0:3 in Schwenningen: Die Eisbären verlieren das Spiel und am Ende auch die Nerven

Die Eisbären Berlin sind mit einer Niederlage in den Schlussspurt der PENNY DEL gestartet: Beim heimstärksten Team der Liga setzte es am Ende eine verdiente 0:3-Niederlage. Die Berliner fanden über die gesamte Spielzeit nicht zu ihrem Spiel und konnten dem druckvollen Schwenninger Spiel so nichts entgegensetzen. Im Schlussdrittel ließ man sich dann zudem auch noch auf Provokationen der Schwenninger ein und verlor dabei die Nerven. Definitiv unnötige Aktionen von Tiffels und Veilleux, aber auch die Schwenninger Spieler waren daran nicht unschuldig, dass es so ausgeartet ist. Und die Schiedsrichter-Entscheidungen in den besagten Situationen sorgten auch für keinerlei Entspannung. Am Ende passte das aber nur ins Gesamtbild, welches die Berliner beim Tabellenfünften heute abgaben.

Bei den Eisbären fehlte Verteidiger Marco Nowak krankheitsbedingt. Dafür kehrten die Stürmer Patrice Cormier und Jaedon Descheneau wieder zurück ins Line-up. Dieses musste Trainer Serge Aubin dadurch natürlich umbauen – zumindest in der Offensive. Im Tor blieb jedoch alles beim alten. Jake Hildebrand hütete das Tor, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz. In der Defensive blieben die Verteidiger-Pärchen gleich.
In der Offensive rückte Descheneau in die Reihe zu Freddy Tiffels und Blaine Byron. Yannick Veilleux, Patrice Cormier und Tobias Eder bildeten eine komplett neue Reihe. Die nominell vierte Reihe bestand aus Maximilian Heim, Manuel Wiederer und Lean Bergmann.

Zum Auftakt in den Schlussspurt der Hauptrunde erwartete die Eisbären eine enorm schwere Aufgabe bei sehr heimstarken Wild Wings. Wie stark Schwenningen spielt, haben die Berliner in dieser Saison schon zweimal zu spüren bekommen. Denn zwei der drei Duelle gingen an die Wild Wings – darunter auch das erste Aufeinandertreffen in Schwenningen (4:1). Konnten die Hauptstädter die Hauptrundenbilanz heute ausgleichen?

Hielt sein Tor im ersten Drittel sauber: Jake Hildebrand (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Schwenningen setzte die ersten Akzente im Spiel

Die Defensivreihen dominierten den Beginn der Partie. Beide Teams überbrückten zwar schnell die neutrale Zone und kamen ins Angriffsdrittel, fanden dort aber kaum eine Lücke vor, um gefährlich zum Abschluss zu kommen. Lediglich die Spink-Brüder fanden diese in der Berliner Defensive, aber Jake Hildebrand ließ sich nicht überwinden.
Die Hausherren waren es dann, welche mit fortlaufender Zeit im ersten Drittel besser ins Spiel kamen und sich auch mal im Angriffsdrittel festsetzen konnten. Das Selbstvertrauen der besten Heimmannschaft war deutlich zu spüren. Aber sie hatten mit den Eisbären auch das beste Auswärtsteam der Liga zu Gast. Doch die Berliner waren mittlerweile mit viel Defensivarbeit beschäftigt, machten das bis hierhin aber sehr gut.
In der Schlussphase hatten die Wild Wings die Riesenchance zur Führung, denn die Eisbären kassierten innerhalb weniger Sekunden zwei Strafzeiten, weshalb Schwenningen ein doppeltes Powerplay hatte. Und das ganze für 101 Sekunden. Die Wild Wings fanden ihre Formation und bauten richtig viel Druck auf. Aber Jake Hildebrand ließ keine Scheibe durch und erwies sich einmal mehr als sicherer Berliner Rückhalt. Zudem muss man aber auch die starke Defensivarbeit der Eisbären in Unterzahl erwähnen. So überstanden die Berliner die brenzlige Situation ohne Gegentor. Torlos ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Brachte Schwenningen im zweiten Drittel mit 1:0 in Führung: Tylor Spink (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Viele Strafen im Mitteldrittel schaden dem Spielfluss

