5:4 n.V.: Shawn Lalonde entscheidet den Eis-Krimi – Erster Sieg gegen Köln in dieser Saison

logo_WBN_1314Ausgabe #17:

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Es ist vollbracht: Die Eisbären Berlin haben den ersten Sieg in dieser Saison gegen die Kölner Haie eingefahren. Nach zwei 1:3-Niederlagen in den ersten beiden Aufeinandertreffen gewannen die Hauptstädter am Dienstagabend vor 11 800 Zuschauern in der Berliner O2 World mit 5:4 n.V. (2:1, 0:0, 2:3/ 1:0) gegen die Domstädter. Die Partie war lange hart umkämpft und sollte im Schlussdrittel ihren Höhepunkt finden. Aber der Reihe nach.

Eisbären-Coach Jeff Tomlinson musste auf Jens Baxmann und André Rankel verzichten. Im Tor stand wieder Stammkeeper Rob Zepp.

Hier fällt gleich der 1:1-Ausgleich durch Julian Talbot. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hier fällt gleich der 1:1-Ausgleich durch Julian Talbot. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Man merkte von Beginn an, dass viel Brisanz in dieser Final-Neuauflage steckte. Beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Zentimeter Eis, gaben keinen Puck verloren. Die Eisbären zeigten sofort, dass sie nicht noch ein drittes Mal gegen Köln verlieren wollten. War man in den ersten beiden Duellen gegen Köln in dieser Saison noch klar unterlegen, begegnete man den Haien heute auf Augenhöhe und war teilweise sogar die etwas bessere Mannschaft.
Die Partie war sofort intenisv geführt, ein Abtasten fand nicht statt. Beide suchten sofort den Weg zum Tor. Und nach drei Minuten hätten die Gäste aus Köln beinahe die Führung erzielt, doch sie scheiterten bei einem 2-auf-1-Konter.
In der neunten Minute dann das selbe Bild, wieder ein 2-auf-1-Angriff der Kölner und diesmal nutzten sie diesen auch aus. Rok Ticar setzte Philip Riefers in Szene und der überwand Rob Zepp – 0:1.
Diese Führung war durchaus verdient, schockte die Hausherren aber nicht wirklich. Denn diese schüttelten sich kurz und legten sofort den Vorwärts-Gang wieder ein. Und nur drei Minuten nach dem Rückstand gelang den Berlinern der Ausgleich. Die Eisbären in Überzahl, vor dem Tor von Danny Aus den Birken herrschte ein Chaos, in dem Julian Talbot die Übersicht behielt und den Puck im Tor versenkte – 1:1 (12.).
Die Berliner tankten durch den Ausgleichstreffer neues Selbstvertrauen und konnten keine drei Minuten nach dem 1:1 erstmals an diesem Abend in Führung gehen. Diesmal waren es die Eisbären, die einen 2-auf-1-Konter fuhren und diesen nutzen konnten. Darin Olver passte den Puck klasse rüber zu Florian Busch und der zog sofort direkt ab – 2:1 (15.).
Bei dieser Führung sollte es bis zum Ende des ersten Drittels bleiben. Die Eisbären gingen also mit einem Erfolgserlebnis in die Kabine.

Rob Zepp hält immer den Puck im Blick. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Rob Zepp hält immer den Puck im Blick. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im zweiten Drittel war es weiterhin eine intensive Partie. Die Kölner versuchten viel, doch sie fanden irgendwie kein Mittel gegen die kompakt stehende Berliner Abwehr. Die Defensive der Eisbären stand in diesem Drittel aber auch enorm gut und machte es den Haien im Spielaufbau immer wieder schwer. Zwar kamen die Haie gelegentlich auch mal durch, aber so wirklich zwingend wurden sie vor dem Tor von Rob Zepp dann nicht. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie die Eisbären ihr Tor gegen den Vizemeister und Tabellenführer verteidigten.
Nach vorne setzten die Eisbären auch einige Akzente, doch Tore sollten in diesem Mitteldrittel nicht fallen. Somit stand es auch nach 40 Minuten weiterhin 2:1 für die Gastgeber. Bemerkenswert: Tomlinson nahm in der 30. Minute eine Auszeit, um seine Mannschaft noch einmal auf den zweiten Teil des Spiels einzuschworen.

Hinein in das dritte Drittel, welches allen Beteiligten wohl noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Zu Beginn des Schlussabschnitts sah es jedoch noch nicht danach aus, als würde uns hier ein spektakuläres Drittel erwarten. Man hatte fast das Gefühl, als ob das Spiel in dieser Phase so vor sich hin plätschen würde. Köln war zwar bemüht, fand aber keinen Weg an der Berliner Defensive vorbei. Die Eisbären verwalteten das Ergebnis vorerst.
Ab der 47. Minute nahm die Partie dann aber wieder an Fahrt auf. Fast aus dem Nichts heraus gelang den Dostädtern dern 2:2-Ausgleich. John Tripp erzielte den Ausgleichstreffer.
Nur 28 Sekunden später lagen die Mannen von Coach Uwe Krupp auf einmal mit 3:2 vorne. Yared Hagos brachte Köln per Direktabnahme erneut in Führung – 2:3 (48.).
Waren die Eisbären geschockt? Nein, sie waren es nicht! Ganz im Gegenteil, die Eisbären fanden direkt eine Antwort auf den Kölner Doppelpack. Nur 28 Sekunden nach der Kölner Führung gelang Frank Hördler der viel umjubelte Ausgleich – 3:3 (48.). Die O2 World stand nun Kopf. Die Arena am Ostbahnhof glich nun einem Hexenkessel.

