2:1 n.V. in Augsburg: Goalie Kevin Poulin führt die Eisbären zum zweiten Sieg am Wochenende

Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Spiel an diesem Wochenende gewonnen. Bei den Augsburger Panthern setzten sich die Hauptstädter in einer von vielen Strafzeiten geprägten Partie mit 2:1 n.V. (0:0,1:0,0:1/1:0) durch und machten somit das Fünf-Punkte-Wochenende perfekt. Matchwinner war neben Siegtorschütze Colin Smith der neue Goalie Kevin Poulin, der ein ums andere Mal stark parierte und den Berlinern somit am Ende zu zwei Punkten verhalf.

Zum 97. Mal hieß es am Sonntagabend in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Augsburger Panther gegen die Eisbären Berlin. Und es sollte eine Partie werden, die sehr lange gehen sollte, nicht hochklassig war und doch viel Gesprächsstoff lieferte. Jamie MacQueen kam bereits nach 32 Sekunden zur ersten guten Chance per Bauerntrick, aber Olivier Roy parierte diesen Schuss.
Doch auch Augsburg war von Beginn an Richtung Eisbären-Tor orientiert und suchte auch immer wieder den Abschluss. So probierte es Jaroslav Hafenrichter von der linken Seite, Kevin Poulin parierte den Schuss, Marco Sternheimer setzte nach und nahm den Puck aus der Luft, auch hier war Poulin zur Stelle.
Sieben Minuten waren gespielt, als Augsburg ein Bully vorm Berliner Tor hatte, aber es waren die Gäste, die einen 4-auf-2-Angriff fuhren, an deren Ende Micki DuPont zum Abschluss kam, doch in Roy seinen Meister fand.
Das erste Drittel war davon geprägt, dass es schnell hin und her ging, beide Teams immer den Abschluss suchten, doch so eine richtig hundertprozentige Chance suchte man meist doch vergeblich.
Zudem entwickelte sich ab dem ersten Drittel fast schon ein Privatduell zwischen Matt White und Kevin Poulin, an deren Ende der Berliner Goalie stets als Sieger hervor ging.
Torlos endete das erste Drittel und doch hatten die Eisbären zwei Volltreffer zu vermelden. Allerdings keine schönen, denn bei einer Unterzahl landete die Scheibe direkt in Jason Jaspers Gesicht, welcher auf der Spielerbank saß. Für Jaspers war die Partie anschließend vorbei. Und bei eigener Überzahl zog Micki DuPont ab, traf aber Jamie MacQueen, welcher daraufhin zu Boden ging, aber anschließend weiterspielen konnte.
Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann war mit dem ersten Drittel nicht zufrieden, wie er in der ersten Pause am Mikrofon von Telekom Sport sagte:

Es ist von uns nicht das beste Spiel. Wir können mehr. Ich hoffe, wir setzen das im zweiten Drittel um.

Das Mitteldrittel begannen die Berliner aber erst einmal noch in doppelter Unterzahl, doch diese überstanden sie schadlos. Ansonsten war nicht viel anders als noch im ersten Drittel. Viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau auf beiden Seiten, viele Schüsse Richtung Tor, aber keine so richtig hochkarätige Chance dabei.
26 Minuten waren gespielt, als Micki DuPont die Scheibe einfach mal auf das Tor brachte und dort rutsche sie Roy durch und trudelte ganz langsam Richtung Torlinie, überquerte diese ganz kurz, was die beiden Hauptschiedsrichter Iwert und Rantala bei Ansicht des Videobeweises auch sahen. Folgerichtig gaben sie den Treffer und die Eisbären lagen mit 1:0 vorne.
Fortan wurde die Partie immer zerfahrener, beide Mannschaften gerieten immer wieder aneinander und kassierten so Strafe um Strafe. Schön anzusehen war die Partie im fast eine Stunde dauernden Mitteldrittel nur ganz selten. Die Spieler gaben sich förmlich die Klinke auf der Strafbank in die Hand, die Verantwortlichen der Kühlbox hatten jede Menge zu notieren. Nicht jede Entscheidung der Schiedsrichter war am Ende nachzuvollziehen, allen voran die Strafe gegen Scott Valentine nach einem sehr harten Check gegen Jens Baxmann, für den er nur zwei Minuten wegen Behinderung (!) bekam.
Eishockey wurde auch noch etwas gespielt und beide Mannschaften hatten auch nochmal Chancen, aber Tore sollten keine weiteren fallen, weshalb Berlin nach 40 Minuten mit 1:0 im Curt-Frenzel-Stadion vorne lag.

Das letzte Drittel begann Augsburg ebenfalls in Überzahl und da hatten die Hausherren gleich mal eine Riesenchance zum Ausgleich, doch Kevin Poulin machte sich lang und parierte die Augsburger Direktabnahme.
Es sollte das achte Powerplay (!) des AEV folgen und da folgte der große Auftritt von Simon Sezemsky, welcher es zweimal von der blauen Linie versuchte. Den ersten Schuss konnte Poulin noch parieren, beim zweiten Onetimer war er aber machtlos gewesen – 1:1 (45.).
Zwei Minuten später hätte Sean Backman die Berliner beinahe wieder in Front gebracht, als er frei vor Roy auftauchte, am Augsburger Goalie jedoch scheiterte.
Das Spiel ging weiter hin und her und das Privatduell zwischen White und Poulin setzte sich auch im Schlussdrittel fort. Matt White probierte es einmal, scheiterte am Goalie, beim zweiten Versuch wurde er vorher von Sean Backman zu Fall gebracht. Die Hausherren also mit einem Powerplay, doch in diesem hatten die Berliner durch André Rankel und Florian Kettemer zwei gute Möglichkeiten.
In den letzten Minuten noch einmal Augsburg in Überzahl und dieses Mal fanden sie ihre Formation und hatten drei, vier richtig gute Chancen, doch Kevin Poulin entnervte die Panther-Spieler ein ums andere Mal und parierte dabei einmal sogar richtig sensationell.
Dank Poulin ging es beim Stand von 1:1 in die Verlängerung. Beide Mannschaften sicherten sich also einen Punkt.

Und in dieser beide Teams mit je zwei guten Chancen durch David Stieler und Scott Valentine (Augsburg) bzw. André Rankel und Florian Kettemer (Berlin). Letzterer bekam noch einen weiteren Auftritt. Nach 63:30 Minuten passte Kettemer die Scheibe im Slot quer rüber zu Colin Smith, welcher die Scheibe annahm und sie dann in den Winkel schlenzte – 2:1 (64.).

Somit entschieden die Eisbären also dieses Auswärtsspiel in Augsburg für sich. Ein Spiel, was mal wieder bewies, dass die Eisbären deutlich zu viele Strafzeiten nehmen. Zum Glück konnte Augsburg, immerhin das beste Powerplay der letzten Saison, nur eine Überzahl nutzen. Aber das war auch ein Verdienst vom neuen Goalie Kevin Poulin, welcher heute richtig stark hielt und den Eisbären somit zum Sieg verhalf. Spätestens heute sollte Poulin auch die letzten Kritiker von seinem Transfer überzeugt haben. Kevin Poulin hat erst zwei Spiele für die Eisbären gemacht. Beide haben die Berliner gewonnen und heute avancierte er gleich einmal zum Matchwinner mit zahlreichen guten Paraden. Daruf lässt sich aufbauen und in den nächsten Wochen anknüpfen.