Ausgabe #20:

Die Eisbären Berlin bleiben im Jahr 2016 ungeschlagen. Zwei Tage nach dem 6:2-Heimsieg gegen die Schwenninger Wild Wings gewannen die Berliner in der Arena am Ostbahnhof mit 3:1 (0:0, 0:1, 3:0) gegen die Kölner Haie und eroberten somit die Tabellenführung von der Düsseldorfer EG zurück. 12.110 Zuschauer sahen eine gute DEL-Partie, in der die Eisbären erst im Schlussdrittel das Spiel zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Zuvor hatten sie sich zwar gute Chancen erarbeitet, aber auch wieder große Probleme mit einer defensiv eingestellten Mannschaft gehabt. Vor allem im Mitteldrittel taten sich die Berliner schwer, eine Lücke in der Kölner Abwehr zu finden. Im Schlussdrittel knackten sie dann aber die Kölner Defensive.
Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp musste auch gegen Köln wieder auf Mark Bell und Frank Hördler verletzungsbedingt sowie auf Marvin Cüpper, Vladislav Filin und Kai Wissmann (alle Einsatz in Dresden) verzichten. Im Tor rotierte er zurück, Kevin Nastiuk nahm auf der Bank Platz, Petri Vehanen stand im Tor.

Kampf um den Puck beim Bully. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)
Die Eisbären kamen mit viel Tempo aus der Kabine. Sie setzten die Haie sofort unter Druck und erspielten sich auch richtig gute Torchancen. Köln hatte mit dem druckvollen Spiel der Eisbären arge Probleme, ihrem Torhüter Gustav Wesslau hatten sie es zu verdanken, dass es noch 0:0 stand.
Köln fand erst so Mitte des ersten Drittels besser ins Spiel und erarbeitete sich auch gute Torchancen, welche jedoch von Petri Vehanen zu Nichte gemacht wurden.
Mit Beginn der Drittelpause fuhren die beiden Hauptschiedsrichter Lars Brüggemann und Roland Aumüller noch einmal zum Videobeweis. Barry Tallackson hatte nur die Latte getroffen, die Hauptschiedsrichter wollten aber noch einmal genauer hinsehen und entschieden anschließend aber auf „kein Tor“. Torlos ging es in die erste Drittelpause.
Das zweite Drittel begann sehr ruhig, beide Defensivreihen standen sehr sicher und ließen nicht viel zu. In der 24.

Ryan Jones (Weißes Trikot, Nr. 28) fälscht in dieser Szene einen Schuss von Fredrik Eriksson (Weißes Trikot, im Hintergrund) zum 0:1 ab. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)
Spielminute kassierte Henry Hasse dann eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Behinderung. Köln also in Überzahl, Ex-Eisbär Shawn Lalonde auf Fredrik Eriksson, der zog aus dem linken Bullykreis stehend ab. Ryan Jones fälschte unhaltbar für Vehanen ab – 0:1 (25.).
Zu diesem Zeitpunkt kam diese Führung dann doch etwas überraschend. Aber so schnell geht das im Eishockey eben.
Nur drei Minuten später die Eisbären mit der großen Chance zum Ausgleich, Julian Talbot hatte aus dem Slot abgezogen, doch sein Schuss ging nur an den Pfosten.
Danach die Haie mit einem Powerplay und das spielten sie richtig gut. Sie erarbeiteten sich auch gute Torchancen, aber Petri Vehanen verhinderte ein weiteres Gegentor.
Fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels die Eisbären mit einem Powerplay. Köln stand sehr gut in Unterzahl, die Eisbären setzten sich zwar im Angriffsdrittel fest, aber fanden die Lücke in der Kölner Defensive nicht. So passten sie sich den Puck hin und her, ohne jedoch mal gefährlich zum Abschluss zu kommen. Mit defensiv eingestellten Mannschaften, die zudem aggressives Forechecking spielen, haben die Eisbären so ihre Probleme. Das sah man auch am Dienstagabend wieder. Mit 0:1 lagen die Berliner nach 40 Minuten hinten.

Endstation Gustav Wesslau. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)
Im Schlussdrittel gelang den Eisbären dann der so lang ersehnte Ausgleich. Laurin Braun tankte sich ins Angriffsdrittel, kam zum Schuss, Gustav Wesslau ließ nur prallen und Sven Ziegler staubte dankend ab – 1:1 (43.).
Die Eisbären machten nun gehörig Druck, setzten die Haie immer wieder in deren Drittel fest. Diese konnten kaum für Entlastung sorgen. Und so war es abzusehen, dass die Hausherren hier nachlegen würden.
Exakt fünf Minuten nach dem Ausgleich gingen die Berliner erstmals in Führung. Petr Pohl brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel, legte sie dann zurück auf Laurin Braun, welcher kurz verzögerte und den Puck dann eiskalt im Tor versenkte – 2:1 (48.). „Lolles“ erstes Saisontor.
In der 50. Minute lief Petr Pohl alleine auf Wesslau zu, doch der Kölner Goalie parierte stark und verhinderte die mögliche Vorentscheidung.
Die Zeit lief den Haien davon, sie versuchten noch einmal alles, aber die Eisbären standen hinten sehr sicher. Als Köln den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, sorgten die Eisbären für die Entscheidung. Spencer Machacek auf Petr Pohl und der versenkte die Scheibe im verwaisten Kölner Gehäuse – 3:1 (60.).
Ein wichtiger Sieg für die Eisbären in einer sehr spannenden Partie. Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und machten ordentlich Druck, scheiterten aber am starken Gustav Wesslau. Köln kam mit zunehmender Spieldauer besser ins Spiel und auch zu guten Chancen. Die Führung im Mitteldrittel kam zwar aus dem Nichts, erzielte aber Wirkung. Denn die Eisbären fortan zwar weiterhin mit viel Druck, aber sie fanden zu selten eine Lücke in der Kölner Defensive. Die verteidigten mit Geschick und teilweise auch mit Glück. Im letzten Drittel bewiesen die Eisbären dann große Moral, drehten noch einmal ordentlich auf und zwangen Köln doch noch in die Knie. Ein Sieg des unbedingten Willens.