Matchwinner Shawn Lalonde. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Matchwinner Shawn Lalonde. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Doch der Wahnsinn ging noch weiter. Die Kölner in Unterzahl, doch Chris Minard machte sich auf den Weg Richtung Eisbären-Tor. Dabei wurde er von Constantin Braun gehalten, die beiden Hauptschiedsrichter entschieden auf Penalty. Und diesen verwandelte Minard sehr sehenswert – 3:4 (50.).
Nur 50 Sekunden nach dem ersten Penalty machte sich Rok Ticar auf den Weg Richtung Rob Zepp, diesmal hakte Frank Hördler und erneut entschieden die Hauptschiedsrichter auf Penalty, welchen Ticar jedoch vergab. Zwei Penalty für den Gegner bei eigener Überzahl ist wohl auch sehr, sehr selten.
Aber es war beeindruckend, wie die Eisbären auf die Rückschläge im dritten Drittel reagierten. Vor einigen Wochen wäre die Mannschaft komplett auseinander gefallen und hätte das Spiel deutlich verloren, doch heute kämpften sich die Berliner zurück in dieses Spiel. Sieben Minuten vor dem Ende nahm Shawn Lalonde in Überzahl Maß und versenkte den Puck im Kölner Tor – 4:4 (53.).
Das Spiel ging nun hin und her, aber man merkte beiden Mannschaften nun an, dass sie auf Sicherheit bedacht waren. Keiner wollte nun den entscheidenden Fehler machen. Dieses Vorhaben hielten Beide auch fast durch. Aber eben nur fast. 38 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit kassierte Philip Gogulla eine Strafzeit wegen Torhüterbehinderung. Eine sehr dumme Strafzeit, wie kann Gogulla in so einer Phase den Torhüter der Berliner umfahren. Den Eisbären sollte es egal sein, denn sie hatten dadurch ein Powerplay. Kurz vor dem Ende des Schlussdrittels hätten die Eisbären dieses auch beinahe ausgenutzt, doch der Puck ging knapp am Tor vorbei. Somit ging es in die Verlängerung.

Und diese sollte genau 19 Sekunden dauern. Shawn Lalonde holte zu einem harten Schlagschuss aus, welcher den Weg ins Tor fand – 5:4 (61.). Die O2 World stand Kopf, die Eisbären feierten den Sieg ausgelassen, nur Philip Gogulla war damit nicht einverstanden. Er beschwerte sich nach dem Siegtreffer der Eisbären bei den beiden Hauptschiedsrichtern und handelte sich dafür noch eine Disziplinarstrafe wegen Beschimpfung von Offiziellen ein.

Fazit:

Die Eisbären haben heute mit viel Leidenschaft gespielt, die Defensive stand trotz der vier Gegentreffer sehr gut und machte es Köln lange Zeit schwer, überhaupt zum Abschluss zu kommen. In der hektischen und turbulenten Schlussphase konnte die Defensive die Gegentreffer nicht verhindern. Dennoch war es schön zu sehen, was für eine Moral die Eisbären im letzten Drittel gezeigt haben. Sie haben immer an sich geglaubt, sich nie aufgegeben und wurden dafür am Ende belohnt. Wenn gleich der Sieg sicherlich auch ein wenig glücklich war angesichts der dummen Strafzeit der Kölner, aber den Berlinern sollte es egal sein. Denn am Ende zählt nur der Sieg und den hat man heute eingefahren. Auch das Powerplay war heute stark, drei von vier Überzahlspielen wurden zu Toren genutzt. Insgesamt ein toller Auftritt der Mannschaft, der Hoffnung für die Zukunft macht.

Leistung vom Hauptschiedsrichter mit Note:

Hauptschiedsrichter waren Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. Zwei, die in Berlin nicht gerade einen guten Ruf haben. Dennoch muss man sagen, dass die Beiden in den ersten 40 Minuten sehr gut gepfiffen haben. Doch im Schlussdrittel haben sich die Beiden von dem hektischen Spiel anstecken lassen und haben einige unglückliche Entscheidungen gefällt. Schade, da hätten sie kühlen Kopf bewahren müssen. Note 3-.

Fanstimmung:

Die war für ein Dienstagsspiel richtig gut, was mit Sicherheit auch am Spiel lag, welches im letzten Drittel sich zu einem echten Eis-Krimi entwickelte. Die Kurve war zwar relativ leer gefegt, aber die, die da waren, haben die Mannschaft nach allen Kräften unterstützt.

Besten drei Spieler des Spiels:

1. Shawn Lalonde (Eisbären Berlin/Verteidiger)

2. Matt Foy (Eisbären Berlin/Stürmer)

3. Julian Talbot (Eisbären Berlin/Stürmer)

Vorschau auf das nächste Heimspiel mit Tipp von mir:

Am kommenden Freitag empfangen die Eisbären Berlin die Iserlohn Roosters. Die Sauerländer spielen bisher keine gute Saison und hinken den eigenen Erwartungen hinter her. Wenn die Eisbären an die Leistung von heute anknüpfen können, sollte Ihnen ein Sieg gelingen. Mein Tipp: 5:1

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