Nach 0:2-Rückstand: Eisbären gewinnen mit 6:3 – T.J. Mulock gelingt Hattrick – Starke kämpferische Leistung unserer Jungs

logo_WBN_1314Ausgabe #10:

125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svg125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svg

Wow, was für ein Eishockey-Spiel in der Berliner O2 World. Vor allem, was für ein torreiches Spiel, war man ja in den letzten Wochen von unseren Jungs gar nicht mehr gewöhnt. Aber heute Abend scheint vielleicht der Knoten geplatzt zu sein. Mit 6:3 (1:2, 2:0, 3:1) haben die Eisbären Berlin am Freitagabend ihr Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt gewonnen. Nach nervösem Beginn fanden die Berliner ab dem zweiten Drittel immer besser ins Spiel und konnten sich am Ende dank einer starken kämpferischen Leistung über einen verdienten Heimsieg freuen. Durch diesen verbesserte man sich auf Platz Zehn in der Tabelle.

Gute Nachrichten schon vor dem ersten Bully. Die beiden angeschlagenen Verteidiger Frank Hördler und Shawn Lalonde waren rechtzeitig fit und konnten somit gegen Ingolstadt auflaufen. Dagegen fehlten weiterhin Matt Foy und Constantin Braun sowie Thomas Supis. Im Tor stand erneut Stammkeeper Rob Zepp.

Von Beginn an war den Eisbären die Verunsicherung und die Nervosität anzumerken. Man sah, dass die aktuelle Situation mit dem vorletzten Tabellenplatz nicht spurlos an der Mannschaft vorbei ging. Sie wirkten verkrampft in ihren Aktionen, zeigten kaum Gegenwehr und machten es den Gästen aus Ingolstadt zu Beginn sehr einfach, ins eigene Drittel zu kommen. Kein Spieler, der mal den Zweikampf suchte. Kein Spieler, der mal den Puck führenden Spieler angriff. Keiner, der mal Verantwortung auf dem Eis übernahm. Doch die Panther konnten die Verunsicherung der Hausherren zunächst nicht ausnutzen.
Es dauerte bis zur 12. Spielminute, ehe den Mannen von Coach Niklas Sundblad die durchaus verdiente Führung gelang. Zunächst war es Ex-Eisbär Alexander Oblinger, der Rob Zepp mit einem Rückhandschuss überwinden konnte – 0:1.
Nur zwei Minuten später klingelte es erneut im Tor von Rob Zepp. Die Panther in Überzahl, Thomas Greilinger mit einem Schlenzer in den linken Winkel und drin war der Puck – 0:2 (14.).
Die Eisbären waren nach den beiden Gegentreffer natürlich noch mehr verunsichert. Sie brauchten ein wenig, um sich von diesem Doppelschlag zu erholen und fuhren die ersten zaghaften Angriffe. Und es sollte den Hausherren tatsächlich noch gelingen, einen Treffer im ersten Drittel zu erzielen. Kapitän André Rankel schoss von der blauen Linie auf das Tor, T.J. Mulock hielt seine Kelle rein und drin war der Puck. Der 1:2-Anschlusstreffer 13 Sekunden vor der ersten Drittelpause. Ein ganz wichtiger Treffer für die Eisbären, der ihnen Schwung gab für die nächsten beiden Drittel.

Denn die Eisbären kamen wie verwandelt aus der Kabine. Auf einmal stand da eine Mannschaft auf dem Eis, die um jeden Zentimeter Eis, um jeden Puck kämpfte, die den Zweikampf suchte und die Ingolstadt mit aggressiven Forechecking immer wieder unter Druck setzte und sie gekonnt beim Spielaufbau störte. Auf einmal gaben die Eisbären keinen Puck mehr verloren und griffen die Panther schon in deren Drittel an.
Schon nach 29 Sekunden im Mitteldrittel konnte man den 2:2-Ausgleich bejubeln. Jimmy Sharrow hatte den Puck zum Tor gebracht, ERCI-Goalie Timo Pielmeier konnte nur prallen lassen und Julian Talbot nutzte den Abpraller zum Ausgleich (21.).
Und nun nahm die Partie richtig an Fahrt auf. Die Eisbären waren jetzt endlich drin in diesem Spiel und waren ein sehr ernst zunehmender Gegner für Ingolstadt. Da auch Ingolstadt so nach und nach wieder zurück zu seinem Spiel fand, wurde es nun ein Spiel auf Augenhöhe, welches jetzt rauf und runter ging. Beide Torhüter mussten immer wieder Schüsse der beiden Mannschaften abwehren. Rob Zepp im Eisbären-Tor gelang dies auch das gesamte zweite Drittel über. ERCI-Goalie Timo Pielmeier hingegen musste noch ein zweites Mal in diesem Drittel hinter sich greifen.
Es war eine Phase, in der die Hausherren nun die spielbestimmende Mannschaft waren und so dem Führungstreffer näher waren als der Gast aus Ingolstadt. T.J. Mulock sein Schuss ging noch an den Pfosten, aber 80 Sekunden später zappelte der Puck dann endlich im Gehäuse von Timo Pielmeier. Florian Busch überwand Pielmeier aus kurzer Distanz und brachte den EHC erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2 (31.).
Danach gab es noch Chancen auf beiden Seiten, doch weitere Treffer sollten keine fallen, weshalb es mit einer knappen 3:2-Führung für die Eisbären in die zweite Drittelpause ging.

