5:4 n.P. – Eisbären quälen sich zum Sieg gegen den Tabellenletzten

Ausgabe #26:

Die Eisbären Berlin haben am Freitagabend ihr Heimspiel vor 14.100 Zuschauern in der O2 World gewonnen. Gegen den Tabellenletzten quälte sich der Tabellendritte zu einem 5:4-Sieg n.P. (1:0, 1:2, 2:2/0:0, 1:0). So wirklich über den Sieg freuen kann man sich aber nicht, denn die Leistung war erneut nicht gut gewesen und macht einem Angst im Hinblick auf die Play-Offs. Wer gedacht hatte, die Eisbären hätten in der Länderspielpause an den Fehlern gearbeitet, der wurde heute Abend eines Besseren belehrt. Wenn man schon gegen den Tabellenletzten derartige Probleme bekommt, dann möchte man nicht wissen, wie das in den nächsten Spielen wird, wenn man auf deutlich stärkere Mannschaften trifft. Und für die kommenden Gegner geht es auch noch um sehr viel, im Gegensatz zur DEG heute, denn die haben keinerlei Chancen mehr auf das Erreichen der Pre-Play-Offs.

EHC-Coach Don Jackson konnte fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Dominik Bielke und T.J. Mulock fehlten den Berlinern. So konnte Jackson seine Reihen ordentlich durcheinander wirbeln. Was dem Spiel jedoch nicht so gut tat. Im Tor stand erneut Rob Zepp.

Wer darauf gehofft hatte, dass die Eisbären den Tabellenletzten an die Wand spielen würden, der irrte sich gewaltig. Die Eisbären taten sich schwer gegen Düsseldorf. Im Aufbauspiel häuften sich die Fehlpässe. Und die entstanden nicht deswegen, weil Düsseldorf die Berliner unter Druck setzte sondern eher wegen der Verunsicherung der Spieler. So wirklich scheinen die Jungs nicht kapiert zu haben, worum es in den letzten Hauptrundenspielen geht. Denn was die Zuschauer im ersten Drittel zu sehen bekamen, war eher Not gegen Elend.
Hochkarätige Torchancen hielten sich in Grenzen. Lediglich ein Lattentreffer der Eisbären sorgte in der Anfangsphase mal für etwas Gefahr.
Von Düsseldorf kam auch nicht viel, die Gäste konzentrierten sich lieber auf Konter, doch davon fuhren sie im Auftaktdrittel noch nicht so viele.
Fünf Minuten vor dem Ende des ersten Drittels gab es dann aber doch mal Grund zum Jubeln. Constantin Braun hatte einfach mal abgezogen und Barry Tallackson versperrte DEG-Goalie Felix Bick die Sicht. Der Puck schlug hinter Bick im Tor ein und so führten die Berliner mit 1:0.
Mehr passierte dann auch nicht mehr und so ging es beim Stand von 1:0 in die erste Drittelpause.

Quelle: black corner 2007

Im Mitteldrittel fanden die Hausherren überhaupt nicht zu ihrem Spiel. Kaum ein geordneter Spielaufbau gelang. Es war echt erschreckend, was die Jungs da auf dem Eis zeigten. In der Defensive häuften sich die Fehler, was Düsseldorf folgerichtig ausnutzte. Colin Long konnte in der 27. Spielminute alleine auf Rob Zepp zu laufen und verwandelte eiskalt – 1:1.
Und es sollte noch „besser“ kommen. Zwei Minuten später gab es ein Gewühl vorm Tor der Berliner, die DEG behielt die Übersicht und der Puck kam zu Calle Ridderwall, der den Puck über die Linie drückte – 1:2 (29.).
Innerhalb von zwei Minuten hatte der Tabellenletzte das Spiel also gedreht. Die DEG wurde aber auch freundlich dazu eingeladen von den Eisbären.
Nun kamen die Eisbären wieder etwas besser ins Spiel und konnten eine der wenigen gelungen Kombinationen nutzen. Corey Locke sorgte mit seinem ersten DEL-Treffer für den 2:2-Ausgleich (33.).
Bis zum Ende des Mitteldrittels ging es noch hin und her, doch Tore sollten keine mehr fallen. Dafür wurde es nun immer ruppiger, was vor allem an der DEG lag, die ständig versuchte, die Eisbären-Spieler zu provozieren. Doch diese ließen sich darauf nicht ein. Allen voran Alex Henry sorgte immer wieder für Unruhe und provozierte ständig.
Beim Stand von 2:2 ging es in die zweite Drittelpause.

