4:3 n.P. gegen Stockholm: Petr Pohl schießt die Eisbären zum ersten CHL-Sieg

logo_WBN_1415Ausgabe #3:

125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svgDie Eisbären Berlin haben am Sonntagnachmittag ihren ersten Sieg in der diesjährigen Champions Hockey League (CHL) eingefahren. Vor 5660 Zuschauern in der stimmungsvollen Arena am Ostbahnhof setzten sich die Berliner knapp mit 4:3 n.P. (1:1, 1:1, 1:1/ 0:0, 1:0) gegen Djurgarden Stockholm durch. Der DEL-Rekordmeister nahm somit erfolgreich Revanche für die knappe 2:3-Niederlage am Freitagabend in Stockholm. Und diesen Sieg haben sich unsere Jungs auch durchaus verdient. Denn im Vergleich zum Freitagspiel schafften sie es heute fast über die gesamte Spielzeit kämpferisch zu überzeugen. Man hatte nie das Gefühl, dass die Jungs jetzt wieder eine Schwächephase haben sondern man hatte immer das Gefühl, dass die Eisbären sehr gut dagegen hielten und Stockholm meistens auch dominierten.

Für die Partie in der O2 World gegen den 16-maligen schwedischen Rekordmeister standen Verteidiger Casey Borer (Fuß) sowie die Stürmer Laurin Braun (Rücken) und Mark Bell (gesperrt) nicht zur Verfügung. Chefcoach Jeff Tomlinson nahm dafür noch den jungen Verteidiger Jonas Müller mit in den Kader und spielte so mit drei vollen Reihen und einer drei Mann starken vierten Reihe. Im Tor stand wie auch am Freitag Stammgoalie Petri Vehanen.

Der schwedische Goalie Mikael Tellqvist hat gerade einen Schuss der Eisbären pariert. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Der schwedische Goalie Mikael Tellqvist hat gerade einen Schuss der Eisbären pariert. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Gleich zu Beginn des Spiels hatten die Hausherren wieder einmal die Möglichkeit in Überzahl zu agieren. Doch wie bereits am Freitag in Schweden war dieses Überzahlspiel überhaupt nicht gefährlich. Djurgardens Defensive hatte damit überhaupt keine Probleme und konnte sich immer wieder befreien. So ließen die Berliner also relativ früh im Spiel die große Chance zur schnellen Führung liegen.
Fortan bestimmten beide Defensivreihen das Spiel, Torchancen waren daher in der Anfangsphase kaum zu verzeichnen. Erst nach gut fünf Minuten konnten sich dann auch erstmals die Goalies Petri Vehanen (Berlin) und Mikael Tellqvist (Stockholm) auszeichnen.
Nach acht Minuten ertönte erstmals die Torsirene in der Arena, denn die Eisbären hatten den ersten Treffer des Spiels erzielt. Florian Busch hatte den Puck Richtung Tor gebracht, wo ihn Matt Foy weiterleitete zu Petr Pohl und der Tscheche schoß den Puck mühelos zum 1:0 ein (8.).
Danach war es ein munteres Spielchen, welches hin und her ging. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive. Und Djurgarden konnte letztendlich auch zurückschlagen. 14 Minuten waren gespielt, als den Schweden der Ausgleich gelang. Erik Nyström setzte sich klasse durch und brachte Joakim Eriksson in Position, welcher Vehanen keine Chance ließ – 1:1 (14.).
Nur gut zwei Minuten später hätten die Berliner beinahe wieder jubeln können, doch ein Schuss von Florian Busch prallte am Pfosten ab.
Mehr sollte dann im Auftaktdrittel nicht mehr passieren und somit ging es beim Stand von 1:1 in die Kabinen.

Petri Vehanen lieferte wieder eine klasse Partie ab und zeigte einige bärenstarke Saves. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Ins Mitteldrittel kamen die Eisbären besser hinein. André Rankel und Frank Hördler prüften gleich einmal Djurgardens Keeper, doch erfolgreich waren die beiden Berliner bei ihren Versuchen nicht. Djurgarden selbst zeigte sich auch in der Offensive, war aber auch nicht erfolgreich gewesen.
Mitte des zweiten Drittels hatten dann die Eisbären Glück. Marcus Sörensen kam zum Schuss und traf dabei nur den Pfosten. Der Puck prallte zurück ins Spiel, wo ein weiterer Djurgarden-Spieler zum Abschluss kam, jedoch am überragend haltenden Petri Vehanen scheiterte. Sörensen bekam direkt im Anschluss an diese Aktion eine Strafe und somit hatten die Eisbären also ein Überzahlspiel. Und dieses nutzten die Hausherren schnell aus. Über Barry Tallackson und Petr Pohl kam die Scheibe zu Frank Hördler an die blaue Linie. Der Eisbären-Verteidiger nahm den Puck direkt, sein Hammer fand den Weg ins Tor und so lagen die Eisbären wieder in Front – 2:1 (32.).
Knapp drei Minuten vor Ende des zweiten Drittels konnte Petri Vehanen wieder seine ganze Klasse zeigen. Erik Nyström tauchte alleine vor Vehanen auf, doch der ließ dem schwedischen Angreifer keine Chance und parierte seinen Schuss sicher.
47 Sekunden vor der zweiten Drittelpause war dann aber auch der finnische Torhüter machtlos. Diesmal war Djurgarden in Überzahl, Alexander Deilert brachte den Puck Richtung Tor, wo ihn Markus Ljungh weiter spielte zu Henrik Eriksson, welcher letztendlich zum Ausgleich einnetzen konnte – 2:2 (40.).
Somit stand es also auch nach 40 Minuten in der Berliner O2 World unentschieden.

