6:2 – Eisbären-Gala in Augsburg

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Die Eisbären Berlin haben am Sonntagnachmittag ihren fünften Sieg in Folge und ihren zweiten Sieg unter der Leitung des neuen Trainers Uwe Krupp eingefahren. Vor 6.002 Zuschauern im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern mit 6:2 (2:0, 4:1, 0:1). Die Eisbären waren im Vergleich zu den letzten Wochen überhaupt nicht wieder zu erkennen, sprühten nur so vor Spielfreude und zeigten ihre beste Saisonleistung. Rund 800 EHC-Fans feierten die Mannschaft deshalb noch minutenlang nach dem Spiel im Gästeblock. Doch nicht nur die Mannschaft wurde gefeiert, nein, auch der neue Chefcoach Uwe Krupp wurde immer wieder mit „Uwe-Krupp-Sprechchören“ gefeiert. Wer hätte das vor kurzem noch gedacht, dass die Fanszene der Eisbären Berlin irgendwann mal den ehemaligen Haie-Coach feiern würde. Aber der ehemalige Bundestrainer hat der Mannschaft neues Selbstvertrauen gegeben und diese scheint sein Konzept bisher bestens umzusetzen.

Endlich angekommen. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Endlich angekommen. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Gestern morgen gegen 6:00 Uhr hatten sich 650 Eisbären-Fans am Bahnhof Lichtenberg getroffen, um gegen 7:00 Uhr mit dem Sonderzug nach Augsburg zu reisen. Eine rund siebeneinhalb Stunden lange Fahrt lag vor uns, dennoch war die Stimmung im Zug bestens und wurde mit zunehmender Fahrtzeit immer besser. Was sicherlich auch an dem einen oder anderen alkoholischen Getränk lag. Um kurz vor 14:30 Uhr waren wir dann endlich angekommen am Augsburger Hauptbahnhof, wo wir bereits freundlich von der Polizei begrüßt wurden. Und im Vergleich zum Sonderzug nach Iserlohn Anfang des Jahres ging diesmal alles ganz friedlich ab. Es gab keine besonderen Vorfälle, alle Fans hatten sich relativ schnell auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes versammelt und marschierten dann gemeinsam unter dem Begleitschutz der Polizei Richtung Curt-Frenzel-Stadion. Auf dem Weg dorthin wurden Fangesänge angestimmt und damit zogen wir die Blicke der Augsburger auf uns, die sichtlich ihren Spaß an uns hatten. Und selbst die Polizei musste immer wieder mal lächeln. Genau so machen Sonderzüge Spaß, alle benehmen sich und marschieren gut gelaunt zur Halle und auch die Polizei hat sich super verhalten.

Als wir dann am Curt-Frenzel-Stadion angekommen waren, ging es hinein in den Gästeblock, welcher das

Ein Blick vom Gästeblock aus ins Curt-Frenzel-Stadion.(Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Ein Blick vom Gästeblock aus ins Curt-Frenzel-Stadion.(Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Auswärtsspiel letztendlich zu einem Heimspiel gemacht hat. Insgesamt rund 800 EHC-Fans sorgten für eine klasse Stimmung. Diese hat letztendlich wohl auch die Mannschaft noch einmal gepusht, denn die brannte danach ein wahres Feuerwerk ab.

Hinein ins Spiel. Nach gerade einmal 30 Sekunden gab es für die Hausherren die erste Strafzeit, die Eisbären also früh mit ihrem ersten Powerplay des Spiels. Und dieses zogen sie auch recht gut auf und setzten sich im Augsburger Drittel fest, doch zum Erfolg hatte dieses Überzahlspiel leider noch nicht geführt.
Danach entwickelte sich in den ersten zehn Minuten ein schnelles Spiel, in dem es hin und her ging. Beide Mannschaften kamen immer wieder zum Abschluss, doch die beiden Torhüter Markus Keller (Augsburg) und Mathias Niederberger (Berlin) hatten mit den Schüssen wenig Probleme.
Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Eisbären stärker und auch der Druck der Berliner nahm zu. Sie überbrückten immer wieder schnell die neutrale Zone und sorgten dann für Gefahr vor dem Augsburger Tor. Und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das 1:0 fallen sollte. Und das fiel dann auch in der 17. Spielminute. Torjäger Petr Pohl hatte abgezogen, Florian Busch nahm Markus Keller die Sicht und schon zappelte der Puck im Augsburger Tor – 1:0 für die Eisbären.

Spielszene. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Spielszene. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Eine gute Minute vor dem Ende des ersten Drittels gab es noch einmal eine Strafzeit gegen Augsburg und das darauf folgende Powerplay konnten die Eisbären nutzen. Zwölf Sekunden vor der Pausensirene zappelte die Scheibe im Netz. Torschütze war Casey Borer gewesen. Das erste Saisontor des Verteidigers. Uwe Krupp hat anscheinend auch ihm ordentlich Selbstvertrauen gegeben. Mit einer beruhigenden 2:0-Führung ging es also in die erste Drittelpause.

