2:0-Auswärtssieg in Krefeld: Eisbären holen drei wichtige Punkte und bauen Vorsprung auf Bremerhaven aus

So kann man aus der Länderspielpause kommen: Die Eisbären Berlin haben den Hauptrunden-Endspurt mit einem Sieg begonnen. Bei den Krefeld Pinguinen setzte sich der Hauptstadtclub vor 4.993 Zuschauern in der YAYLA Arena mit 2:0 (1:0,1:0,0:0) durch und holte somit drei wichtige Punkte im Kampf um Platz Vier. Ein sehr souveräner und solider Auftritt genügte, um die Punkte aus der Seidenstadt zu entführen. Allerdings gab es auch einen großen Chancenwucher, weshalb der Sieg auf jeden Fall auch hätte höher ausfallen können. 

Eisbären-Coach Serge Aubin musste auf Constantin Braun verzichten, konnte dafür aber auf Louis-Marc Aubry zurückgreifen. Im Tor vertraute er wieder Justin Pogge, welcher heute seinen ersten Shutout in der DEL feiern sollte.

Es war das Duell des besten Top-Scorers der Liga, Chad Costello (46 Scorerpunkte), gegen den drittbesten Scorer, Marcel Noebels (42). Und der Respekt beider Spieler vorm jeweils anderen waren groß. So sagte Costello über Noebels zum Beispiel:

Er ist sehr gefährlich, ein sehr großer und robuster Spieler. Wir wollen ihn heute aus dem Scoreboard raushalten.

Und Noebels über Costello:

Er hat die letzten Jahre seinen Platz in den Top-10 gefunden. Er ist eiskalt vor dem Tor und hat ein gutes Auge für seine Mitspieler. Wir wollen ihn heute aus dem Spiel nehmen.

Foto: ela on tour

Nun aber hinein ins Spiel. Krefeld war von Beginn an hellwach und hatte schon in der ersten Minute die dicke Chance zum 1:0, aber die Scheibe ging nur an den Pfosten. Die Seidenstädter mit einem sehr schwungvollen Beginn. Die Erleichterung über die Rettung des Traditionsvereins war den Spielern sichtlich anzumerken, sie spielten befreit auf.
Nach drei Minuten bot sich den Hausherren schon die erste Chance in Überzahl zu agieren. Eine Disziplin, wo es in den letzten beiden Spielen mit vier Toren sehr gut beim KEV lief. Auch in diesem Überzahlspiel hatte man zwei, drei gefährliche Schüsse, aber mehr war es am Ende dann auch nicht.
Fünf Minuten waren gespielt, als es erneut „Peng“ am Berliner Gestänge machte, Garrett Noonan hatte abgezogen. Kurz darauf das erste Powerplay für die Berliner, welches aber nicht wirklich für Gefahr sorgte.
Dennoch kamen die Eisbären fortan besser ins Spiel, mussten aber erneut in Unterzahl ran, nachdem Kapitän André Rankel für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Dort aber hatten die Eisbären eine gute Chance, als Maxim Lapierre und Landon Ferraro einen 2-auf-1-Angriff fuhren, Lapierre sich für den Abschluss entschied und damit an Oskar Östlund scheiterte.
Je länger das Auftaktdrittel dauerte, desto mehr drückten die Berliner dem Spiel ihren Stempel auf. Es folgte eine Drangphase zwischen der 12. und 13. Minute, nach dieser fiel dann auch der Führungstreffer. Krefeld bekam den Puck im Slot nicht weg, KEV-Verteidiger Alex Trivellato legte den Puck direkt auf die Kelle von Sebastian Streu und der zog eiskalt ab – 1:0 (13.). Das vierte Saisontor des Youngsters.
Auch danach die Gäste von der Spree weiterhin offensiv ausgerichtet, standen hinten sehr kompakt und ließen kaum noch etwas vom KEV zu. Die Hausherren wären kurz vor der ersten Pause dann aber beinahe noch zum Ausgleich gekommen, aber Top-Scorer Chad Costello bekam die Scheibe vor dem Tor nicht richtig unter Kontrolle und so wurde es nur halb gefährlich für die Eisbären, welche die 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause nahmen.
Ex-Eisbär Laurin Braun mit seinem Statement zum ersten Drittel bei Magenta Sport:

Wir sind gut rein gekommen, haben dann aber den Faden verloren und uns einlullen lassen. Dadurch haben wir dann das Tor bekommen.

