4:2 – Eisbären können nur die ersten zehn Minuten überzeugen

Ausgabe #29:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Freitagabend gewonnen. Vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World setzten sich die Hauptstädter mit 4:2 (3:1, 1:1, 0:0) gegen die Hannover Scorpions durch und verteidigten somit ihren dritten Platz, welcher Heimrecht im Viertelfinale bedeuten würde. Überzeugend war die Leistung der Mannschaft aber nur in den ersten zehn Minuten gewesen. Danach kehrte der Schlendrian zurück ins Spiel der Eisbären und die Fehler häuften sich. Bis zum Play-Off-Start hat Trainer Don Jackson mit seinen Spielern noch jede Menge zu tun, um sie bestens auf die Play-Offs vorzubereiten.

Den Berlinern fehlten heute Dominik Bielke, Tyson Mulock und Laurin Braun. Im Tor stand erneut Rob Zepp, dem man aber so langsam anmerkt, dass er überspielt ist. Keine Frage, Rob Zepp hat in dieser Saison bislang viele starke Spiele gezeigt und der Mannschaft auch schon so einige Spiele gewonnen. Aber heute war er an beiden Gegentoren nicht ganz unschuldig, ließ zudem zu viele Schüsse prallen und es kommt die Frage auf, ob es nicht besser wäre, ihm mal eine Pause von einem oder gar zwei Spielen zu gönnen, damit er vor dem Play-Off-Auftakt noch einmal durchatmen kann.

Die Eisbären legten gegen die Niedersachsen los wie die Feuerwehr. Angriff um Angriff rollte auf Scorpions-Goalie Dimitri Pätzold zu. Hannover wurde in den ersten zehn Minuten regelrecht schwindelig gespielt von den Eisbären.
Nach nur 120 Sekunden eröffnete Florian Busch den Torreigen. Er verwertete ein Zuspiel von Darin Olver mustergültig zur frühen 1:0-Führung (2.).
Nur dreieinhalb Minuten später hatten die Berliner Fans erneut Grund zum Jubeln. Die Hausherren mit einem Powerplay und Constantin Braun zog einfach mal von der blauen Linie ab. Mit Erfolg, der Puck schlug hinter Pätzold ein und prompt stand es 2:0 für Berlin (6.).
Und Hannover war immer noch nicht erlöst. Die Eisbären spielten sich regelrecht in Ekstase und konnten in der zehnten Minute sogar das 3:0 nachlegen. Erneut waren die Berliner ein Mann mehr auf dem Eis und diesmal schloss Kapitän André Rankel eine tolle Kombination über Matt Foy und T.J. Mulock ab (10.).
Angesichts einer 3:0-Führung dachten sich die Hausherren nun aber, man könne beruhigt einen Gang runter schalten, hier passiert doch eh nichts mehr gegen diese Hannoveraner Mannschaft. In der Tat war die Leistung der Niedersachsen in den ersten zehn Minuten unterirdisch gewesen, aber das lag eben daran, dass die Eisbären den Gästen kaum Luft zum Atmen gaben und sie gehörig unter Druck setzten.
Doch nach dem 3:0 war nicht mehr viel zu sehen vom druckvollem Eishockey der Eisbären. Man hatte irgendwie das Gefühl, als ob da nun eine andere Mannschaft auf dem Eis stand. Plötzlich machten die Jungs wieder jede Menge Fehler im Spielaufbau und sorgten so dafür, dass Hannover nach und nach besser in dieses Spiel kam.
Und das sollte sich relativ schnell rächen. In der 13. Minute sorgte Sascha Goc für den 3:1-Anschlusstreffer. Er wurde bei seinem Schuss überhaupt nicht angegriffen, da stimmte die Zuordnung in der Eisbären-Defensive überhaupt nicht. Und dann muss man da auch über Torhüter Rob Zepp sprechen, der freie Sicht hatte. Den hätte er an besseren Tagen auch halten können.
Hannover war nach dem Treffer am Drücker, doch mehr sollte den Niedersachsen zunächst nicht gelingen. Beim Stand von 3:1 ging es in die erste Drittelpause.