Auch im zweiten Drittel dominierten zu Beginn wieder die Defensivreihen, die weiterhin keine hochkarätigen Chancen zuließen. Durchaus ein Vorgeschmack auf die Playoffs, wo solche engen Spiele an der Tagesordnung sein werden. Da musst du dann eiskalt und effektiv in der Chancenverwertung sein.
Zurück aber zum heutigen Spiel, wo Schwenningen das nächste Powerplay hatte. Und diesmal nutzten die Gastgeber die numerische Überlegenheit auch aus. Und wer traf? Natürlich! Tylor Spink wurde im Slot angespielt und ließ sich diese Chance nicht entgehen – 0:1 (26.). Die Spinks treffen eben äußerst gerne gegen ihren Lieblingsgegner.
Nun wurde es noch schwerer für die Eisbären, die sich das Leben unnötig schwer machten. Denn es gab die nächste Strafzeit und so musste man erneut in Unterzahl ran. Jake Hildebrand verhinderte einen höheren Rückstand. Die Eisbären lebten gefährlich und bettelten förmlich um das 0:2.
Was sie überhaupt nicht in den Griff bekamen? Ihre Disziplin, denn es folgte die nächste Strafzeit. Dass man auf der Strafbank keine Spiele gewinnt, sollte sich inzwischen auch bis nach Berlin herum gesprochen haben. Daran muss man bis zu den Playoffs definitiv noch arbeiten. Immerhin überstand man diese Unterzahl auch ohne Gegentor.
Durch die vielen Strafen kam auch kein richtiger Spielfluss auf. Zur Abwechslung gab es dann aber mal eine Strafzeit gegen Schwenningen und somit Powerplay für Berlin. Das ganze sogar für vier Minuten, also die dicke Chance für die Eisbären zum Ausgleich. Die Berliner fanden zwar ihre Formation, aber so wirklich gefährlich wurde es in den vier Minuten nicht. Druckvoll war das Powerplay, aber Schwenningen verteidigte das auch sehr stark und überstand somit die erste brenzlige Situation ohne Gegentor.
Die Gastgeber hatten in der Schlussphase nochmal beste Chancen auf das 2:0, aber Jake Hildebrand hielt seine Mannschaft weiterhin im Spiel. Dem Goalie hatten es die Eisbären zu verdanken, dass es nur 0:1 nach 40 Minuten in Schwenningen stand.

Traf auch gegen die Eisbären: Top-Torjäger Alexander Karachun (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Am Ende verlieren die Eisbären die Nerven

Eric Mik hatte im Pauseninterview bei Magenta Sport gesagt, dass die Eisbären bisher überhaupt noch nicht zu ihrem Spiel gefunden hatten. Dem war nichts hinzuzufügen. Aber noch waren 20 Minuten Zeit, um etwas Zählbares aus Schwenningen mit nach Hause zu nehmen. Dafür musste aber eine Leistungssteigerung her.
Doch Besserung war bisher nicht in Sicht, zumal man auch ein Powerplay zu Beginn des dritten Drittels ungenutzt ließ. In diesem hatte Tylor Spink sogar in Unterzahl die Riesenchance mit einem Alleingang auf 2:0 zu stellen, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Aber es war eine bezeichnende Szene für den bisherigen Auftritt der Berliner in der Helios Arena.
Ein Scheibenverlust von Freddy Tiffels an der gegnerischen blauen Linie sorgte anschließend für den nächsten Alleingang der Hausherren und diesmal klingelte es im Berliner Tor. Top-Torjäger Alexander Karachun erhöhte auf 2:0 (46.).
Die Eisbären blieben weiterhin bemüht, fanden aber nach wie vor keinen Zugriff aufs Spiel. Inzwischen konnte man aber auch von keinem Spiel mehr reden, da es immer nickliger zwischen beiden Mannschaften wurde und auch die Fäuste flogen. Daraus resultierend war eine fünfminütige Unterzahl für die Eisbären nach einer Spieldauer gegen Freddy Tiffels wegen eines Stockschlags. Unnötig auf jeden Fall von Tiffels, aber die Strafenverteilung war mal wieder sehr willkürlich seitens der DEL. Ein Eriksson, der da aus dem Tor gerast kommt und sich einmischt. Ein Schwenninger Spieler, der auf einen am Boden liegenden Spieler weiter einschlägt. Nun ja, ein sehr fader Beigeschmack, aber wenn man sich anschaut, wer u.a. Hauptschiedsrichter war…
Das soll aber natürlich keine Ausrede sein, denn der Auftritt der Eisbären an sich war heute einfach nicht ausreichend, um Punkte aus Schwenningen mit nach Hause zu nehmen. Die fünfminütige Unterzahl überstand man zwar ohne weiteres Gegentor, aber die nächste fünfminütige Unterzahl ließ nicht lange auf sich warten. Denn Yannick Veilleux brannten komplett die Sicherungen durch und durfte somit auch vorab duschen gehen. Das hatte sich angedeutet, entschuldigt die Szene aber natürlich gar nicht. Schwenningen nutzte die Überzahl zur endgültigen Entscheidung. Kyle Platzer stellte auf 3:0 (59.). Damit war die Partie hier entschieden und die Eisbären mussten ohne Punkte die Heimreise nach Berlin antreten.

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