3:2 – Jens Baxmann entscheidet den Eis-Krimi in letzter Sekunde

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Die Play-Off-Serie zwischen den Eisbären Berlin und den Hamburg Freezers ist definitiv nichts für schwache Nerven. Die Hauptstädter setzten sich am Donnerstagabend in Spiel Fünf der Viertelfinalserie mit 3:2 (1:0, 1:0, 1:2) gegen die Hanseaten durch und können damit am Ostersamstag mit einem weiteren Sieg in Hamburg die Serie zu machen und ins Halbfinale einziehen. 13.700 Zuschauer in der erneut nicht ausverkauften O2 World sahen eine sehr spannenende und nervenaufreibende Partie, in der die Eisbären in buchstäblich letzter Sekunde das bessere Ende auf ihrer Seite hatten.

Eisbären-Coach Don Jackson musste erneut auf Dominik Bielke, Laurin Braun und Matt Foy verzichten. Dagegen kehrte Florian Busch zurück ins Team. Im Tor stand Rob Zepp.

Von der ersten Sekunde merkte man den Eisbären an, wie hoch motiviert sie waren. Was mit Sicherheit auch an der Fan-Unterstützung lag. Diese hatte ja in den ersten beiden Heimspielen gefehlt. Da lagen die Eisbären dann auch prompt mit 0:4 bzw. 0:3 nach den ersten 20 Minuten hinten. Doch das sollte heute nicht passieren. Ganz im Gegenteil. Denn dieses Mal gingen die Hausherren sehr früh in Führung. Youngster Vincent Schlenker sorgte für die 1:0-Führung der Eisbären (3.).
Dieser Treffer gab den Berliner noch mehr Selbstvertrauen und sie zeigten im ersten Drittel eine gute Leistung. Die Gäste aus Hamburg waren längst nicht so stark in der Offensive wie noch in den ersten beiden Gastspielen in Berlin. Auch für die Freezers war die Stimmung in der O2 World eine Umstellung. Doch auch die Hanseaten fingen sich schnell und hatten dann auch gute Torchancen gehabt, doch an Rob Zepp kamen sie nicht vorbei.
Viele Höhepunkte bot das Auftaktdrittel nicht, denn beide Defensivreihen waren darauf bedacht, so wenig wie möglich Fehler zu machen. So ging es dann auch beim Stand von 1:0 in die erste Drittelpause.

Im Mitteldrittel wurden die Gäste aus Hamburg wesentlich aktiver und von Minute zu Minute stärker. In diesem Drittel waren die Hanseaten eindeutig die bessere Mannschaft, doch Rob Zepp hatten es die Eisbären zu verdanken, dass es weiterhin 1:0 für Berlin stand.
Und als den Hamburgern ein Puckverklust passierte, schaltete T.J. Mulock am Schnellsten und lief alleine auf Freezers-Keeper Niklas Treutle zu. Der junge Hamburger Torhüter hatte keine Chance gehabt, Mulock überwand ihn und konnte somit auf 2:0 erhöhen (39.).
Mit diesem Spielstand ging es dann in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel war es dann ein Spiel, welches immer spannender wurde. Was auch daran lag, dass sich die Hanseaten für ihre Bemühungen belohnten. Matt Pettinger konnte für Hamburg in der 45. Minute auf 2:1 verkürzen. Dieser Treffer gab den Hamburgern neuen Mut und sie drängten nun gehörig auf den Ausgleich. Doch die Berliner Defensive stand sehr gut, blockte immer wieder die Schüsse. Wenn doch mal ein Schuss durch kam, war er eine sichere Beute vom heute sehr starken Rob Zepp im Tor der Eisbären.
Aber exakt zehn Minuten nach dem Treffer zum 2:1 schlug es ein zweites Mal hinter Zepp ein. Beim Schuss von Daniel Nielsen hatte der Berliner Torhüter keine Chance und so stand es auf einmal 2:2 (55.). Was vom Spielverlauf her aber gerecht war.
In den letzten fünf Minuten knisterte es nur so vor Spannung. Jeder Angriff zum Tor hätte nun die Entscheidung bringen können. Wenn die Eisbären im Drittel der Freezers waren, hofften alle EHC-Fans auf den Siegtreffer. Wenn aber die Freezers im Drittel der Eisbären waren, stockte uns Fans immer wieder der Atem.
Die Zeit lief runter und alles, aber wirklich alles, sah nach einer erneuten Verlängerung aus. Die Eisbären waren in den letzten Sekunden im Drittel der Hamburger, wollten irgendwie noch das entscheidende Tor erzielen. Vor dem Hamburger Tor war mächtig Verkehr, als Jens Baxmann die Scheibe einfach mal auf das Tor brachte. Der Puck ging ins Tor, die Spieler der Eisbären lagen sich freudetrunken in den Armen, während die Hamburger Spieler sich bei den beiden Hauptschiedsrichtern versammelten. Die Frage war nun gewesen, ob der Puck noch in der Zeit über die Linie ging oder aber ob die Zeit da schon abgelaufen war. Für viele Fans in der Kurve sah es so aus, als ob der Puck nach Ablauf der Zeit ins Tor ging. Die Hamburger waren natürlich der selben Meinung und forderten die Hauptschiedsrichter dazu auf, zum Videobeweis zu fahren. Dem kamen sie aber nicht nach und entschieden stattdessen auf Tor für Berlin. In der O2 World brannte erneut ein Jubelsturm auf, während die Hamburger Spieler richtig frustriert waren. Verteidiger Patrick Köppchen zertrümmerte seinen Schläger, was ihm durchaus noch eine Strafe einbringen kann. Aber ich kann die Hamburger verstehen. Denn auch für mich sah es so aus, als ob der Puck erst nach Ablauf der Zeit ins Tor ging. Durchaus möglich, dass die Hamburg Freezers gegen die Spielwertung noch Protest einlegen werden. Laut Statistik fiel der Treffer wohl bei 59:59 Minuten. Also, wenn schon denn schon, dann 60:00 Minuten…

