5:3! Marcel Noebels führt die Eisbären mit vier Vorlagen zum Auswärtssieg in Schwenningen

Ganz wichtiger Auswärtssieg für die Eisbären Berlin: Der Hauptstadtclub gewann sein Gastspiel am Sonntagnachmittag bei den Schwenninger Wild Wings vor 3.922 in der Helios-Arena mit 5:3 (3:2,1:1,1:0) und eroberte damit den erst am Freitag verlorenen vierten Platz wieder zurück. Somit sicherte man sich also drei wichtige Zähler im Kampf um Platz Vier, welcher ja das Saisonziel der Berliner ist. Bevor man diese aber einpacken konnte, musste man hart arbeiten, brachte den Sieg im Schlussdrittel aber souverän über die Zeit.

Das Team der Eisbären hatte zwar das selbe Personal zur Verfügung wie am Freitag im Heimspiel gegen Ingolstadt, aber bei den Reihen änderte Trainer Serge Aubin ein bisschen was. Zudem wechselte er auch auf der wichtigen Goalie-Position, brachte Sebastian Dahm statt Justin Pogge.

Die Aufgabe war trotz der klaren Unterschiede in der Tabelle keine einfache für die Eisbären, waren die Schwenninger doch zuletzt zu Hause vier Mal in Folge ungeschlagen und gewannen insgesamt fünf der letzten sieben Heimspiele. Die Siege erzielte man allesamt gegen Spitzenteams (Mannheim, München, Straubing, Berlin, Bremerhaven). Erst vergangenen Sonntag schlugen die Wild Wings auf heimischen Eis den Liga-Primus München mit 2:0. Die Eisbären sollten also gewarnt sein. Erst recht nach dem ersten Duell im Schwarzwald, welches die Berliner mit 4:5 verloren hatten. Eine zweite Niederlage in Folge bei den Schwänen setzte es zuletzt vor 19 Jahren!

Die Hausherren begannen wie erwartet sehr engagiert und druckvoll. Mit dem Selbstvertrauen aus den letzten Heimspielen. Ex-Eisbär Cedric Schiemenz versuchte vor dem Spiel zu erklären, warum sich Schwenningen gegen die Top-Teams leichter tut als gegen die vermeintlich kleineren Gegner. Er begründete das damit, dass man sich schwer tut, das Spiel selbst zu machen. Und da die Top-Teams das Spiel selbst machen, kann Schwenningen die einfachen Dinge tun, was ihnen leichter fällt.
Früh hatte die Mannschaft von Coach Niklas Sundblad die erste dicke Chance, welche jedoch Sebastian Dahm mit einem starken Reflex entschärfte. Dann aber nahmen sich die Hausherren selbst den Schwung, als sie in Person von Mark Fraser die erste Strafzeit der Partie kassierten. Doch das Penaltykilling der Gastgeber mit starker Arbeit, überstand das Powerplay der Berliner schadlos.
Die Eisbären brauchten einen Moment, kamen dann aber immer besser ins Spiel und gingen in der neunten Spielminute in Führung. Top-Scorer Marcel Noebels mit einem Sahne-Pass aus dem eigenen Drittel heraus in den Lauf von Leo Pföderl, welcher frei vor Goalie Dustin Strahlmeier auftauchte und diesem keine Chance ließ, eiskalt abschloss. Der Puck schlug über der Fanghand von Strahlmeier im Tor der Hausherren ein – 1:0. Jubiläum für Pföderl, denn es war sein 250. DEL-Scorerpunkt (138 Tore/112 Vorlagen). Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Danach gab es wieder genügend Strafzeiten, die Eisbären zwischenzeitlich sogar mit zwei Mann weniger, aber nur für 15 Sekunden. Die Wild Wings hatten auch ihre Chancen, aber Sebastian Dahm war stets zur Stelle. Und dann vertändelten die Gastgeber die Scheibe im gegnerischen Drittel, Marcel Noebels schickte PC Labrie auf die Reise und der zog über links ins Angriffsdrittel, zog ab und die Scheibe schlug rechts oben im Knick ein – 2:0 in Unterzahl (12.)!
Eine beruhigende Führung beim Favoritenschreck, doch dieser gab nicht auf und kam in Überzahl zum Anschlusstreffer. Eine unübersichtliche Situation vor Dahm, Ex-Eisbär Alex Weiß kam zum Nachschuss, welcher jedoch am Tor vorbei gegangen wäre. Wenn, ja wenn nicht der Schlittschuh von Florian Kettemer im Weg gestanden und den Puck ins eigene Tor abgefälscht hätte – 2:1 (14.).
Und auf einmal stand es 2:2. Bully im Angriffsdrittel, auf einmal stand Alex Weiß wenige Meter frei vor dem Tor, zog ab und die Scheibe schlug am linken Torpfosten aus Torhütersicht ein und flog so schnell ans hintere Torgestänge und wieder raus, dass die beiden Hauptschiedsrichter Andre Schrader und Stephan Bauer noch einmal den Videobeweis bemühten, den Treffer danach aber folgerichtig gaben – 2:2 (16.).
Schwenningen danach mit der zweiten Luft, schnürte die Berliner in deren Drittel ein und hatte Chancen, aber ein drittes Mal sollte es hinter Sebastian Dahm nicht einschlagen. Dafür aber hinter Dustin Strahlmeier.
Powerplay für die Eisbären, Austin Ortega stand auf der linken Seite und passte die Scheibe hoch zur blauen Linie, wo Ryan McKiernan lauerte. Der verteilte sie weiter auf rechts zu Marcel Noebels, welcher James Sheppard am langen Pfosten stehen sah. Dieser setzte zum Schuss an, doch der rutschte ihm etwas ab. Der Puck rutschte durch an den langen Pfosten, wo Youngster Lukas Reichel lauerte und zum 3:2 einnetzte (19.). Was zugleich auch der Pausenstand war in diesem spektakulären Auftaktdrittel im Schwarzwald.

