2:6-Pleite in Mannheim: Die Eisbären erneut mit einer schwachen Leistung, kommen beim Erzrivalen böse unter die Räder

Das war ein Wochenende zum vergessen. Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Auswärtsspiel an diesem Wochenende verloren. Vor 12.905 Zuschauern in der SAP-Arena kamen die Berliner bei den Adler Mannheim mit 2:6 (0:1,1:3,1:2) unter die Räder und drohen somit vorerst den Anschluss an das Spitzen-Duo München und Nürnberg zu verlieren. Zugleich war es die vierte Niederlage in den letzten sechs Spielen und die dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel im neuen Jahr. 

Bei den Eisbären gab es zwei Änderungen im Kader im Vergleich zur 0:5-Klatsche in Ingolstadt vom Freitagabend. Mark Olver kehrte zurück ins Line-up, dafür fehlte Jonas Müller, der nach einem harten Check gegen Kael Mouillierat am Freitag für ein Spiel gesperrt wurde. Zudem fehlten nach wie vor Florian Busch und Sven Ziegler. Im Tor begann wieder Petri Vehanen.

Die Adler Mannheim hinken als Tabellenzwölfter den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher, müssen um jeden Punkt im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze verbissen kämpfen. Und dementsprechend engagiert kamen die Kurpfälzer auch aus der Kabine und begannen äußerst druckvoll. Gleich im ersten Wechsel die erste gute Chance für die Hausherren. Aber auch die Eisbären fanden gut hinein und prüften Dennis Endras früh in der Partie.
Keine zwei Minuten waren gespielt, da gab es das erste Powerplay für die Mannheimer. Und in Unterzahl taten sich die Berliner vor allem auswärts zuletzt sehr schwer, kassierten sie doch acht Gegentore in Unterzahl in den letzten sechs Auswärtsspielen. Und die Adler hatten durch Garrett Festerling und David Wolf auch zwei richtig gute Chancen, nutzen konnten sie diese jedoch nicht und somit überstanden die Berliner die Unterzahl schadlos.
Aber insgesamt gesehen waren die Mannheimer das bessere Team, spielten sehr konzentriert und sehr druckvoll, was ihnen in der achten Spielminute zur verdienten Führung verhalf. Andrew Desjardins mit dem Pass an den kurzen Pfosten zu Matthias Plachta, der mit dem Querpass an den langen Pfosten, wo David Wolf lauerte und zum 1:0 aus Mannheimer Sicht einschießen konnte.
Und Mannheim weiter sehr druckvoll, Ryan MacMurchy und Phil Hungerecker mit zwei richtig guten Chancen, Petri Vehanen klärte zweimal in höchster Not.
Dann mal die Eisbären Mitte des ersten Drittels mit einem Powerplay. Aber auch da hatten die Hauptstädter zuletzt (wobei viel mehr die gesamte Saison über) so ihre Probleme, was nur ein Überzahltor aus den letzten sechs Spielen beweist. Zudem war man seit drei Auswärtsspielen in Folge ohne Powerplaytor. Hier hatte man durch Micki DuPont, Constantin Braun und Jamie MacQueen gute Möglichkeiten, ein Tor wollte den Berlinern aber nicht gelingen.
Fortan beide Mannschaften noch einmal mit je einem Powerplay, aber für Gefahr konnten beide nicht sorgen. Die letzte große Chance in den ersten 20 Minuten gehörte dann aber den Eisbären. Sean Backman wurde nach Ablauf der Strafe gegen die Adler im Slot angespielt, scheiterte jedoch mit seinem Schuss an Dennis Endras. So stand es nach 20 Minuten 1:0 für Mannheim.

Das zweite Drittel begann spektakulär und sollte es insgesamt auch werden. 31 Sekunden waren gespielt, da hatte David Wolf per Nachschuss der erste gute Chance, Petri Vehanen aber war zur Stelle. Auf der Gegenseite die Eisbären mit zwei guten Chancen in der 22. Spielminute. Thomas Oppenheimer vor das Tor, wo Jamie MacQueen die Kelle hin hielt, aber an Dennis Endras scheiterte. Dann zog Micki DuPont von der blauen Linie ab, Endras konnte nicht festhalten und James Sheppard scheiterte im Nachschuss am Adler-Goalie.
Dann kassierten die Eisbären eine Strafe und die Adler waren bereits bei angezeigter Strafe brandgefährlich. Ryan MacMurchy mit zwei Riesenchancen bei 6-gegen-5. Und das Powerplay sollte dann auch nur 13 Sekunden dauern. Luke Adam wurde am rechten Bullykreis angespielt und zog ab – 0:2 (24.).
Die Adler waren erneut richtig gut drin im Spiel, machten jede Menge Druck und brachten die Berliner Defensive ein ums andere Mal ins Wanken. Die Eisbären nach wie vor hinten mit zu vielen leichtsinnigen Fehlern, konnten sich kaum befreien.
Dann hatten die Eisbären um die 28. Spielminute mal eine gute Phase und was passierte? Sie fingen sich einen Konter, Marcus Kink mit dem Bauerntrick, die Scheibe lag frei vor dem leeren Tor und Christoph Ullmann drückte die Scheibe über die Linie – 0:3 (29.).
Wenige Augenblicke später Chad Kolarik mit zwei guten Chancen, aber er vergab die große Chance auf die endgültige Entscheidung. Aber selbst das 3:0 sollte doch hier die Vorentscheidung sein oder etwa nicht?
Die Eisbären wachten auf einmal auf, entwickelten jede Menge Druck und brachten viele Scheiben Richtung Adler-Gehäuse. Und dann klingelte es plötzlich im Mannheimer Tor, wobei sich dieser Treffer auch angedeutet hatte. Jamie MacQueen kam über rechts ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe zurück zu Micki DuPont, der zog direkt ab, Endras ließ nur prallen und Mark Olver staubte ab – 1:3 (32.).
Die Eisbären nun mit neuem Selbstvertrauen, machten weiterhin jede Menge Druck und brachten Mannheim arg ins wanken. Die Eisbären waren drauf und dran, den Anschlusstreffer zu erzielen, aber daraus wurde nichts. Denn auf einmal nahm die Härte im Spiel zu, beide Mannschaften mit vielen Nickligkeiten und jeder Menge Raufereien. Die Folge war, dass es kaum noch einen Spielfluss und es zudem sehr viele Strafen auf beiden Seiten gab. David Wolf, dem mal wieder alle Sicherungen durchbrannten, kassierte sogar eine Spieldauer. Nur half diese ganze Chaos auf dem Eis nicht den Eisbären sondern den Adlern.
Bei 4-gegen-4 auf dem Eis hatten die Eisbären Devin Setoguchi vollkommen vor dem Tor aus den Augen verloren, Carlo Colaiacovo merkte das, spielte die Scheibe zu ihm und Setoguchi ließ Vehanen keine Chance – 4:1 (37.).
Die Eisbären anschließend noch mit drei Minuten in Überzahl wegen der Spieldauer gegen Wolf, aber außer eines Lattentreffers von Marcel Noebels 27 Sekunden vor der zweiten Drittelpause kam nicht bei rum.
So lagen die Kurpfälzer nach 40 Minuten deutlich mit 4:1 vorne.