Schwungvoll kamen die Eisbären aus der Kabine. Sofort setzten sie die Panther wieder unter Druck und fast folgerichtig konnten sie dann auch erhöhen. Matt Foy erzielte in der 24. Spielminute das 3:0 für die Eisbären.
Aber nur 50 Sekunden später gab es ein erstes Lebenszeichen der Gastgeber. Gewühl vor dem Berliner Tor und plötzlich lag die Scheibe im Netz. Die beiden Hauptschiedsrichter Simon Aicher und Gordon Schukies gaben nach Ansicht des Videobweises den Treffer. Ivan Ciernik war der Torschütze gewesen – 3:1 (24.).
Störte die Eisbären aber reichlich wenig. Die erhöhten einfach mal kurz das Tempo und stellten prompt den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Henry Haase sorgte für das 4:1 nur eine Minute nach dem Augsburger Anschlusstreffer (25.).
Die Augsburger hatten kurz darauf ein Powerplay, in welchem T.J. Trevelyan alleine auf Mathias Niederberger zu

Die Augsburger mal im Angriff. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Die Augsburger mal im Angriff. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

lief. Doch der Berliner Goalie behielt in dieser Situation die Nerven und parierte den Schuss des Augsburger Stürmers. Kurze Zeit später die Panther noch mal mit einem Powerplay, auch da konnten sie für Gefahr sorgen, aber zum Torerfolg reichte es dennoch nicht.
Danach zogen die Eisbären das Tempo mal wieder kurz an und ließen den Hausherren keine Chance. Innerhalb von 31 Sekunden machten die Eisbären den Deckel auf diese Partie drauf. Zunächst war es Marcel Noebels gewesen, der sich den Puck eroberte und im Tor versenkt hatte – 5:1 (35.). Nur wenige Sekunden später lief Darin Olver auf das Augsburger Tor zu, der Augsburger Verteidiger Jeff Woywitka konnte ihn nur per Stockschlag stoppen und die beiden Hauptschiedsrichter entschieden folgerichtig auf Penalty. Diesen verwandelte Darin Olver eiskalt – 6:1 (35.).
Augsburg wirkte nun in einigen Szenen völlig überfordert, die Eisbären hingegen kamen nun so richtig in Spielfreude und zeigten tolle Kombinationen und belohnten sich letztendlich mit Toren. Und wir Fans waren so begeistert, dass die ersten „Uwe-Krupp-Gesänge“ durch das Curt-Frenzel-Stadion schallten.
Mit einer souveränen 6:1-Führung für die Eisbären Berlin ging es in die zweite Drittelpause.

Klasse Aktion der Mannschaft nach dem Spiel, als sie mit den Sonderzug-Schals noch einmal auf das Eis gekommen sind, um sich für unsere Unterstützung zu bedanken. Ganz großes Kino!!! (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Klasse Aktion der Mannschaft nach dem Spiel, als sie mit den Sonderzug-Schals noch einmal auf das Eis gekommen sind, um sich für unsere Unterstützung zu bedanken. Ganz großes Kino!!! (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Im letzten Drittel kassierten die Eisbären dann relativ früh eine Strafzeit. Das Powerplay nutzten die Augsburger durch Ex-Eisbär Daniel Weiß aus, der zum 2:6 aus Augsburger Sicht traf (44.).
Danach passierte eigentlich nicht mehr viel. Die Augsburger waren zwar durchaus bemüht, hier noch etwas am Ergebnis zu ändern, doch die Defensive der Eisbären stand sehr kompakt und sicher und ließ nicht mehr viele Abschlüsse zu. Und wenn doch einmal ein Schuss auf das Tor kam, stand da ja noch Mathias Niederberger, der einmal mehr sein Können unter Beweis stellte.
Die Eisbären zeigten nach vorne nun nicht mehr so viel. Wer wollte es ihnen verübeln, schließlich führten sie ja mit 6:2 und so konzentrierten sie sich verständlicherweise auf die Defensive und brachten das 6:2 souverän über die Zeit.

Die Eisbären wirkten wie ausgewechselt. Die Mannschaft trat wieder als solche auf, zeigte Laufbereitschaft und Kampfgeist, gab kaum einen Puck verloren. In der Defensive steht man viel sicherer und leistet sich nicht mehr so viele Fehler. Augsburg hatte gestern überhaupt kein Mittel gegen die kompakte Defensive der Eisbären gefunden und wirkte vor allem im zweiten Drittel teilweise überfordert mit den Berlinern. Die Eisbären scheinen unter der Regie von Uwe Krupp zurück zu alter Stärke zu finden. Das lässt für die Zukunft hoffen.

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