So unterhaltsam sollte es dann aber nicht mehr weitergehen. Jedenfalls, was die Tore angeht. Die Eisbären kamen engagiert aus der Kabine und setzten Schwenningen sofort unter Druck, wollten gleich noch ein Tor nachlegen. Die Hausherren hatten zu Beginn damit so ihre Probleme und kamen erst sechs Minuten nach Wiederbeginn zur ersten Chance im zweiten Drittel. Der Schuss von Dylan Yeo war dafür aber gleich einmal gefährlich, schlug aber zum Glück nicht hinter Dahm im Berliner Tor ein.
Mitte des zweiten Drittels kassierte John Ramage eine Strafe wegen Behinderung und ganze 26 Sekunden später sorgte Matt Carey für den erneuten Ausgleich. Alex Weiß mit dem Zuspiel auf Christopher Fischer, der steckte die Scheibe durch zu Carey, welcher einen Stellungsfehler in der Berliner Defensive nutzte und sich mühelos bis zum Tor durchtankte und dann eiskalt abschloss – 3:3 (31.).
Aber auch auf diesen Treffer hatte die Mannschaft von Trainer Serge Aubin die passende Antwort. James Sheppard mit dem Pass rechts raus auf Marcel Noebels, welcher die Scheibe wieder vor das Tor zurück spielte auf James Sheppard. Der sah links Leo Pföderl und der zog direkt ab, scheiterte aber am Pfosten. Aber ein richtiger Torjäger setzt nach und so netzte Pföderl per Hechtsprung zum 4:3 ein (36.). Der vierte Treffer der Eisbären an diesem Abend und zum vierten Mal war Marcel Noebels beteiligt. Bockstarker Auftritt der Nummer 92. Die Eisbären lagen also auch nach 40 Minuten mit einem Tor vorne.