Die Ansprache von ERCI-Coach Niklas Sundblad muss heftig gewesen sein, aber sie schien gewirkt zu haben. 20131025_212348[1]Denn Ingolstadt kam richtig stark aus der Kabine und übernahm sofort die Kontrolle über das Spiel. Die Eisbären standen in dieser Phase nun stark unter Druck, Rob Zepp musste mehrmals retten. Aber in der 47. Spielminute musste sich auch „Zepper“ geschlagen geben. Travis Turnbull überwand den Berliner Goalie und traf zum Ausgleich – 3:3.
Das Spiel begann also nun wieder von vorne, beide hatten nun die Möglichkeit, den Sieg und damit die drei Punkte einzufahren. Und war es in den vergangenen Wochen so, dass die Eisbären nach Gegentreffern nahezu auseinander fielen und das Spiel abschenkten, so zeigten sie sich heute von einer ganz anderen Seite. Und zwar wieder von ihrer guten Seite.
Denn sie steckten den Ausgleich sehr gut weg und versuchten nun auch wieder Akzente in der Offensive zu setzen. Und so gelang es den Hausherren, nur zwei Minuten später erneut in Führung zu gehen. Die Berliner waren in Überzahl, T.J. Mulock passte die Scheibe zu André Rankel und der Kapitän haute die Scheibe im Slot stehend ins Tor zur erneuten Führung – 4:3.
Zweieinhalb Minuten später waren es wieder die selben Protagonisten, nur diesmal in umgekehrter Reihenfolge. Denn jetzt war es André Rankel, der T.J. Mulock im Slot bediente. Und der heute überragende Mulock nahm den Puck direkt und versenkte ihn im Tor von Timo Pielmeier – 5:3 (51.). Spätestens jetzt stand die Arena am Ostbahnhof Kopf. Die Erleichterung war nun auf den Rängen zu spüren. Und auch die Spieler waren mächtig froh über die Zwei-Tore-Führung.
Ingolstadt versuchte am Ende noch einmal alles, nahm kurz vor dem Ende des Spiels eine Auszeit und Goalie Timo Pielmeier vom Eis. Doch das nutzten die Berliner zur endgültigen Entscheidung. T.J. Mulock versenkte den Puck 12 Sekunden vor der Schlusssirene im leeren Tor der Gäste und konnte sich über seinen dritten Treffer an diesem Abend freuen – 6:3. Danach war die Partie vorbei und die Eisbären waren mächtig erleichtert nach diesem Sieg. Sie konnten den Sieg nun mit den Fans feiern. Diese widerrum feierten ihre Mannschaft nach einer starken kämpferischen Leistung.

Fazit:

Die Mannschaft begann nervös, völlig verunsichert, lag schnell mit 0:2 hinten. Man musste Schlimmes befürchten, ein Heim-Debakel oder ähnliches. Aber die Jungs zeigten Moral, zeigten endlich wieder ihren Kampfgeist und bissen sich in die Partie zurück und drehten das Spiel am Ende noch um und holten so drei enorm wichtige Punkte. Zwar konnte man auch heute wieder nicht über die gesamte Spielzeit überzeugen, aber immerhin fing man diesmal schwach an und konnte sich am Ende deutlich steigern. In den letzten Wochen war es ja meist umgekehrt gewesen.
Eine Reihe muss man heute aber besonders loben. T.J. Mulock, André Rankel und Julian Talbot spielten ab dem zweiten Drittel groß auf und wurden am Ende zum Ingolstadt-Schreck. Alle drei Spieler holten heute je vier Scorerpunkte. Mulock traf dreifach und bereitete einen weiteren Treffer vor, Rankel und Talbot trafen je einmal und bereiteten drei weitere Treffer vor.
Und dann muss man auch die Stürmer heute insgesamt loben, denn alle sechs Treffer wurden von Stürmern erzielt. Die zuletzt so harmlose Offensive scheint den Schlüssel zur Gefährlichkeit wieder gefunden zu haben. Hoffen wir mal, dass sie ihre Gefährlichkeit nun beibehalten und am Sonntag nachlegen können.

Leistung vom Hauptschiedsrichter mit Note:

Hauptschiedsrichter waren Willi Schimm und Jens Steinecke. Beide zeigten eine souveräne Leistung. Es gab nur Kleinigkeiten, die man hätte anders entscheiden können. Aber insgesamt gesehen war es eine gute Leistung. Note 2+.

Fanstimmung:

Man wollte, dass die Arena heute kocht. Und man hat es auch geschafft. Die Stimmung war richtig gut. Die Mannschaft wurde von der ersten Sekunde an angefeuert. Auch, als sie mit 0:2 hinten lag, hat man die Mannschaft weiter nach allen Kräften unterstützt und so am Ende sicher auch einen kleinen Teil zum Sieg beigetragen. Wie für die Mannschaft auf dem Eis gilt auch für uns: Die Leistung müssen wir beibehalten.

Besten drei Spieler des Spiels:

1. T.J. Mulock (Eisbären Berlin/Stürmer)

2. André Rankel (Eisbären Berlin/Stürmer)

3. Julian Talbot (Eisbären Berlin/Stürmer)

Vorschau auf das nächste Heimspiel mit Tipp von mir:

Am kommenden Sonntag findet bereits das nächste Heimspiel unserer Jungs statt. Diesmal sind die Krefeld Pinguine zu Gast in der O2 World (14:30 Uhr). Die Seidenstädter sorgen auch in dieser Saison wieder für Furore mit ihren starken Auftritten. Aktuell stehen die Pinguine auf dem dritten Platz. Das wird eine enorm schwere Aufgabe für unsere Mannschaft. Man muss da genauso spielen, wie heute in den letzten 40 Minuten. Dann ist auch ein Sieg gegen Krefeld möglich. Hoffentlich sind dann mehr Zuschauer da, als heute. Denn heute waren es nur 11 200 Zuschauer. Mein Tipp: 4:3 n.V. für die Eisbären Berlin.

 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.