2:3 n.V. gegen Wolfsburg: Zu viele individuelle Fehler sorgen für die dritte Heimniederlage im dritten Heimspiel der Saison

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #5:

Drittes Heimspiel, dritte Heimniederlage: Die Eisbären Berlin haben die Final-Neuauflage gegen die Grizzlys Wolfsburg mit 2:3 n.V. (1:2,0:0,1:0/0:1) verloren und bleiben somit auch nach dem dritten Heimspiel ohne Heimsieg. Zwar holte man den ersten Heimpunkt in dieser Saison auf heimischen Eis, aber das ist zu wenig. Die Niederlage ermöglicht hat eine Strafzeit in der Verlängerung wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Wenn man solche unnötigen Strafzeiten kassiert, braucht man sich am Ende nicht zu beschweren.

Die Eisbären gingen mit dem selben Line-up in das Spiel gegen den Tabellenführer wie am Mittwoch in Straubing. Hieß also auch, das erneut Mathias Niederberger im Tor stand und Parker Tuomie auf der Tribüne Platz nehmen musste.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Ziel für dieses Spiel war klar gewesen: Man wollte im dritten Anlauf endlich den ersten Heimsieg der Saison einfahren. Bisher hieß es 1:4 gegen München und 0:3 gegen Mannheim. Die erste Chance der Partie gehörte aber den Niedersachsen, die nach einem Berliner Scheibenverlust ein Zwei-auf-Eins hatten, doch Darren Archibald scheiterte an Mathias Niederberger. Die Eisbären spielten zwar auch nach vorne, aber leisteten sich hinten zu viele Fehler. Und so verwunderte es nicht, dass ein weiterer Fehlpass zum 0:1 führte. Thomas Reichel, ein Ex-Eisbär, war am Ende der Nutznießer und versenkte die Scheibe im Berliner Tor (6.).
Wolfsburg erzwang diese Fehler aber durch frühes Stören des Puck führenden Spielers. Mit dieser Spielweise hatte die Mannschaft von Coach Serge Aubin zu Beginn so ihre Probleme. Und Wolfsburg hatte so leichtes Spiel. Chris DeSousa mit zu viel Platz auf rechts, sah Anthony Rech am langen Pfosten völlig frei stehen und der hatte keine große Mühe, die Scheibe im Tor unterzubringen – 0:2 (9.).
Der Fehlstart für die Hauptstädter war also perfekt, doch es bestand die Chance, zum schnellen Anschlusstreffer. Denn Phil Hungerecker musste Mitte des ersten Drittels auf die Strafbank und ermöglichte den Eisbären somit das erste Powerplay der Partie. Es dauerte lange, aber es klappte am Ende dann doch noch mit dem Tor. Leo Pföderl hatte zu viel Platz im hohen Slot, zog ab und überwand damit Dustin Strahlmeier im Wolfsburger Tor – 1:2 (12.). Wolfsburg war da seit einer Sekunde wieder komplett. Es war erst das zweite Heimtor der Berliner im dritten Spiel.

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Doch nun war es ein anderer Auftritt der Hausherren, die jetzt Wolfsburg selbst mal früh unter Druck setzten und sich somit zurück in die Partie kämpften. Doch knapp vier Minuten vor dem Ende schwächte man sich selbst, als Nicholas B. Jensen die erste Strafe für die Eisbären in diesem Spiel kassierte. Und aus der Wolfsburger Überzahl sollte sogar eine 41-sekündige doppelte Überzahl werden. Kai Wissmann musste ebenfalls in die Kühlbox. Wissmann? Strafe? Da war doch was? Genau! Gegen Mannheim kassierte er zwei Strafzeiten und beide führten zu Gegentoren. Das war heute zum Glück nicht der Fall, aber eins wurde wieder einmal deutlich. Die Eisbären riskieren zu viele unnötige Strafzeiten. In Unterzahl erlaubte man sich einen Stockschlag und einen Check von Hinten, beides wurde zum Glück nicht geahndet. Wenn es ganz doof läuft, kassierst du da die Strafzeiten Nummer drei und vier. So stand es nach 20 Minuten 1:2 aus Sicht der Eisbären.

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Und die Berliner kamen gut ins zweite Drittel, Blaine Byron war durchgebrochen, scheiterte aber an Strahlmeier. Die Richtung stimmte aber jetzt. Leo Pföderl mit einer Fackel, die dem Wolfsburger Goalie den Schläger aus der Hand schlug, doch aus dieser Situation konnten die Eisbären kein Kapital schlagen. Aber vielleicht klappte es ja in Überzahl, denn die Gäste kassierten eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Doch da sorgte man für kaum Gefahr und so rannte man weiterhin dem knappen Rückstand hinterher.
Während es auf dem Eis etwas ruhiger zu Sache ging und wenig Chancen zu bestaunen gab, lieferten sich die Fans beider Mannschaften ein kleines Gesangs-Battle. So kam wenigstens ein wenig Unterhaltung von den Rängen. Denn dem Spiel ging so ein wenig das Tempo aus dem ersten Drittel verloren und so suchten beide Teams wieder den Zugang zum Spiel. Wolfsburg hatte dann die Chance, diesen wieder zu finden, denn Zach Boychuk kassierte die erste Strafzeit des Mitteldrittels. Die Eisbären also mal wieder in Unterzahl. Aber das Penaltykilling mit ganz starker Arbeit, drängte die Wolfsburger Spieler immer wieder nach außen und ließ so kaum etwas gefährliches zu.

