5:4 gegen Pardubice! Eisbären gewinnen einzigen Heim-Test im stimmungsvollen Wellblechpalast

WalkersBaerenNews 2019/2020, #1:

Zwei Wochen vor dem DEL-Saisonauftakt in der Mercedes-Benz Arena gegen die Grizzlys Wolfsburg traten die Eisbären Berlin am Freitagabend im altehrwürdigen Wellblechpalast in Hohenschönhausen zum einzigen Heimspiel in der Saisonvorbereitung an. Gegner vor 2.586 Zuschauern im äußerst stimmungsvollen „Welli“ war der tschechische Extraliga-Club HC Dynamo Pardubice, welcher ebenso von einem gut gefüllten Gästeblock lautstark unterstützt wurde. Stimmung machten beide Fanlager, doch am Ende konnte die Berliner Fanszene den Sieg ihrer Mannschaft bejubeln. Mit 5:4 (1:2,3:1,1:1) setzten sich die Hauptstädter in einem sehr hart umkämpften und immer mal wieder sehr nickligen Testspiel durch. Somit feierte das Team vom neuen Headcoach Serge Aubin den zweiten Sieg in Folge.

Wie bereits erwartet, stand der neue Goalie Sebastian Dahm von Beginn an im Berliner Tor. In der Defensive blieb nur das Verteidiger-Pärchen Frank Hördler und Ryan McKiernan gleich. Ansonsten verteidigten Constantin Braun und Kai Wissmann sowie Jonas Müller und John Ramage zusammen, Florian Kettemer war als siebter Verteidiger im Line-up.
Die Sturmreihen stellte Aubin nur leicht um. Marcel Noebels, James Sheppard und Sean Backman bildeten eine Angriffsreihe, Louis-Marc Aubry, Mark Olver und Leo Pföderl die zweite, Lukas Reichel, Maxim Lapierre und Austin Ortega die dritte und Florian Busch, Kapitän André Rankel und Fabian Dietz die vierte Sturmreihe.

Die Stimmung im Wellblechpalast sorgte bei allen Anwesenden für Gänsehaut und man fühlte sich in die gute alte „Welli-Zeit“ zurück versetzt, als man diese Stimmung wöchentlich erleben konnte. Doch schon vor dem Spielbeginn wurde es das erste Mal so richtig emotional. Denn während der Sommerpause musste nicht nur die Fanszene den Verlust geliebter Menschen hinnehmen, nein, auch die Vereinsseite hat mit Chris Lee und Hartmut Nickel zwei großartige Menschen verloren. Diesen liebevollen Menschen wurde vor Spielbeginn heute noch einmal mit einer Schweigeminute gedacht, ehe Ihnen ein lautstarkes „Dynamo“ entgegen schallte. Wir werden Euch Alle nie vergessen! Einmal Eisbär, Immer Eisbär!

Der HC Dynamo Pardubice vor dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/walker und jasmin)

1. Drittel:

Hinein in ein Spiel, welches zwar als Testspiel galt, doch diesen Charakter hatte es nicht wirklich. Schon nach einer Minute wurde klar, dass das ein hart geführtes und teils sehr ruppiges Spiel werden würde. Nach 60 Sekunden gerieten Ryan McKiernan und Rhett Holland aneinander, der Neu-Eisbär erhielt 2+2-Minuten wegen Stockschlags und Ellbogenchecks, Holland nur zwei Minuten wegen übertriebener Härte. Die Tschechen also gleich früh mit dem ersten Powerplay, welches sie ganz gut aufzogen, aber nutzen konnten sie es nicht. Dennoch ein guter Beginn von Pardubice.
Nach fünfeinhalb Minuten war dann die Partie für Radoslav Tybor verletzungsbedingt beendet, das sah sehr übel aus und er musste von zwei Teamkollegen vom Eis gestützt werden. Nochmals Gute Besserung an dieser Stelle!
Die Eisbären hatten so ihre liebe Mühe und Not, in dieses Spiel hineinzukommen. Den besseren Start hatten wirklich die Dynamos von Pardubice, aber dann bot sich den Berliner mal die dicke Chance zur Führung, als sie eineinhalb Minuten zwei Mann mehr auf dem Eis hatten – u.a. Ex-Eisbär Corey Locke saß in der Kühlbox.
Die Hausherren kamen dadurch endlich ins Spiel, zogen das Powerplay gut auf, aber sie hatten dabei vergessen, für gefährliche Torchancen zu sorgen. So überstanden die Gäste die doppelte Unterzahl unbeschadet. Aber danach endlich mal eine richtig gute Phase der Eisbären mit guten Chancen, einzig und allein der Torerfolg fehlte.
Als Kapitän André Rankel Mitte des ersten Drittels wegen eines hohen Stocks für vier Minuten auf die Strafbank musste, klingelte es im Tor von Sebastian Dahm. Zwölf Minuten waren gespielt, als Ondrej Machala unbedrängt durchs Berliner Drittel spazieren konnte und zum Abschluss kam. Dahm parierte die Scheibe zwar, aber von Frank Hördler wurde der Puck letztendlich ins eigene Tor gelenkt – 0:1.
Die Eisbären keinesfalls geschockt, spielten weiter offensiv nach vorne, hatten nur kein Glück im Abschluss. Das sollte sich knapp zwei Minuten vor der ersten Drittelpause ändern, als Oscar Eklund für zwei Minuten in die Kühlbox wandern musste. James Sheppard setzte sich klasse durch, zog ins Angriffsdrittel, wo er zu Fall gebracht wurde. Sean Backman übernahm den Puck und tanzte Stepanek im tschechischen Tor eiskalt aus – 1:1 (19.).
Da die Tschechen für das Foul an Sheppard eine Strafe bekamen, ging es mit Überzahl für die Eisbären weiter. Aber das nutzte Pardubice 27 Sekunden später zum 2:1 aus. Martin Latal kam bei einem Unterzahlkonter zum Abschluss, scheiterte jedoch an Dahm. Doch dem rutschte die Scheibe irgendwie durch, Latal sah dies und schaltete blitzschnell und hatte keine große Mühe, die schwarze Hartgummischeibe im verwaisten Berliner Gehäuse unterzubringen (19.). Somit führte Pardubice hier nach 20 hart umkämpften Minuten mit 2:1.

