Nur noch zwölf Spieltage: Wo führt der Weg der Eisbären hin?

Zwölf Spiele stehen für die Eisbären Berlin bis zum Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch auf dem Programm. Und in diesen zwölf Spielen müssen die Berliner noch einmal hart arbeiten, um sich einen direkten Platz im Play-Off-Viertelfinale zu sichern. Aktuell sind die Eisbären Tabellenvierter und haben auf den Tabellendritten Hamburg nur einen Punkt Rückstand. Der Vorsprung auf den Siebten Augsburg beträgt aber nur sechs Punkte. Der siebte Platz würde Pre-Play-Offs bedeuten und diese will man in Berlin gerne umgehen.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf werden sie in Berlin sicherlich nicht zufrieden sein. Zwar hatte man vor der Saison einen Platz unter den esten Vier ausgegeben und da ist man ja auch auf einem guten Weg hin. Doch innerlich erwartet man in Berlin immer Platz Eins. Trainer Don Jackson redet jedenfalls immer davon, dass er Erster nach der Hauptrunde sein will und am Ende auch Erster und damit Meister in den Play-Offs werden will.

Doch dieses Jahr ist die Konkurrenz so stark wie schon lange nicht mehr. Stürmer Florian Busch gibt das im Interview beim Berliner Kurier auch ehrlich zu:

Es ist nicht mehr wie früher, dass wir die Liga einfach so dominieren, manche Teams mit 9, 10, 11 Toren weghauen. Die Zeiten sind vorbei. Die anderen haben aufgeholt, setzen uns inzwischen stark unter Druck.

Zuletzt zeigte die Formkurve der Berliner aber nach oben. Von den letzten sechs Ligaspielen gewannen die Eisbären immerhin vier. Davor hatte man noch vier Niederlagen in Folge kassiert. Die Eisbären haben also so langsam aber sicher zurück in die Erfolgsspur gefunden. Doch was dieses Jahr noch nicht so wirklich gelingen will, ist mal eine richtig lange Siegesserie. Meistens wechseln sich Siege und Niederlagen ab. Was eben auch daran liegt, dass die DEL von Jahr zu Jahr ausgeglichener wird. Die Zeiten, in denen die besten Teams der Liga 100 oder mehr Punkte in der Hauptrunde holten, sind vorbei. Was für die Spannung der Liga aber auch sehr gut ist.

Warum es bei den Hauptstädtern in dieser Saison bisher nicht so gut läuft, versucht Verteidiger Constantin Braun im Interview mit der Eishockey NEWS (aktuelle Ausgabe vom 29.01.2013) zu erklären:

Wir sind im Vergleich zu den Meisterjahren eine viel jüngere Mannschaft geworden, die sich und auch ihren Stil noch finden muss. Mit Spielen wie gegen Hamburg sind wir aber auf einem guten Weg, dies zu tun.

Gegen Hamburg zeigten die Eisbären am Sonntag endlich mal wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung. Was am Ende auch entscheidend für den 2:0-Sieg war. Dementsprechend zufrieden war „Tine“ Braun nach dem Spiel gewesen:

Es stimmt, dass wir gegen die Freezers mal seit langer Zeit wieder so gespielt haben, wie wir es eigentlich schon die gesamte Saison tun wollen. Wir haben über 60 Minuten hart gearbeitet, sind auch in Überzahl und Unterzahl als geschlossenes Team aufgetreten. Wenn wir es verstehen, den Rest der Saison in dieser Art aufzutreten, haben wir durchaus unsere Chancen, wieder ganz oben mitzuspielen.

Ob die Eisbären aber noch einen der ersten beiden Plätze angreifen können, ist zu bezweifeln. Zu stark sind in dieser Saison die Adler Mannheim und die Kölner Haie einzuschätzen. Für mich sind die Kurpfälzer und die Domstädter auch die beiden Favoriten auf den Titelgewinn. Beide haben zehn Punkte Vorsprung auf die Eisbären. Im Normalfall sollten die beiden Teams auch den ersten Platz nach der Hauptrunde unter sich ausmachen.

Doch in den Play-Offs beginnt die Saison wieder von Vorne. Da zählt dann das, was in der Hauptrunde war, nicht mehr. Da fangen alle wieder bei Null an. Und in den letzten Jahren haben die Eisbären vor allem in den Play-Offs ihr bestes Eishockey gezeigt. Warum sollte es dieses Jahr anders sein? „Tine“ Braun äußerte sich zu den bevorstehenden Play-Offs und auf die Frage, ob man dann komplett andere Eisbären zu sehen bekommt, wie folgt:

Ich denke, in der Vergangenheit haben wir in den Play-Offs neben unserem technisch versierten Spiel gezeigt, dass wir hart arbeiten und dagegenhalten können. Wenn wir diesen Stil beherzigen, kommt die spielerische Sicherheit irgendwann ganz von alleine wieder.

Vor der Länderspielpause stehen für die Eisbären aber erst einmal noch zwei ganz wichtige Spiele an. Am Freitag gastiert der DEL-Rekordmeister bei seinem Erzrivalen Adler Mannheim. Und am Sonntag ist dann der ERC Ingolstadt zu Gast in der Arena am Ostbahnhof. Die beiden Spiele werden die Richtung für die letzten Spiele in der Hauptrunde vorgeben. Wir sind jedenfalls bereit für einen spannenden Hauptrunden-Endspurt.

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