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Fortan gaben die Eisbären wieder mehr Gas, suchten immer wieder den Weg vor das Tor von Dustin Strahlmeier, kamen auch zum Abschluss, aber irgendwie scheint dieses Tor hier zu Hause wie vernagelt zu sein, was zwei Heim-Tore in nun acht Dritteln belegen. Entweder sind die Tore auswärts größer oder ich weiß auch nicht, woran diese miserable Chancenverwertung in Berlin liegt.
Wolfsburg nahm dann aber den Druck wieder raus und machte die Räume vor dem Tor wieder zu. So passierte hier nichts weiter und die Niedersachsen führten auch nach dem Mitteldrittel mit 2:1.

 

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Die Eisbären hatten einen Plan und wollten im letzten Drittel früh den Ausgleich erzielen. So startete man sehr offensiv und suchte auch den Abschluss, aber Dustin Strahlmeier bewies einmal mehr seine Extra-Klasse. Ein Coup für die Wolfsburger, dass sie mit dem deutschen Goalie langfristig verlängern konnten.
Die Eisbären suchten weiterhin die Lücke in der Wolfsburger Defensive, die Gäste wiederum lauerten auf Konter, um die Partie wohlmöglich vorzuentscheiden. Dann wurden wir Zeuge von den neuen Regeln in der DEL, wonach die Hauptschiedsrichter bei bestimmten Strafen den Videobeweis zur Hilfe ziehen können. Die Eisbären hätten eine 2+2-Strafzeit wegen eines hohen Stocks erhalten, auf dem Videobeweis war davon aber nichts zu sehen und somit ging es mit Fünf-gegen-Fünf weiter.
Es blieb weiterhin ein sehr durchschnittliches DEL-Spiel, in dem die Eisbären wollten, aber nicht konnten und Wolfsburg nicht unbedingt etwas für das Spiel tun musste, außer das eigene Tor zu verteidigen. Und das können sie besonders gut.

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Mitte des letzten Drittels dann mal Matt White mit der dicken Chance, aber seine Direktabnahme wurde von Dustin Strahlmeier entschärft. Im Anschluss ein Indiz dafür, warum es u.a. derzeit nicht klappt mit Toren zu Hause. Man hätte eigentlich viel Platz und Zeit, doch dann macht man ein unsauberes Zuspiel und schon ist die Chance wieder hinüber. Da müssen die Eisbären viel ruhiger an der Scheibe werden, teilweise wirken sie da zu hektisch. Da wünscht man sich die Coolness von den Auswärtsspielen.
Aber vielleicht klappte es ja mit einem Mann mehr auf dem Eis. Tyler Gaudet kassierte rund neun Minuten vor dem Ende die nächste Wolfsburger Strafzeit und die Eisbären somit mit der Chance, im Powerplay das Spiel auszugleichen. Taten sie nicht, weil sie es zu umständlich spielten. Und so langsam rannte den Berlinern auch die Zeit davon.
Doch 6:20 Minuten vor dem Ende brach ein Jubel-Orkan in der Arena am Ostbahnhof aus. Yannick Veilleux nahm Tempo auf, zog Richtung Tor und schüttelte den Wolfsburger Verteidiger ab. Dustin Strahlmeier umkurvte er cool und versenkte die Scheibe lässig im Tor – 2:2 (54.).
Somit war hier natürlich Spannung für die Schlussphase garantiert, schließlich musste Wolfsburg nun auch wieder etwas für das Spiel tun, wollte man hier etwas Zählbares aus der Hauptstadt mit in die Autostadt nehmen. Doch bis zum Ende der regulären Spielzeit passierte nichts mehr und so ging es beim Stand von 2:2 in die Verlängerung.

Und in dieser bot sich Wolfsburg die dicke Chance zur Entscheidung in Überzahl. Der Grund? Zu viele Spieler auf dem Eis bei den Eisbären. Diese unnötigen Strafzeiten nehmen einfach nicht ab. Und rund zwei Minuten vor dem Ende jubelten die Gäste über den Siegtreffer. Das Tor war zwar verschoben, doch der Puck ging trotzdem über die Linie. Die beiden Hauptschiedsrichter Marc Iwert und Lukas Kohlmüller entschieden auf dem Eis auf „kein Tor“, fuhren aber nochmal zum Videobeweis. Dort sahen sie dann aber, dass das Tor regulär war und somit gewann Wolfsburg mit 3:2 nach Verlängerung. Auch wieder so eine neue Regelauslegung in der DEL, nach der so etwas ab dieser Saison eben zählt. Trevor Mingoia war jedenfalls der Torschütze.

Die Eisbären taten sich zu Beginn äußerst schwer mit dem aggressiven Forechecking der Wolfsburger, dadurch unterliefen ihnen zu viele Fehler, was die Gäste zu einer schnellen 2:0-Führung ausnutzten. Zwar fand man dann noch im ersten Drittel zurück ins Spiel und aufs Scoreboard, aber im weiteren Verlauf tat man sich enorm schwer, Chancen zu kreieren oder aber die Chancen, die man hatte, zu nutzen. Wie in den ersten beiden Heimspielen, wirkte man auch heute wieder vor dem Tor zu hektisch. Die Coolness von den Auswärtsspielen fehlt den Berlinern weiterhin zu Hause. Eine klasse Einzelaktion von Yannick Veilleux sorgte dann immerhin dafür, dass man noch die Verlängerung erreichte. Doch dort sorgte ein weiterer Fehler für die Entscheidung.

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