dem Eis, machten da auch viel Druck, aber setzten die Schüsse neben das Tor und so überstanden die Berliner diese schwere Situation schadlos und nahmen das 1:0 mit in die Kabine.

Aus dieser kehrten sie mit noch einer Minute Powerplay zurück auf das Eis. Und da hatte Florian Busch die Riesenchance zum 2:0, wurde am langen Pfosten angespielt, bekam die Scheibe aber nicht richtig unter Kontrolle.
Und so kamen die Haie in der 23. Spielminute zum verdienten Ausgleich. Jason Akeson legte die Scheibe auf Ben Hanowski ab und der fand die Lücke am kurzen Pfosten – 1:1
Und nur eine Minute später die Hausherren mit der nächsten dicken Möglichkeit. Florian Kettemer wollte die Scheibe rausspielen, sein Pass wurde aber abgefälscht und landete direkt vor dem Schläger von Austin Madaisky, welcher frei vor Poulin stand, an ihm jedoch scheiterte.
Köln war hier nun richtig am Drücker, drängte die Eisbären immer wieder ins eigene Drittel und kam auch zu richtig guten Chancen. Aber die Haie-Spieler verzweifelten reihenweise an Kevin Poulin. So auch Sebastian Uvira, der frei vor dem Tor angespielt wurde, Poulin umkurvte, doch der Berliner Goalie bekam im Liegen den Schoner noch hoch und parierte somit diesen Schuss. Wahnsinn, dieser Kevin Poulin!
Und was kam von den Eisbären in der Offensive? Nicht so viel, André Rankel wurde acht Minuten vor der zweiten Drittelpause mal vor dem Tor angespielt, schloss aber zu spät ab und somit war es eine leichte Übung für Wesslau, diese Chance zu parieren.
Köln rannte weiter an und sorgte zweimal für großes Chaos vor dem Eisbären-Tor, aber die Haie schafften es einfach nicht, den Puck an Kevin Poulin vorbeizubekommen und so stand es nach 40 Minuten 1:1, äußerst schmeichelhaft aus Eisbären-Sicht. Eisbären-Verteidiger Frank Hördler mit seinem Fazit zu den bisherigen 40 Minuten:

Köln spielt sehr gut, sie üben viel Druck auf uns aus. Aber wir haben einen guten Kevin im Tor. Wir müssen uns in der Kabine zusammensetzen und runter kommen.

Das Schlussdrittel begannen die Eisbären mit 1:45 Minuten in Überzahl, wo Florian Busch und Micki DuPont gute Möglichkeiten hatten, aber an Gustaf Wesslau scheiterten.
Dann sammelten die Eisbären weiter fleißig Strafminuten und gaben Köln somit weitere Überzahlspiele. Im achten hatte Jason Akeson zwei dicke Chancen, bei der einen scheiterte er sogar an der Latte. Die Kölner erspielten sich auch im Schlussdrittel beste Möglichkeiten, aber immer wieder stand Poulin im Weg oder aber eben die Latte.
Aber auch die Eisbären hatten bei einem Powerplay eine große Möglichkeit, aber sowohl Florian Busch als auch Sean Backmann brachten die Scheibe nicht im leeren Kölner Tor unter, weil die Haie aber auch stark verteidigten.
Es folgte das zehnte Powerplay und irgendwann musste es ja mal für Köln klappen. Morgan Ellis mit dem Strahl von der blauen Linie, da war selbst Kevin Poulin machtlos, dem allerdings auch die Sicht versperrt war – 1:2 (53.).
Powerplay können aber auch die Gäste von der Spree. Louis-Marc Aubry konnte zweimal nachsetzen und beim zweiten Mal hob er die Scheibe über Wesslau hinweg ins Tor – 2:2 (58.).
Große Freude bei den Eisbären, allerdings hielt sie leider nur ganze 28 Sekunden, denn mit dem nächsten Angriff ging Köln wieder in Front. Pascal Zerressen brachte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Tor, Steve Pinizzotto fälschte vor dem Tor entscheidend ab – 2:3 (58.).
In der Schlussphase versuchten die Berliner noch einmal alles, nahmen auch Goalie Kevin Poulin vom Eis und tatsächlich hatten sie noch die eine große Chance zum Ausgleich, aber Brandon Ranford setzte den Puck an den Pfosten. So blieb es beim am Ende verdienten 3:2-Heimsieg der Kölner Haie.

Wenn man sich nur das Ergebnis anschaut, würde man denken, es war eine sehr enge Partie, in der auch die Eisbären hätten gewinnen können. Was aber nicht der Fall war, denn wer zehn Mal in Unterzahl ran muss, darf sich am Ende nicht beschweren, wenn man mit leeren Händen da steht. Das man zwei Minuten vor dem Ende überhaupt hat ausgleichen können und somit noch die Chance zum Sieg hatte, war einzig und allein der Verdienst von Goalie Kevin Poulin, der mal wieder einige sensationelle Paraden zeigte. Nur kann man sich nicht immer auf Kevin Poulin verlassen, man muss endlich diese vielen und teilweise unnötigen Strafzeiten abstellen. Heute hatte man es Kevin Poulin aber auch dem Chancen-Wucher der Kölner Haie zu verdanken, dass es kein Debakel wurde.
Das jetzt auf die vielen Verletzten zu schieben, findet André Rankel nicht fair, wie er nach dem Spiel sagte:

Es waren definitiv zu viele Strafen, deswegen verlieren wir das Spiel. Wir kommen noch mal ran, kassieren aber im nächsten Wechsel das 3:2. Das darf uns nicht passieren. Das müssen wir besprechen. Köln hat verdient gewonnen. Wir müssen etwas drauf legen. Ja, wir haben viele Ausfälle, die weh tun. Aber wir haben immer noch eine gute Mannschaft auf dem Eis.