Das letzte Drittel begannen die Gäste in Überzahl, da Henry Haase kurz vor dem Ende des Mitteldrittels noch zwei Minuten wegen unkorrekten Körperangriffes bekam. Djurgarden nutzte auch dieses Powerplay aus. 27 Sekunden waren im Schlussdrittel gespielt, als Alexander Deilert den Puck zur erstmaligen Stockholmer Führung ins Tor schlenzte – 2:3 (41.).
Die Eisbären waren von diesem Gegentreffer nur kurz geschockt, schüttelten sich kurz und nahmen dann wieder volle Fahrt auf und marschierten Richtung Stockholmer Tor. Barry Tallackson, Florian Busch, T.J. Mulock, Matt Foy, Jimmy Sharrow und André Rankel kamen zu Chancen, welche jedoch leider nicht zum Torerfolg führten.
Djurgarden kam dann auch mal wieder zu Chancen, doch auch die Gäste konnten aus ihren Chancen nichts machen.

Die Eisbären im Angriff, der Puck geht knapp am Tor vorbei. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Die Eisbären im Angriff, der Puck geht knapp am Tor vorbei. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Rund zehn Minuten vor dem Ende gab es dann aber endlich wieder Grund zum Jubeln für die Eisbären-Fans in der Arena am Ostbahnhof. Julian Talbot brachte den Puck vor das Tor, wo der heute enorm stark aufspielende Petr Pohl stand und Tellqvist keine Chance ließ – 3:3 (51.).
Die Eisbären fortan noch einmal mit einer ordentlichen Drangphase, doch leider wollte der entscheidende Treffer in der regulären Spielzeit nicht mehr fallen. Somit ging es also beim Stand von 3:3 in die Verlängerung.

In dieser hatte Marcus Ljungh die große Chance zur Entscheidung, doch sein Schuss wurde von Petri Vehanen an den Pfosten gelenkt. Die Verlängerung war zu Ende und trotzdem gab es noch einmal große Aufregung. Alexander Falk hatte einen Eisbären-Spieler gegen den Kopf gecheckt und daraufhin noch einmal eine kleine Rauferei ausgelöst. Falk bekam folgerichtig eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich.

Im Penaltyschießen wurde dann Petr Pohl endgültig zum Matchwinner. Der Tscheche verwandelte den ersten Penalty der Eisbären. Bei Djurgarden hatten alle Spieler vergeben oder scheiterten besser gesagt an Petri Vehanen, welcher so ebenfalls zum Matchwinner avancierte. Neben Pohl traf auch noch Matt Foy für die Berliner im Penalytschießen, welche sich somit den Zusatzpunkt sicherten.

Den Sieg haben sich die Eisbären Berlin absolut verdient. Sie nahmen heute den Kampf an und waren über weite Strecken des Spiels sogar die bessere Mannschaft. Hinten standen die Eisbären wesentlich sicherer als noch am Freitag. Wenn Stockholm doch einmal durch kam, war Petri Vehanen zur Stelle. Der Finne heute wieder mit einigen bärenstarken Saves. Und vorne lief einer zur Höchstform auf. Petr Pohl lieferte eine klasse Partie ab, war an allen Treffern der Eisbären beteiligt und wurde somit zum Matchwinner. Bereits jetzt kann man schon sagen, dass alle drei Neuzugänge – Petri Vehanen, Mathias Niederberger und Petr Pohl – eine klare Verstärkung für die Eisbären sind. An den drei Spielern werden wir in dieser Saison jede Menge Spaß haben.

Statistik:

Eisbären Berlin vs. Djurgarden Stockholm 4:3 n.P. (1:1, 1:1, 1:1/ 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 Petr Pohl (8.), 1:1 1:1 Joakim Eriksson (14.), 2:1 Frank Hördler (32./PP), 2:2 Henrik Eriksson (40./PP), 2:3 Alexander Deilert (41./PP), 3:3 Petr Pohl (51.), 4:3 Petr Pohl (65./Penalty)

Strafen: Berlin 10 – Stockholm 15