Das Schlussdrittel begannen die Berliner nach einer Strafe kurz vor der zweiten Pause gegen James Sheppard in Unterzahl. Als auch noch PC Labrie die Kühlbox aufsuchte, war man für 42 Sekunden sogar in doppelter Unterzahl, überstand diese aber schadlos.
Als die Gäste von der Spree wieder komplett waren, hatten sie dann mal wieder ein Powerplay, in dem man zwei gute Möglichkeiten hatte. Im zweiten Überzahlspiel kurz darauf war man dann aber nicht mehr so gefährlich, ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber der letzte finale Pass kam nicht an.
Ab Mitte des letzten Drittels hatten die Hauptstädter dann alles im Griff. Hinten ließ man nichts mehr zu, Schwenningen fand einfach kein Mittel gegen die gute Berliner Defensive. Und vorne konnte man immer wieder für Gefahr sorgen, verpasste es aber, für die Entscheidung zu sorgen. Und so ging wieder die Angst vor dem Verspielen einer Führung um. Ryan McKiernan hatte im Vorfeld auf dieses Thema angesprochen gesagt, dass der Grund dafür vielleicht ein bisschen die fehlende Konzentration sei, man aber vor allem Wege finden muss, solche Spiele am Ende noch zu gewinnen. Gerade in dieser Saisonphase. Heute fanden sie einen Weg und brachten die drei Punkte letztendlich souverän nach Hause.
Schwenningen nahm kurz vor Schluss den Goalie raus, riskierte noch einmal alles, was Landon Ferraro aber zur Entscheidung ausnutzte – 5:3 (59.).

Ein enorm wichtiger Sieg im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation und das Heimrecht im Viertelfinale. Die Eisbären haben trotz gutem Beginn der Schwenninger eine 2:0-Führung heraus geschossen und ließen sich dann auch nicht davon verunsichern, dass man das Spiel kurzeitig wieder her schenkte. Man fand auf die Ausgleichstreffer der Hausherren stets die passende Antwort und überstand auch deren Druckphasen, vor allem in Überzahl. Und als die Partie immer mehr dem Ende entgegen ging und die Eisbären ein ums andere Mal die Vorentscheidung verpasst hatte, fing man nicht wieder an zu zittern sondern spielte das sehr ruhig, sehr abgeklärt und sehr souverän zu Ende. Man hat also aus den letzten Spielen gelernt und genau das wollte Trainer Serge Aubin auch sehen.
Ein Sieg der gesamten Mannschaft, die heute bis zum Schluss alles für die drei Punkte gegeben hat und am Ende auch belohnt würde. Und doch muss man Marcel Noebels hervorheben, der heute an vier der fünf Treffer direkt beteiligt war, weil er vier Torvorlagen zum Auswärtssieg beisteuerte. Es ist der beste Marcel Noebels aller Zeiten!

4:5 n.P. gegen Ingolstadt: Eisbären verlieren hart umkämpftes Spiel und zudem Platz Vier

Ausgabe #22:

Bitterer Rückschlag für die Eisbären Berlin im Kampf um Heimrecht im Viertelfinale, aber auch um die direkte Playoff-Qualifikation: Am Freitagabend verloren die Berliner vor ausverkauftem Haus gegen den direkten Konkurrenten ERC Ingolstadt knapp mit 4:5 n.P. (1:1,3:2,0:1/0:0,0:1) und mussten die Schanzer durch die Niederlage im Shootout in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Der ERCI steht nun auf Platz Vier, die Eisbären folgen auf Platz Fünf. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Doch diese Partie machte einen Vorgeschmack, was uns in den nächsten Wochen bis zum Ende der Hauptrunde und vor allem dann in den Playoffs erwarten wird. Hart umkämpfte Spiele, welche bis zum Ende auf des Messers Schneide stehen.

Ungewohntes Bild auf dem Spielberichtsbogen: Die Eisbären Berlin hatten endlich mal wieder volle vier Reihen zur Verfügung. Weil Stürmer Mark Olver ins Line-up zurückkehrte und Verteidiger Eric Mik sein Saisondebüt feierte. Im Tor vertraute Trainer Serge Aubin erneut Justin Pogge.
Zudem feierten zwei Spiele heute auch noch ein Jubiläum: Kapitän André Rankel absolvierte sein 850. DEL-Spiel, Austin Ortega sein 50. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an beide Spieler!

