4:2-Sieg in Düsseldorf: Eisbären springen auf Platz Zwei

Die Eisbären Berlin sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zurück in die Erfolgsspur gekehrt. Bei der Düsseldorfer EG gelang ein hochverdienter 4:2 (1:1,2:0,1:1)-Sieg und damit der Sprung auf Platz Zwei der Tabelle. Zugleich war es der insgesamt sechste Sieg gegen die Rheinländer in Folge. Die DEG entwickelt sich also nach Jahren als Angst- nun zum Lieblingsgegner der Eisbären. 

Die Eisbären kamen sehr gut ins Spiel, machten vom ersten Bully an viel Druck und konnten sich gleich im Düsseldorfer Drittel festsetzen. Die Mannen von Coach Uwe Krupp spielten mit viel Zug zum Tor, aber es sollte bis zur 6. Spielminute dauern, ehe sich die Berliner für ihren guten Beginn belohnen konnten. Kai Wissmann schickte Mark Olver auf die Reise, der hatte auf der linken Seite zu viel Zeit und Platz, schoss einfach mal aufs Tor und DEG-Back-up Timo Herden rutschte der Puck auf der Stockhand-Seite durch und so führten die Hauptstädter verdient mit 1:0. Die DEG musste kurzfristig auf der Torhüterposition wechseln, da sich Stammgoalie Matthias Niederberger beim Warm-up verletzt hatte.
Die DEG wirkte aber nicht lange geschockt und hatte zwei Minuten später die Riesenchance zum Ausgleich, als Ex-Eisbär Spencer Machacek frei vor Petri Vehanen auftauchte. Und der DEG-Stürmer versuchte den finnischen Goalie auszuspielen, aber Vehanen bekam im lLegen noch die Fanghand an den Schuss und parierte stark.
Danach ging es hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, aber so die hochkarätigen Torchancen fehlten. Entweder gingen die Schüsse am Tor vorbei oder aber stellten die Goalies vor keinerlei Probleme. Zum Ende des ersten Drittels dann wieder die Eisbären, welche sich im DEG-Drittel festsetzen konnten und auf das 2:0 drängten. Doch das konnten sie nicht erzielen und die DEG sorgte im Gegenzug für den Ausgleich. Zunächst lief John Henrion alleine auf Petri Vehanen zu, scheiterte jedoch am Pfosten. Aber Düsseldorf blieb dran, erkämpfte sich die Scheibe hinter dem Tor, Jeremy Welsh mit dem Pass in den Slot, wo John Henrion stand und den Puck ins Tor schoss – 1:1 (20.).
So stand es nach 20 Minuten 1:1, die Eisbären zwar mit mehr Spielanteilen und Drangphasen zu Beginn und zum Ende des ersten Drittels, aber die DEG zeigte sich effektiv vor dem Tor. Jonas Müller sagte im Pauseninterview bei Telekom Sport, „wir hatten einen guten Start, haben mit viel Druck gespielt und haben genau das umgesetzt, was wir wollten„. Der Ausgleich war daher natürlich ärgerlich. 