Im zweiten Drittel gehörte die erste gefährliche Szene den Gästen, als Rückkehrer Aubry von rechts

Foto: ela on tour

scharf vor das Tor passte, Landon Ferraro die Kelle hin hielt, aber an Östlund scheiterte. Krefeld kam zum ersten Abschluss nach einem Puckverlust der Eisbären im eigenen Drittel. Und im kurz darauf folgenden Powerplay hatte Vincent Saponari die dicke Chance, aber er scheiterte mit seinem Versuch aus dem Slot an Justin Pogge.
Von nun an hatten die Gäste aus der Hauptstadt das Geschehen komplett im Griff, hielten das Spiel vom eigenen Tor fern, setzten vorne immer wieder Akzente und hatten gute Chancen. Einzig an der Chancenverwertung mangelte es. Aber doch sollte das 2:0 fallen. KEV-Goalie Oskar Östlund konnte einen Schuss nur prallen lassen, Kapitän André Rankel schaltete am schnellsten und erhöhte auf 2:0 (34.).
Es ging anschließend weiterhin nur in eine Richtung, die Eisbären hatten die Zügel fest in der Hand. Krefeld kam einfach nicht hinein ins Spiel und so dominierten die Eisbären mit 21:4-Torschüssen das Mitteldrittel mehr als deutlich. Und kurz vor der zweiten Pause hätte Austin Ortega bei einem 3-auf-1-Konter beinahe noch das 3:0 erzielt, aber sein Schuss landete am Pfosten. So blieb es also beim 2:0 nach 40 Minuten.
Torschütze André Rankel mit seinem Statement nach dem zweiten Drittel im Interview bei Magenta Sport:

Wir haben das Spiel momentan unter Kontrolle. Wir müssen weiter geradlinig spielen, nicht zu verspielt sein. Sie warten auf Fehler von uns und Konter, die dürfen wir ihnen nicht geben. Wir müssen im letzten Drittel unsere Chancen nutzen und körperlich zulegen.

Foto: ela on tour

Im letzten Drittel sollte sich am Spielverlauf auch nichts mehr ändern. Krefeld tat sich weiter schwer und wenn sie mal zu Chancen kamen, vergaben sie diese kläglich. So geschehen in Minute 44, als Kai Hospelt bei einem Konter des KEV zum Abschluss kam, aber knapp am Tor vorbei schoss.
Die Eisbären anschließend mit einem Powerplay, aber da wurde es nur einmal gefährlich, ansonsten kamen die Pässe nicht an. Gefährlich wurde es dann aber noch einmal Mitte des letzten Drittels nach einem Scheibenverlust der Pinguine im eigenen Drittel. Landon Ferraro und Austin Ortega scheiterten aber an Oskar Östlund.
Danach plätscherte das Spiel nur noch so vor sich hin. Die Krefelder konnten nicht und die Eisbären mussten nicht unbedingt etwas für das Spiel tun. Ein weiteres Powerplay vergaben die Krefelder kläglich, auf der anderen Seite vergaben Maxim Lapierre, James Sheppard und André Rankel weitere gute Möglichkeiten. Am 2:0-Sieg sollte das aber nichts mehr ändern.

Die Eisbären haben die Pflichtaufgabe in Krefeld souverän gelöst, hätten bei einer besseren Chancenverwertung auch höher gewinnen können wenn nicht sogar müssen. Aber positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass man hinten sehr kompakt stand und kaum etwas zu ließ, das Spiel ab Mitte des Spiels vollkommen unter Kontrolle hatte und sich Chancen erspielte. Wenn man eben etwas kritisieren muss, dann die wie bereits erwähnte

Foto: ela on tour

schlechte Chancenverwertung und auch wieder das schlechte Powerplay, welches im Hinblick auf die Playoffs definitiv besser werden muss. Da kann es spielentscheidend sein.
Aber eins war dennoch zu sehen, was im Vergleich zur Vergangenheit schon besser war: Man nahm ein vermeintlich schwachen Gegner nicht auf die leichte Schulter, spielte konzentriert und hielt sich an den Gameplan. Den Schwung aus diesem Spiel kann man nun mit in das wichtigste Spiel des Wochenendes nehmen, denn am Sonntagmittag geht es bekanntlich gegen den Erzrivalen Adler Mannheim und um weitere wichtige Punkte im Kampf um Platz Vier. Der heutige Spieltag verlief in dieser Hinsicht aus Eisbären-Sicht schon einmal perfekt, verloren doch die direkten Konkurrenten Bremerhaven und Düsseldorf, weshalb der Vorsprung auf Platz Fünf auf vier Punkte angewachsen ist.

Doch trotz des Auswärtssieges war Torschütze Sebastian Streu im Interview nach dem Spiel bei Magenta Sport nicht vollkommen zufrieden:

Wir haben die ersten 40 Minuten ganz stark gespielt. Aber in den letzten 20 Minuten haben wir aufgehört zu spielen. Wir können es auf jeden Fall viel besser. Wir haben heute nur 40 Minuten gut gespielt, aber dennoch war es ein Sieg und zwar ein sehr wichtiger. Wir wollen in den Top-4 bleiben.