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Von Beginn an entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie, welche im weiteren Spielverlauf immer nickliger wurde. Beide Teams machten deutlich, dass sie dieses „Sechs-Punkte-Spiel“ für sich entscheiden wollten. Dementsprechend gingen sie zu Werke, versuchten hinten sicher zu stehen und vorne für Gefahr zu sorgen. Klappte bei den Schanzern zunächst besser. Weil die Eisbären anfangs Probleme hatten, in ihr Spiel zu finden. Zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau machten es den Eisbären zu Beginn sehr schwer. Und Ingolstadt nutzte das zur Führung. Ein Fehler der Eisbären im eigenen Drittel sorgte für den Rückstand durch Brett Olson, welcher frei vor Pogge abziehen konnte und zum 0:1 traf (7.).
Mit zunehmender Spieldauer kamen die Hausherren besser ins Spiel und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, welches hin und her ging. Und knapp zwei Minuten vor der ersten Drittelpause sorgten die Berliner für den Ausgleich. Jubilar André Rankel zog über die rechte Seite klasse vor das Tor, spielte den Puck quer rüber zu PC Labrie, welcher keine großen Probleme hatte, die Scheibe im halbleeren Tor unterzubringen – 1:1 (19.). Das sollte zugleich auch der Pausenstand sein, welcher so in Ordnung ging.

Früh im Mitteldrittel hatten die Gäste von der Donau ein Powerplay und sollten dabei erneut in Führung

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

gehen. Dabei scheiterte zunächst Wayne Simpson am Pfosten, ehe die Eisbären zum Unterzahlkonter über Landon Ferraro und Maxim Lapierre kamen. Ferraro entschied sich für den Schuss, hätte dabei aber vielleicht lieben den Pass auf Lapierre spielen sollen. Direkt im Gegenzug marschierte Mike Collins alleine auf Pogge zu und ließ diesem beim Abschluss keine Chance – 1:2 (25.).
Danach Überzahl für die Eisbären und auch hier zunächst das Team in Unterzahl mit der dicken Chance, aber Pogge rettete gegen Simpson. Und dann zappelte der Puck zum zweiten Mal an diesem Abend im Tor von ERCI-Goalie Jochen Reimer. Landon Ferraro wechselte mal eben die Sportart und erzielte in Baseball-Manier das 2:2 (28.), welches natürlich noch einmal per Videobeweis auf hoher Stock überprüft wurde, aber folgerichtig gegeben wurde.
Die Eisbären danach mit dem nächsten Powerplay, was sie jedoch nicht nutzen konnten. Dafür waren sie dann aber wenige Sekunden später erfolgreich. Marcel Noebels mit der Vorarbeit für den anderen Jubilar Austin Ortega und auch der sollte seinen Scorerpunkt in diesem Spiel bekommen, sorgte somit für die erstmalige Führung der Hauptstädter an diesem Abend – 3:2 (32.).
Und dann wurde es für Ingolstadt zu schnell. Justin Pogge machte das Spiel schnell, schickte James Sheppard auf die Reise, der sah Marcel Noebels am langen Pfosten, spielte die Scheibe rüber und der Berliner Top-Scorer erhöhte auf 4:2 (35.).
Die Eisbären hatten das Spiel also komplett gedreht, brachten aber die Gäste wieder zurück ins Spiel. Brett Findlay durfte auf 4:3 verkürzen (38.). Somit nahmen die Berliner eine Ein-Tore-Führung mit in die Kabine.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Schanzer kamen gut aus dieser und hatten gleich nach Wiederbeginn beste Chancen. Die dickste hatte Mirko Höfflin, als er am Pfosten scheiterte. Das Spiel nahm nun an Intensität immer mehr zu, immer wieder gerieten die Spieler aneinander, man merkte förmlich, wie wichtig diese Partie für beide Teams war. Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch, es ging hin und her und immer wieder kamen beide Teams zu guten Möglichkeiten, aber beide Goalies ließen nichts zu.
Und dann kassierten die Eisbären gut drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit eine Strafzeit und Ingolstadt konnte dann sogar mit zwei Mann mehr agieren, nachdem Trainer Doug Shedden Goalie Jochen Reimer zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Und 107 Sekunden vor dem Ende schlug es hinter Justin Pogge ein. Wayne Simpson hatte das Zuspiel von Mike Collins eiskalt verwertet – 4:4 (59.).Somit ging es nach 60 Minuten also in die Verlängerung.