Im Mitteldrittel hatten die Hausherren den ersten Torschuss durch Darryl Boyce zu verzeichnen, aber relativ schnell übernahmen die Eisbären die Kontrolle über das Spiel wieder und spielten weiter mit viel Druck auf das DEG-Tor. Blake Parlett hätte die Berliner dann auch beinahe in Führung gebracht, aber sein Schuss ging nur an den Pfosten.
In der 24. Spielminute gab es auf beiden Seiten richtig gute Chancen zu verzeichnen. Zunächst die Eisbären mit einem 2-auf-1-Angriff, aber Daniel Fischbuch schoss doch deutlich drüber. Im Gegenzug zwei richtig gute Einschussgelegenheiten für die DEG, da wurde es richtig brenzlig vor dem Berliner Tor, aber Düsseldorf bekam die Scheibe nicht über die Linie.
Es folgte die erste Strafe der Partie für die DEG und folglich das erste Powerplay für die Eisbären. Vor dem Spiel hatte Eisbären-Kapitän André Rankel bei Telekom Sport noch gesagt, „unser Powerplay könnte besser sein. Wir haben aber daran gearbeitet und wollen es heute besser machen„. Gesagt, getan. Die Eisbären zuvor schon mit drei guten Chancen, dann hielten sie die Scheibe gut im Drittel, Jens Baxmann mit dem Querpass an der blauen Linie auf Danny Richmond, der schlenzte den Puck einfach mal Richtung Tor, wo Nick Petersen die Kelle hin hielt und somit unhaltbar für Timo Herden abfälschte – 2:1 (26.).
Danach die Eisbären weiterhin die aktivere Mannschaft, aber Düsseldorf sorgte bei seinen Angriffen immer wieder für Gefahr. In der 30. Spielminute gab es die Riesenchance zum Ausgleich für die Gastgeber. Darryl Boyce wurde von zwei Eisbären zu Fall gebracht und es gab Penalty für die DEG. Boyce lief an, schoss jedoch rechts am Tor vorbei.
Praktisch im Gegenzug klingelte es erneut im DEG-Gehäuse. Sean Backman brachte den Puck von links scharf vors Tor, wo James Sheppard den Puck entscheidend abfälschen konnte – 3:1 (31.).
Nur eine Minute später hätte Henry Haase verkürzen können, aber der Ex-Eisbär, der zu viel Platz im Slot hatte, scheiterte an Petri Vehanen. Die DEG drückte fortan gehörig auf das Tempo und wollte den Anschlusstreffer erzielen, was ihnen jedoch nicht gelang. Zum Ende hin waren dann aber die Berliner wieder die bessere Mannschaft, hatten das Spiel im Griff und machten gut Druck auf das DEG-Tor, konnten den Vorsprung aber nicht weiter ausbauen. So stand es nach 40 Minuten 3:1 für die Hauptstädter.

Im letzten Drittel die DEG früh mit einer guten Chance durch Henry Haase, der aber erneut an Petri Vehanen scheiterte. Doch es war zu erkennen, dass Düsseldorf hier den Anschlusstreffer erzielen wollte. Und den sollten sie auch erzielen. Schneller Angriff der DEG, ein paar gute Pässe im Angriffsdrittel, die Scheibe kam zu John Henrion und der ließ Vehanen keine Chance – 2:3 (45.).
Doch direkt im Gegenzug die Eisbären mit der Chance, den alten Abstand wieder herzustellen, als sie einen 2-auf-1-Konter fuhren, doch Martin Buchwieser schoss die Scheibe über das Tor.
Der DEG gab das 2:3 neues Selbstvertrauen und sie machten nun ordentlich Druck, merkten, dass hier vielleicht doch noch was zu holen ist. Und erst recht, als sie dann auch noch ein Powerplay hatten. Aber die Hausherren konnten die numerische Überlegenheit nicht nutzen und verpassten somit den Ausgleich.
Es folgte die spielentscheidende Szene. Die DEG-Spieler waren schon lange auf dem Eis, leisteten sich hinter dem eigenen Tor einen Fehlpass, Martin Buchwieser kam an die Scheibe, zog vor das Tor, umkurvte Timo Herden und schoss den Puck zum entscheidenden 4:2 ins Tor (53.).
Dieser Treffer war letztendlich zu viel für Düsseldorf, die danach nicht mehr so viel Druck wie noch davor erzeugen konnten. Die Eisbären brachten das am Ende souverän über die Zeit und sicherten sich somit die drei Punkte.

Ein komplett verdienter Sieg der Eisbären, der bei einer besseren Chancenverwertung auch noch hätte höher ausfallen können. 40 Minuten lang hatten unsere Jungs das Spiel im Griff, mussten nach dem 2:3 aber plötzlich einige Minuten lang zittern, ehe Martin Buchwieser mit seinem klasse Tor die Nerven wieder beruhigen konnte. Und die Nummer 56 der Eisbären äußerte sich nach Spiel bei Telekom Sport wie folgt:

Wir haben unsere Chancen zu wenig genutzt, dadurch ist Düsseldorf immer wieder ins Spiel zurück gekommen. Wir haben viel Druck gemacht. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, wäre das Spiel einfacher gewesen als es am Ende war.

Ex-Eisbär Henry Haase fand, dass seine Mannschaft trotz der Niederlage nicht den Köpf hängen lassen muss:

Es war ein intensives Spiel. Wir haben ein paar individuelle Fehler gemacht. Wir hatten Chancen, diese aber nicht genutzt. Uns hat ein bisschen das Glück gefehlt. Dennoch ist das kein Grund, dass jetzt irgendjemand den Kopf hängen lässt.

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