Immer wieder gerieten die Spieler der Eisbären und von Pardubice im durchaus hart geführten Testspiel aneinander. (Foto: eisbaerlin.de/walker und jasmin)

2. Drittel:

Für das zweite Drittel hatten sich die Berliner viel vorgenommen und das setzten sie bereits nach 16 Sekunden um. Einen Schuss von Constantin Braun ließ Stepanek nur prallen, Louis-Marc Aubry war zur Stelle und staubte ab – 2:2 (21.).
Generell die Eisbären mit einem richtig guten Beginn ins Mitteldrittel, sie hatten gute Chancen und überstanden anschließend auch noch eine Unterzahl schadlos. Und als man selbst ein Mann mehr auf dem Eis war, ging man endlich erstmals an diesem Abend in Führung. Über Marcel Noebels und Youngster Lukas Reichel kam die Scheibe in den Slot zu Maxim Lapierre und der brachte den Puck im tschechischen Tor unter – 3:2 (31.).
So ein Tor, so ein gedrehtes Spiel, sollte dir als Team eigentlich das nötige Selbstvertrauen verleihen. Den Eisbären aber nicht, denn diese kassierten nur sechs Sekunden später schon wieder den Ausgleich. Marek Hovorka mit der blitzschnellen Antwort – 3:3 (32.).
Das wollten die Eisbären nicht auf sich sitzen lassen, wollten direkt antworten, aber es sollte bis eine Minute vor der zweiten Pause dauern. Diesmal waren es die Eisbären, die in Unterzahl erfolgreich waren. Der sehr auffällige Lapierre mit viel Speed Richtung Tor, scheiterte jedoch an Stepanek. Aber Austin Ortega war für den Rebound zur Stelle und netzte zum 4:3 ein (39.). Daher gingen nun also die Eisbären mit einer Pausenführung in die Kabine.

Sean Backman versucht vor dem Tor von Pardubice-Goalie Stepanek den Puck gefährlich abzufälschen. (Foto: eisbaerlin.de/walker und jasmin)

3. Drittel:

Und im Schlussdrittel sorgte Kapitän André Rankel früh für einen Zwei-Tore-Abstand, als er ein Zuspiel von PC Labrie erfolgreich verwertete – 5:3 (44.).
Während die Eisbären-Fans sich auf den Rängen bereits auf die neue Saison einstimmten und gegen jeden Konkurrenten aus der DEL einen Gesang anstimmten, verteidigten die Eisbären auf dem Eis ihre Führung sehr stark. Pardubice versuchte es zwar immer wieder, aber die Defensive der Eisbären leistete eine gute Arbeit.
Was aber nicht so gut war, war die Defensivarbeit in eigener Überzahl. Denn da sollte es im Schlussdrittel den zweiten Gegentreffer mit einem Mann mehr auf dem Eis geben. Martin Latal kam über links ins Angriffsdrittel, zog ab und Scheibe schlug rechts oben im Berliner Tor ein – 5:4 (55.).
Es kam also doch nochmal Spannung im „Welli“ auf, aber Pardubice gelang der Ausgleich nicht mehr. Dagegen hätten die Eisbären beinahe noch das halbe Dutzend voll gemacht, aber Austin Ortega traf nur den Pfosten. Am Ende blieb es also beim 5:4-Heimsieg.

Und der war das Ergebnis einer harten Arbeit, welche die Jungs da auf dem Eis verrichten mussten. Pardubice verlangte den Berlinern alles ab, das Spiel war für ein Testspiel doch äußerst hart und ruppig geführt, beide Teams schenkten sich nichts und boten den Zuschauern somit 60 hochinteressante Minuten, in denen die Eisbären Licht und Schatten zeigten. Im Spiel unterliefen den Berlinern doch noch der ein oder andere Fehlpass, das dürfte Trainer Serge Aubin nicht gefallen haben. Zwei Gegentore bei eigener Überzahl haben ihm natürlich auch nicht gefallen, wie er nach dem Spiel im Interview sagte. Und Marcel Noebels brachte es auf den Punkt, als er sagte, dass das Powerplay gut und gleichzeitig aber auch schlecht war.
Was Serge Aubin allerdings schon durchblitzen ließ, war der Fakt, dass er an den Reihen für das Wolfsburg-Spiel am Sonntagnachmittag in Halle nichts verändern wird, man will jetzt so langsam Konstanz in die Reihen rein bekommen.

Statistiken:

Maxim Lapierre = 1 Tor/1 Assist

Austin Ortega = 1 Tor

André Rankel = 1 Tor

Sean Backman = 1 Tor

Louis-Marc Aubry = 1 Tor

PC Labrie = 1 Assist

Ryan McKiernan = 1 Assist

Lukas Reichel = 1 Assist

Marcel Noebels = 1 Assist

James Sheppard = 1 Assist

Kai Wissmann = 1 Assist

Constantin Braun = 1 Assist