Elf Spiele, nur zweimal nicht gepunktet: Die Eisbären Berlin im Oktober 2017

Der zweite Saisonmonat in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) liegt hinter uns und den Eisbären Berlin. Nach dem ersten Monat lagen die Eisbären noch auf Platz Zwei, nun liegen die Hauptstädter auf Platz Drei. Die Tabellenführung ist aber nur zwei Punkte entfernt, doch Spitzenreiter Nürnberg kann diese heute Nachmittag noch ausbauen. Dennoch war es ein sehr guter Monat für die Mannschaft von Chefcoach Uwe Krupp, die gleich elf Spiele absolvieren musste, davon vier Spiele verlor aber in neun der elf Spiele auch punkten konnte. Wir blicken noch einmal auf den Oktober der Eisbären Berlin zurück.

In neun von elf Spielen im Oktober konnten sich die Eisbären Berlin über Punkte freuen. Ganz starke Leistung. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Vom Ergebnis her begann der Monat für die Eisbären mit einer denkbar knappen und unglücklichen Niederlage gegen den Erzrivalen Adler Mannheim (3:4), dennoch boten die Berliner da eine sehr starke Partie und zeigten Moral nach einem frühen 0:2-Rückstand und dominierten fortan die Partie. Doch am Ende hatten die Kurpfälzer das bessere Ende auf ihrer Seite.
Danach folgten jedoch neun Spiele in Folge, wo die Eisbären immer mindestens einen Punkt holten. Es fing an mit einem 4:2-Sieg bei der Düsseldorfer EG, wo man die Partie klar dominieren konnte und bei besserer Chancenverwertung eigentlich hätte höher gewinnen müssen. Doch am Ende zählten nur die drei Punkte, die man mit nach Hause nahm.
Bei den Iserlohn Rooters konnte man am Seilersee mit einem 6:3-Sieg die Tabellenführung erobern, zeigte aber trotz des Sieges keine gute Leistung, was auch Stefan Ustorf nach dem zweiten Drittel analysierte, als er meinte, dass er nur mit dem Ergebnis zufrieden sei, jedoch nicht mit der Art und Weise, wie man hier auftritt. Die Eisbären machten sich nämlich das Leben selbst immer wieder unnötig schwer und brachten die Sauerländer so immer wieder zurück ins Spiel.
In Iserlohn war man schon nicht so überzeugend, doch der bis dahin schlechteste Auftritt der noch jungen Saison folgte zwei Tage später gegen Augsburg, wo man am Ende mit Ach und Krach sowie viel Glück mit 2:1 n.P. gewann. Dank zweier Penalty-Tore von Jamie MacQueen.
Im nächsten Heimspiel setzte man sich 3:1 gegen Schwenningen durch und musste auch da einem 0:1-Rückstand hinterherlaufen. Aber die Eisbären investierten sehr viel und belohnten sich dafür am Ende auch mit drei Punkten.
Dann folgte mal wieder eine Niederlage, als man mit 2:3 n.P. bei den Krefeld Pinguinen verlor. Eine unnötige Niederlage, lag man doch bereits mit 2:0 vorne. Doch man spielte es danach zu leichtfertig und lud Krefeld zu Chancen ein, welche sich am Ende die zwei Punkte sichern konnten.
Auch die nächste Auswärtspartie ging ins Penaltyschießen, diesmal bei den Thomas Sabo Ice Tigers, wo man im Spitzenspiel mit 1:2 n.P. unterlag. Sean Backman brachte die Eisbären erst 41 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung. Spielerisch sah das bis zum Nürnberger Drittel gut aus, aber es mangelte den Eisbären an Kreativität, um hochkarätige Torchancen herauszuspielen.
Es sollte das nächste Spitzenspiel folgen und dieses verdiente den Namen auch. Es ging rauf und runter, es gab immer wieder Nickligkeiten und kleine Raufereien zu sehen, am Ende setzten sich die Eisbären Berlin in einem hochkarätigen Spiel gegen München mit 5:4 n.P. durch. Das war beste Eishockey-Werbung von beiden Mannschaften.
In Köln gab es das nächste Spitzenspiel und auch das gewannen die Hauptstädter, dank vier Toren durch Neuzugänge und eines mal wieder überragenden Petri Vehanen im Tor.
Gegen Straubing konnte man nicht glänzen, holte sich aber trotzdem einen 2:1-Heimsieg und punktete auch im neunten Spiel in Folge. Diese Serie riss erst im letzten Spiel des Monats Oktober, als man in Augsburg beim Wild-West-Hockey mit 4:7 verlor, weil man sich zu viele Strafen leistete.
Somit punkteten die Eisbären also nur zu Monatsbeginn und zum Monatsende hin nicht, dafür in den neun Spielen zwischendurch, was eine sehr starke Serie war. Auch dadurch ist der Vorsprung auf den ersten Pre-Playoff-Platz auf satte elf Punkte angewachsen. 13 Punkte sind es auf den ersten Platz, der nicht einmal Pre-Playoffs bedeuten würde.

