Clément Jodoin: „Ich will keinen guten Club, ich will ein gutes Team“

Clément Jodoin (2. von links) und Stéphane Richer beim heutigen Fanstammtisch

Beim Fanstammtisch am Mittwochabend im Fanbogen waren der neue Co-Trainer Clément Jodoin sowie Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer zu Gast. Jodoin sprang kurzfristig für Headcoach Uwe Krupp ein, dessen Rückflug nach Berlin kurzerhand gestrichen wurde. So bekamen die Fans im gut gefüllten Fanbogen einen ersten Eindruck vom neuen Co-Trainer der Eisbären Berlin. Und aus meiner Sicht ist dieser sehr positiv. Denn man merkt sofort, dass der 65-jährige Kanadier ein absoluter Eishockey-Fachmann ist. Er zieht jeden Fan in seinen Bann, wenn er über Eishockey spricht. Man merkt, dass Eishockey für ihn sein Leben ist, wie er heute beim Stammtisch sagte. Aber er gab auch zu, dass er derzeit dabei ist, eine gewisse Balance zu finden zwischen Privatleben und Eishockey, denn das Wichtigste sei doch die Familie und Eishockey ist ein Teil seines Lebens, aber eben ein sehr wichtiger.

Wenn er sein Eishockey-Fachwissen dem Team vermitteln kann, habe ich ein sehr gutes Gefühl. Denn Clément Jodoin weiß, wovon er spricht und wenn er es schafft, dem Team diese Philosophie mit auf den Weg zu geben, können wir uns auf eine sehr tolle Saison freuen. An dessen Ende das Saisonziel „Playoffs erreichen“ für Jodoin steht:

Ich will immer gewinnen. Jedes Jahr ist es eine neue Herausforderung, mit dem Team zusammenzuarbeiten. Um zu gewinnen, braucht das Team Leader und Arbeiter, es muss eine gute Chemie herrschen. Dann hat man die Chance, Spiele zu gewinnen und die Playoffs zu erreichen. Und in den Playoffs ist bekanntermaßen alles möglich. Ich will keinen guten Club, ich will ein gutes Team. 

Man ist davon überzeugt, dass man eine schlagkräftige Truppe zusammen hat und dass man sich auch sehr gut verstärkt hat. Jedoch hat man in den nächsten Wochen noch viel Arbeit vor sich, so Sportdirektor Stéphane Richer:

Die ersten Eindrücke sind gut. Aber wir müssen die nächsten sieben Wochen richtig hart arbeiten, um die Neuzugänge zu integrieren. Wir müssen die nächsten sieben Wochen nutzen, damit das Team zusammen wächst.

Was verständlich ist angesichts von sieben Neuzugängen und neun Abgängen. Das Team hat sich stark verändert und es liegt nun am Trainerteam, welches sich ja ebenfalls stark verändert hat, daraus eine gute Mannschaft zu formen, die wieder oben angreifen kann. Ob der Kader denn auch tief genug sein, wurde Clément Jodoin gefragt:

Das ist eine Sache, die du nicht kontrollieren kannst. Wir gehen natürlich planmäßig davon aus, dass alle Spieler fit sind und dann auch spielen werden. Aber es kann immer Verletzungen geben, dass kann man nicht vorher sehen. Doch wir haben eine gute Jugendarbeit, haben gute junge Spieler, die man gut einsetzen kann und die dann viel Eiszeit bekommen, wenn wir verletzte Spieler haben.

Spricht man die jungen Spieler an, kommt man automatisch auf die beiden Back-ups Marvin Cüpper und Maximilian Franzreb zu sprechen. Stammgoalie Petri Vehanen hat ein weiteres Jahr verlängert, wird es sein letztes Jahr sein? Und wie ist der Plan mit Cüpper und Franzreb? Stéphane Richer gab dazu folgende Antwort:

Cüpper und Franzreb sind talentierte Spieler. Marvin Cüpper ist der Beste in seiner Altersgruppe. Er wird in der nächsten Saison den nächsten Schritt machen. Wir haben drei sehr gute Goalies, wir sind auf der Torhüter-Position sehr solide aufgestellt.

An diesem Abend ging es natürlich u.a. darum, was wir von den Eisbären in der neuen Saison erwarten können. Aber es wurde auch über dies und das gesprochen. So war z.B. auch folgende Aussage von Clément Jodoin sehr interessant:

Die Kinder sollen nicht wegen Ihrer Eltern Eishockey-Profi werden. Sie sollten bis zum 14. Lebensjahr drei Sportarten ausprobieren und sich dann für die Sportart entscheiden, die sie am Besten finden.

Der Abend zeigte vor allem eins, dass sowohl Jodoin als auch Richer den Eishockey-Sport leben. Für den Einen ist es das Leben (Jodoin), für den Anderen ist es die Leidenschaft (Richer). Beide können einfach nicht ohne Eishockey und das merkte man Beiden an. Jodoin und Richer versprühten Vorfreude und Euphorie auf die neue Saison, die am 08. September endlich beginnt. Nur was wir letztendlich in der neuen Saison erwarten können, dass konnten Beide natürlich noch nicht zu einhundert Prozent sagen, denn dazu stehen wir gerade erst am Beginn der Vorbereitung. Richer:

Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben gute Spieler verpflichtet. Es wird aber eine Zeit dauern, bis wir als Team zusammen wachsen. Ich glaube aber, dass wir dann eine gute Mannschaft beisammen haben.

Und Clément Jodoin sagte auf die Frage, welches Eishockey wir in Zukunft von den Eisbären sehen werden, folgendes:

Das kann ich noch nicht genau sagen, das kann ich in einem Monat vielleicht beantworten. Dazu muss ich die Spieler erst einmal alle im Training sehen. Training ist das eine, man muss es dann aber auch im Spiel umsetzen. Und wenn du Talent hast, ist es auch toll. Aber wenn du dieses Talent nicht auf das Eis bringst, dann hilft dir kein Talent der Welt.

Der Abend war sehr interessant und bot auch viele interessante Antworten, die einen mit positiver Stimmung in Richtung neuer Saison gehen lassen. Einzig eine Frage blieb an diesem Abend unbeantwortet. Denn zu Beginn des Stammtisches war sich Sportdirektor Stéphane Richer plötzlich nicht mehr sicher, wie viele Neuzugänge man denn nun eigentlich verpflichtet hatte – sieben oder acht? Man versuchte den ganzen Abend über den Namen des ominösen achten Neuzuganges heraus zu bekommen, aber weder Peter John Lee noch Stéphane Richer gaben darauf eine richtige Antwort.

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