Quelle: black corner 2007

Im zweiten Drittel begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Aber auf keiner hochklassigen sondern eher auf einer sehr mäßigen Augenhöhe. Wirklich schön anzusehen war das Spiel nicht. Hannover versuchte weiterhin Druck auszuüben und das gelang sehr gut.
23 Minuten waren gespielt, als Alexander Janzen auf 3:2 verkürzen konnte. Auch bei diesem Gegentreffer sah Zepp nicht gut aus. Janzen fuhr von hinter dem Tor vor das Tor und spitzelte den Puck irgendwie an Zepp vorbei, der dabei eine mehr als unglückliche Figur machte.
Hannover witterte nun Morgenluft und hatte in der 25. Minute ein Powerplay gehabt. Doch dieses nutzten nicht die Gäste aus sondern die Hausherren. Constantin Braun konnte in Unterzahl auf 4:2 erhöhen. Ein ganz wichtiger Treffer, der genau zum richtigen Zeitpunkt fiel.
Danach verflachte die Partie immer mehr und wirkliche Höhepunkte gab es nicht mehr. Beide Mannschaften gingen beim Stand von 4:2 zum zweiten Mal an diesem Abend in die Drittelpause.

Quelle: black corner 2007

Das Schlussdrittel ist relativ schnell erzählt. Die Eisbären handelten sich viele Strafzeiten ein, doch Hannover konnte die Überzahlspiele nicht nutzen. Die Eisbären kamen nur noch sporadisch vor das Tor der Niedersachsen, hatten dabei einmal Pech, als ein Schuss nur an den Pfosten ging.
Tore fielen in den letzten 20 Minuten keine mehr und somit feierten die Eisbären einen 4:2-Heimsieg gegen Hannover und holten damit drei ganz wichtige Punkte im Kampf um Platz Drei.

Quelle: black corner 2007

Fazit:

Spiel gewonnen, drei Punkte eingefahren, aber nicht überzeugt. Die Eisbären treten weiter auf der Stelle. Gegen Krefeld spielte man 20 Minuten sehr starkes Eishockey, verlor dann aber ab dem zweiten Drittel den Faden und am Ende auch das Spiel. Gegen Hannover waren es heute sogar nur zehn Minuten super Eishockey, aber am Ende konnte man das Spiel wenigstens gewinnen. Mit Ruhm bekleckert haben sich die Spieler aber dabei nicht.

Leistung vom Hauptschiedsrichter mit Note:

Hauptschiedsrichter waren die Herren Aicher und Piechachzek. Beide zeigten eine durchschnittliche Leistung. Sie zogen ihre Linie nicht immer konsequent durch. Note 3-.

Fanstimmung:

Die war okay gewesen. An die Stimmung vom Krefeld-Spiel kam sie definitiv nicht heran. Aber das Spiel gab auch nicht wirklich Anlass für eine gute Stimmung. Immerhin wurde ein neuer Song gesungen, der gleich zum Ohrwurm wurde: „Es gibt nur eine Stadt – Es gibt nur ein Verein – Eisbären Berlin – Du sollst es sein!“

Besten drei Spieler des Spiels:

1. Constantin Braun (Eisbären Berlin/Verteidiger)

2. André Rankel (Eisbären Berlin/Stürmer)

3. Barry Tallackson (Eisbären Berlin/Stürmer)

Vorschau auf das nächste Heimspiel mit Tipp von mir:

Bereits am kommenden Sonntag gastiert mit den Grizzly Adams Wolfsburg die nächste Mannschaft aus Niedersachsen in der Arena am Ostbahnof. Auch die Wolfsburger kämpfen noch um wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze. Die Eisbären erwartet also auch am Sonntag wieder eine sehr schwere Partie. Die Hauptstädter dürfen Wolfsburg auf keinen Fall unterschätzen. Wolfsburg spielte in den letzten Wochen sehr starkes Eishockey und hat auch das Zeug dazu, in der O2 World zu gewinnen. Mein Tipp: 4:3 n.P.

März 1, 2013

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