Die Eisbären Berlin sind also weiterhin auf einem sehr guten Weg in dieser Saison und endgültig

Petri Vehanen zeigte auch im Oktober wieder einige spektakuläre Paraden. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

zurück in der Spitzengruppe der DEL. Das haben nicht zuletzt die Siege gegen München und Köln bewiesen und generell die drei Spiele gegen Spitzenteams in Folge, wo man in allen drei Spielen in Nürnberg, gegen München und in Köln punkten konnte.
Doch trotz des guten Platz Drei und der guten Punkteausbeute sind bei den Eisbären nach wie vor noch Baustellen vorhanden. Zum einen natürlich das nach wie vor schlechte Powerplay, was immer noch nicht besser geworden ist. Auch fehlt der Mannschaft in den meisten Spielen nach wie vor noch die nötige Konzentration über die gesamte Spieldauer, womit man sich trotz scheinbar sicheren Führungen immer wieder unnötig in Not bringt. In Iserlohn ist das noch gut gegangen, in Krefeld verspielte man dadurch leichtfertig zwei Punkte.
In diesem Monat war auch die bisher stärkste und schlechteste Leistung vorhanden. Im Wahnsinns-Spiel gegen München lieferten die Eisbären beim 5:4 n.P. ihre bisher stärkste Leistung in allen Belangen ab und gewannen damit am Ende auch verdient, gegen Augsburg spielte man bisher am schwächsten, gewann komischerweise am Ende aber doch noch mit 2:1 n.P.
Was anders herum natürlich wieder für die Mannschaft spricht, die es auch in scheinbar schlechten Spielen irgendwie schafft, noch einen Weg zu finden, um die Spiele doch noch zu gewinnen oder aber immerhin noch einen Punkt zu holen. Jeder Punkt kann am Ende im Kampf um die beste Platzierung in den Playoffs wichtig sein, von daher sind die 36 erzielten Punkte bisher schon sehr stark.

Elf Spiele, sieben Siege, vier Niederlagen, nur zweimal nicht gepunktet, 36:30-Tore. Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp dürfte mit dieser Bilanz nicht unzufrieden sein, weiß aber natürlich, wo es noch Steigerungspotential gibt. Krupp setzte im Oktober achtmal auf Petri Vehanen und auch dreimal auf Marvin Cüpper. Und man hat deutlich gesehen, dass die Berliner über ein sehr starkes Torhüter-Duo verfügen. Wenn Vehanen mal nicht spielt, dann hat man eben immer noch einen sehr starken Back-up mit Marvin Cüpper, dem vielleicht sogar die Zukunft in Berlin gehören kann. Sein Potential hat er in diesem Monat jedenfalls schon einmal andeuten können.

Sean Backman spielte einen überragenden Monat Oktober mit 13 Scorerpunkten. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Reden wir über den Oktober bei den Eisbären Berlin, kommen wir an einem Mann nicht vorbei – Sean Backman. Der Neuzugang spielte einen ganz starken Monat und war mit 13 Scorerpunkten der Top-Scorer der Eisbären. Sieben Tore sowie sechs Vorlagen gelangen Backman, der zudem in den letzten sechs Spielen immer einen Treffer erzielen konnte. Ganz starke Verpflichtung, die die Eisbären da getätigt haben.
Aber auch Jamie MacQueen läuft so langsam aber sicher zur Hochform auf, kam auf gute neun Scorerpunkte (5 Tore/4 Vorlagen). Auch weitere Stürmer konnten im Oktober ihr Punktekonto gut auffüllen – James Sheppard (3/5), Marcel Noebels (3/4), Mark Olver (4/2) und Nick Petersen (3/3). Auch die beiden Top-Neuzugänge in der Defensive traten in Erscheinung – Blake Parlett (0/5) und Danny Richmond (1/3).

Was in diesem Monat auch aufgefallen ist, bei den Eisbären sind nach wie vor alle vier Reihen in der Lage, für Torgefahr zu sorgen. Jede Sturmreihe kann für ein Tor sorgen, was es dem Gegner natürlich schwer macht, sich auf die Eisbären einzustellen. Wenn gleich zuletzt natürlich die Paradereihe Sean Backman, Nick Petersen und James Sheppard am gefährlichsten war. Aber punkten die drei mal nicht, springen halt andere Reihen in die Bresche, was die Eisbären so gefährlich für die Gegner macht.

Zwei sehr starke Torhüter, eine gute Defensive und eine gefährliche Offensive. Die Eisbären Berlin haben eine gute Mischung für die Saison 2017/2018 gefunden und sind damit wieder zurück im Favoritenkreis auf die Deutsche Meisterschaft. Und wenn man bedenkt, dass diese Mannschaft noch einige Baustellen hat und somit noch nicht ihre besten Leistungen abgerufen hat, kann man in den nächsten Monaten auf weitere Siege der Eisbären hoffen.