Egal, was sich die Eisbären für das letzte Drittel vorgenommen hatte, es war spätestens nach 16 Sekunden über den Haufen geworfen. Denn Phil Hungerecker spielte die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor, wo Ryan MacMurchy völlig unbedrängt und ungestört zum 5:1 einschießen konnte. Die Zuordnung stimmt erneut nicht in der Berliner Hintermannschaft.
Aber Mannheim hatte nun Lust am Toreschießen gefunden und wollte noch einen nachlegen. Devin Setoguchi kam zu einfach zwischen zwei Berliner Spielern (!) durch, hatte dann noch das Auge für den Mitspieler am langen Pfosten, spielte die Scheibe zu Andrew Desjardins und der netzte zum 6:1 ein und beendete so nach 46 Spielminuten den Arbeitstag von Petri Vehanen. Auch im dritten Auswärtsspiel wurde der Finne im Schlussdrittel gegen Back-up Marvin Cüpper ausgewechselt.
Die Partie war hier natürlich längst entschieden, dementsprechend wenig passierte auch noch auf dem Eis. Die Eisbären hatten neun Minuten vor dem Spielende noch einmal ein Powerplay, aber lassen wir es einfach, darüber braucht man wirklich keine Worte zu verlieren. So erschreckend schwach und harmlos ist das in dieser Saison.
Und trotzdem kamen die Eisbären am Ende noch zu einem weiteren Tor. Nick Petersen zog vom linken Bullykreis aus ansatzlos ab und die Scheibe ging haargenau in den linken Winkel – 6:2 (58.).
Mehr als Ergebniskosmetik war das aber auch nicht mehr. Mannheim setzte sich am Ende hochverdient und auch in dieser Höhe mit 6:2 gegen erneut schwache Eisbären durch.

Reden wir schon von einer Krise? Oder ist es einfach nur ein Formtief, welches die Eisbären derzeit durchleben? Fakt ist, das Wochenende war komplett zum vergessen. Dem 0:5 in Ingolstadt folgte heute ein 2:6 in Mannheim. Und erneut war es eine erschreckend schwache Vorstellung der Eisbären. Eigentlich hatten sie nur die Druckphase nach dem 1:3, wo sie das Spiel beinahe gedreht hätten. Doch die vielen Raufereien anschließend und der kapitale Fehler beim 4:1 der Adler war am Ende wohl der Knackpunkt.
Spielerisch läuft momentan wenig bei den Eisbären zusammen. Man tut sich schwer damit, ein System hinter dem ganzen zu erkennen. Das Ganze sieht sehr planlos aus, was die Eisbären da aktuell spielen. Die Defensive gleicht zur Zeit einem Hühnerhaufen, in dem die Zuordnung und Abstimmung überhaupt nicht mehr stimmt. Und dann unterlaufen den Eisbären nach wie vor zu viele und vor allem zu leichtsinnige Fehler im Spielaufbau. Pässe kommen teilweise nicht mehr an. Und das Powerplay, wie oben bereits angesprochen, verdient gar nicht erst angesprochen zu werden.
Hoffen wir mal, dass es nur ein Formtief ist und ein schlechtes Wochenende der Eisbären Berlin war. Aber trotzdem geben die gezeigten Leistungen in beiden Auswärtsspielen am Wochenende Anlass zur Sorge im Hinblick auf die Playoffs.

Verteidiger Kai Wissmann mit seinem Statement zum Spiel:

Das war nicht genug von uns. So können wir kein Auswärtsspiel in Mannheim gewinnen. Das ganze Wochenende war scheiße. Wir müssen uns auf uns fokussieren, zu unserem Spiel zurückfinden. Der mit dem Puck, hatte ich das Gefühl, war das ärmste Schwein. Die anderen Vier haben ihn angeschaut, was macht er mit dem Puck. Da war keine Unterstützung, keiner hat sich angeboten.

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  • Da muss man Kai Wissmann recht geben das Wochenende war nichts gewesen nächstes Wochenende bitte besser

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