Quelle: black corner 2007

Im Schlussdrittel wurden die Zuschauer in der O2 World ordentlich unterhalten. Vier Tore und jede Menge kleine Raufereien. Aber der Reihe nach. In der 47. Minute konnten die Eisbären wieder vorlegen. Mark Katic wurde im Slot schön frei gespielt und ließ Felix Bick keine Abwehrchance – 3:2.
Doch die erneute Führung gab der Mannschaft keine Sicherheit. Im Gegenteil. Man machte weiterhin Fehler und lud die DEG so zum Tore schießen ein. Der DEG muss man aber zu Gute halten, dass sie ihre wenigen Chancen gnadenlos nutzten. Zunächst konnte Travis Turnbull ausgleichen – 3:3 (50.). Und weil es der DEG heute so einfach gemacht wurde, legten sie gleich noch einen Treffer nach. Calle Ridderwall mit seinem zweiten Treffer zur 4:3-Führung (55.).
Nun standen die Hausherren mächtig unter Druck. Eine Niederlage gegen den Tabellenletzten durfte man sich einfach nicht erlauben. Aber wirklich Druck konnten die Berliner nicht entwickeln. Vielmehr versuchten es die Spieler mit Einzelaktionen, was nichts brachte. Knappe zwei Minuten vor dem Ende des Spiel gelang dann aber doch noch der so wichtige Ausgleich. Florian Busch überwand Felix Bick und netzte zum 4:4 ein. Allerdings sah das nach hohem Stock von „Buschi“ aus. Aber der Treffer zählte.
Mehr passierte dann nicht mehr und so hatten beide nach der regulären Spielzeit einen Punkt sicher. Für die DEG ein Erfolg, für die Eisbären eine herbe Enttäuschung.

Quelle: black corner 2007

In der fünfminütigen Verlängerung sollte keine Entscheidung fallen und es ging ins Penaltyschießen. Dort stand es nach je drei Schützen noch 0:0-Unentschieden. Darin Olver verwandelte dann als einziger Schütze und sicherte den Eisbären wenigstens noch den Zusatzpunkt.

Fazit:

Ein mühsamer Sieg gegen den Tabellenletzten nach einer nicht wirklich guten Leistung. In der Defensive werden nach wie vor zu viele Fehler gemacht, vor dem Tor spielt man nach wie vor zu umständlich. Die Jungs machen mehr Fehler als dass sie Sachen richtig machen. Man ist weit von der Top-Form entfernt und das macht im Hinblick auf die bald beginnenden Play-Offs Angst. Manche Spieler hinken ihrer Form meilenweit hinterher. Viel zu oft versuchen sie es mit Alleingängen. Nach Gegentoren wirken die Spieler verunsichert. Don Jackson hat in den nächsten Tagen noch einige Arbeit vor sich.

Leistung der Hauptschiedsrichter mit Note:

Hauptschiedsrichter waren die Herren Brüggemann und Steinecke. Beide ließen sehr viel laufen und ließen bei den Rangeleien, die vorrangig von DEG-Spielern ausgelöst wurden, jegliches Fingerspitzengefühl vermissen und gaben viele Strafen, die man hätte geben müssen, nicht. Note 3-.

Fanstimmung:

Die Leistung der Jungs auf dem Eis mies, das Spiel mies und die Stimmung war auch nicht wirklich berauschend. Sowohl die Mannschaft als auch die Fans sind noch sehr weit von der Play-Off-Form entfernt.

Besten drei Spieler des Spiels:

1. Darin Olver (Eisbären Berlin/Stürmer)

2. Calle Ridderwall (Düsseldorfer EG/Stürmer)

3. Corey Locke (Eisbären Berlin/Stürmer)

Vorschau auf das nächste Heimspiel mit Tipp von mir:

Am Dienstagabend kommen die Thomas Sabo Ice Tigers in die Berliner O2 World. Da erwartet die Eisbären ein wesentlich stärkerer Gegner als heute und wenn man bedenkt, wie schwer sich die Jungs heute getan haben, dann kann einem nur Angst und Bange werden vor dem Dienstag-Heimspiel. Ich hab so das Gefühl, als ob es am Dienstag gegen die Franken nichts zu holen gibt… Mein Tipp: 1:4

 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.