„Retro-Nacht“: Eisbären ehren die Olympia-Helden und gewinnen vor ausverkauftem Haus gegen Meister München

Ausgabe #27:

Die Eisbären Berlin sind erfolgreich aus der Olympia-Pause zurück gekommen. Am Mittwochabend setzte sich der DEL-Rekordmeister gegen den Titelverteidiger EHC Red Bull München knapp mit 3:2 (1:0,2:1,0:1) durch und wahrte somit alle Chancen auf Platz Zwei und die damit verbundene CHL-Qualifikation. Es war kein berauschendes Eishockey-Spiel gewesen, was aber angesichts der langen Unterbrechung und dem Fehlen der Münchner Olympia-Spieler auch kein Wunder war. Spannend war es dafür allemal.

Eisbären-Coach Uwe Krupp konnte im Spiel gegen den Tabellenführer auf die drei Olympia-Helden setzen. Dafür fehlten Blake Parlett, Florian Busch, Maximilian Franzreb und Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler. Im Tor stand die „finnische Wand“ Petri Vehanen.

Vor dem Spiel wurde es erst einmal laut in der Arena am Ostbahnhof, denn die deutschen Olympia-Helden auf beiden Seiten wurden von den Eisbären für ihren historischen Erfolg geehrt. Die Fans applaudierten lautstark und drückten so ihre Anerkennung für die gezeigte Leistung aus.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Dann wurde es aber sportlich, Eisbären-Legende Denis Pederson mit dem ersten Bully bei der „Retro-Nacht“ der Eisbären Berlin. Man merkte beiden Mannschaften von Beginn die lange Pause an. So wirklich in den Rhythmus kam keines der beiden Teams. Noch am ehesten waren es die Eisbären, die im Auftaktdrittel besser zu ihrem Spiel fanden und so optisch gesehen auch die bessere Mannschaft in den ersten 20 Minuten waren.
Nach neun Minuten ergab sich für die Hausherren dann auch die Gelegenheit, das erste Mal an diesem Abend in Überzahl zu agieren und man war gespannt, ob man an DER Baustelle schlechthin während der dreiwöchigen Pause gearbeitet hatte oder eher nicht. Letzteres war der Fall, es war nach wie vor nicht schön anzusehen, wenn die Berliner mit einem Mann mehr agierten.
Die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, das stark ersatzgeschwächte Münchner Team versuchte mit Kontern für Gefahr zu sorgen. Petri Vehanen war aber stets zur Stelle. Doch die besseren Chancen erspielten sich die Gastgeber, welche in David Leggio jedoch ihren Meister fanden.
Bis zum zweiten Powerplay des Spiels. 16 Minuten waren gespielt, als München zum zweiten Mal in Unterzahl ran musste und dieses Mal klingelte es im Tor der Gäste. Thomas Oppenheimer hatte abgezogen und Torjäger Sean Backman fälschte die Scheibe ab, so dass Leggio diese nur zur Seite prallen ließ, wo James Sheppard lauerte und den Abstauber im Münchner Tor unterbrachte – 1:0 (17.).
Zum Ende des ersten Drittels dann München mal mit einem Mann mehr, aber die Eisbären standen gut und brachten das 1:0 souverän über die Zeit.

München begann das zweite Drittel besser und druckvoller, somit war der Ausgleich auch kein Wunder

Foto: eisbaerlin.de/walker

mehr. Petri Vehanen ließ kurz zuvor schon einen Schuss von Jon Matsumoto prallen, wenige Sekunden später tat er selbiges mit dem Schuss von Konrad Abeltshauser. Andreas Eder setzte bei beiden Versuchen jeweils zum Nachschuss an, beim ersten hatte er keinen Erfolg, beim zweiten schon – 1:1 (22.).
München wirkte danach aggressiver, hatte für ein paar Minuten deutlich die Oberhand und hätte durch Jerome Flaake eigentlich in Führung gehen müssen. Die Eisbären fielen in diesem Drittel zunächst vor allem durch zu viele Fehlpässe auf. Erst Mitte des Drittels wurde es etwas besser und die Eisbären traten auch wieder offensiv in Erscheinung.
Micki DuPont hätte dann sechs Minuten vor der zweiten Pause beinahe für die erneute Führung gesorgt, doch sein Schuss prallte nur ans Aluminium. Besser zielte Mark Olver nur eine Minute später, als er den Abpraller von Kai Wissmann erfolgreich verwerten konnte – 2:1 (35.)
Danach große Chancen auf beiden Seiten, doch beide Teams konnten diese nicht nutzen. Und dann die Eisbären mal wieder in Überzahl, diesmal sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und diese Chance ließen sich die Eisbären nicht entgehen, Thomas Oppenheimer mit dem Querpass auf Sean Backman, welcher 49 Sekunden vor der zweiten Drittelpause nur noch die Kelle hinhalten musste – 3:1 (40.). Zugleich auch der Pausenstand in Berlin nach 40 Minuten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel München in den ersten zehn Minuten gleich mit zwei Überzahlspielen und auch richtig guten und vor allem gefährlichen Chancen. Aber die Eisbären verteidigten mit allem was sie hatten und im Tor stand ja dann auch noch die „finnische Wand“ Petri Vehanen. München drängte auf den Anschlusstreffer, aber die Eisbären wehrten sich bisher erfolgreich dagegen.
Auch in der Schlussphase der Meister noch einmal in Überzahl, sogar in doppelter. Aber die Eisbären verteidigten weiterhin sehr stark, mussten aber nach einer Strafe gegen München bei 4-gegen-3 dann doch noch den Anschlusstreffer hinnehmen. Ex-Eisbär Mads Christensen setzte sich klasse vor dem Tor durch, spielte die Scheibe dann links rüber zu Ryan Button, welcher das leere Tor vor sich hatte – 3:2 (57.).
Mehr gelang den Gästen dann aber nicht mehr. Sie nahmen zwar ihren Torhüter raus, aber die Eisbären verteidigten das bis zum Ende äußerst geschickt und sicherten sich somit die drei Punkte gegen den Tabellenführer aus München.

Nein, diesmal war es kein Spektakel wie beim ersten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in dieser Saison, als sich die Berliner mit 5:4 n.P. durchsetzen konnten. Aber spannend war es bis zur letzten Sekunde. Nach einiger Anlaufzeit fanden die Eisbären als Erstes besser ins Spiel und lagen folgerichtig mit 1:0 nach 20 Minuten vorne. München dann aber mit dem besseren Beginn im zweiten Drittel und dem folgerichtigen Ausgleich. Auch danach Red Bull aktiver und stärker, doch die Eisbären fanden zurück zu ihrem Spiel und lagen nach 40 Minuten mit 3:1 vorne. Im Schlussdrittel nahm der Druck von München zu, aber die Eisbären verteidigten das klasse bis zum Ende und mussten nur noch den Anschlusstreffer hinnehmen.

März 1, 2018