Fazit:

Diese Eisbären darf man einfach nicht abschreiben. Am Montag nach dem 4:8-Debakel sprach aber mal so rein gar nichts mehr für die Eisbären. Alles sah danach aus, als ob Hamburg die Serie am heutigen Donnerstag zu machen würde. Doch was machen die Eisbären? Die gewinnen zunächst in Hamburg nach zweimaligen Rückstand noch mit 3:2 n.V. und gleichen somit die Serie aus. Und heute verspielen sie erst eine 2:0-Führung, um am Ende dann doch noch mit der Schlusssirene das Spiel zu gewinnen und so die Führung in der Serie zu übernehmen. Trotzdem sollte man nun nicht den Fehler machen und die Hamburger abschreiben. Denn die Freezers haben auch in den letzten beiden Spielen mehr als überzeugt und sind durchaus in der Lage, diese Serie noch einmal auszugleichen und somit ein Entscheidungsspiel am Ostermontag in Berlin zu erzwingen.

Leistung vom Hauptschiedsrichter mit Note:

Hauptschiedsrichter waren die Herren Brüggemann und Zehetleitner. Beide zeigten eine mehr als durchschnittliche Leistung. Nicht immer waren sie dem Spiel, welches durchaus ruppig war, gewachsen. Sie ließen viele sehr unsaubere Aktionen auf beiden Seiten einfach laufen und sorgten somit dafür, dass die Spieler immer wieder zu solchen Fouls ansetzten. Note 3-.

Fanstimmung:

Endlich wieder Play-Off-Stimmung in der O2 World. Nun haben auch für uns Fans die Play-Offs so richtig begonnnen und man merkte jedem einzelnen Fan die Freude darüber an. Die Stimmung nach dem entscheidenden Tor war einfach mal gigantisch und sorgte für Gänsehaut-Feeling.

Besten drei Spieler des Spiels:

1. André Rankel (Eisbären Berlin/Stürmer)

2. Rob Collins (Hamburg Freezers/Stürmer)

3. Rob Zepp (Eisbären Berlin/Torhüter)

Vorschau auf das sechste Viertelfinalspiel mit Tipp von mir:

Am Ostersamstag kommt es um 17:30 Uhr in der Hamburger O2 World zum sechsten Spiel in der Viertelfinalserie zwischen den Hamburg Freezers und den Eisbären Berlin. Die Hanseaten stehen nun gehörig unter Druck, müssen dieses Spiel unbedingt gewinnen, um das Saisonende noch einmal abzuwenden. Die Eisbären haben das Momentum nun auf ihrer Seite, haben die letzten beiden Spiele knapp für sich entschieden und die Serie gedreht. Auch am Samstag erwartet uns Fans wieder eine sehr spannende Partie, welche die Eisbären in der Verlängerung gewinnen werden. Mein Tipp: 4:3 n.V. für die Eisbären Berlin

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