Und auch in dieser beide Mannschaften mit besten Möglichkeiten. Bei den Eisbären vergab Austin Ortega die beste, als er mit einem Penalty an Jochen Reimer scheiterte. Und auf der Gegenseite traf Brett Olson nur die Latte. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier, aber Tore fielen in der fünfminütigen Verlängerung keine. Das Penaltyschießen musste also die Entscheidung bringen.
Während auf Eisbären-Seite beide Schützen vergaben, trafen auf Ingolstädter Seite beide eiskalt, Tim Wohlgemuth war letztendlich der Matchwinner und sorgte für den dritten Schanzer Sieg in Folge in Berlin.

Die Eisbären bringen sich zur Zeit selbst in solch prekäre Situation, was den Kampf um die direkte

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Playoff-Qualifikation angeht. Eigentlich ist ja ein Platz unter den ersten Vier und das damit verbundene Heimrecht im Viertelfinale das große Ziel, aber aktuell steht man nur auf Platz Fünf, wenn auch punktgleich mit dem Vierten Ingolstadt. Aber der Siebte Düsseldorf ist nur noch sieben Zähler entfernt.
Die Eisbären haben jetzt zum zweiten Mal in Folge im letzten Drittel eine Führung verspielt. In Köln war es ein 3:0, heute ein 4:3, zwischenzeitlich lag man bereits mit 4:2 vorne. Die Berliner finden momentan keinen Weg, solche Spiele über die Zeit zu bringen. Weil sie, wie Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auf der PK sagte, mentale Fehler machen. Heute zum Beispiel kassierte man zwei Gegentore nach schlechtem Wechsel. So etwas darf dir in dieser Liga gegen so ein Team in so einer Phase der Saison nicht passieren. Weil du dadurch wichtige Punkte im Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition in den Playoffs verspielst.
Die Eisbären fanden heute schwer rein ins Spiel, bissen sich dann aber rein und ließen sich auch von der erneuten Panther-Führung nicht aus der Ruhe bringen, drehten das Spiel mit drei Treffern in Folge. Zwischenzeitlich hatte man Ingolstadt also im Sack, ließ sie dann aber wieder frei. Weil man Fehler vor den Gegentoren machte und weil man, wie Kapitän André Rankel (siehe Foto) nach dem Spiel in der Mixed Zone sagte, im letzten Drittel zu passiv war. Da wollte man zu viel vermeiden und kassierte so noch den Ausgleich. Aus diesem Spiel und den Fehlern werden und müssen die Eisbären lernen. Denn jeder selbst verschuldete verlorene Punkt kann am Ende fehlen.

4:3 n.V. in Köln: Am Ende haben es die Eisbären nochmal unnötig spannend gemacht

Ausgabe #21:

Erfolgreicher Abschluss des Rheinland-Wochenendes: Am Sonntagnachmittag gewannen die Eisbären Berlin ihr Auswärtsspiel bei den Kölner Haien vor 17.146 Zuschauern in der Lanxess-Arena mit 4:3 n.V. (1:0,2:0,0:3/1:0) und nahmen somit immerhin noch zwei Punkte vom Trip ins Rheinland mit nach Hause in die Hauptstadt. Dabei hätten es heute zumindest deren drei Zähler sein können wenn nicht sogar sein müssen. Denn bis in Minute 53 führten die Gäste klar und deutlich mit 3:0, nichts deutete mehr auf eine Kölner Aufholjagd hin, doch es sollte ganz anders kommen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Unsere 16-köpfige Reisetruppe machte am Samstag elf Stunden lang Düsseldorf unsicher und gönnte sich ein wenig Sightseeing. Heute morgen ging es dann gestärkt und putzmunter weiter in die Domstadt, welche wir gegen 11:00 Uhr erreichten. Dort vertrieben wir uns noch ein wenig die Zeit bis zum Spielbeginn und dachten kurz, wir wären schon beim Karneval, aber war wohl nur irgendeine andere Veranstaltung. Aber über den „Helau“-Gruß konnten sie nicht so recht lachen, wir hatten halt vergessen, dass wir inzwischen Düsseldorf verlassen hatten. Also wechselten wir rüber zu „Dynamo, Dynamo“-Rufen, aber auch das gefiel denen wieder nicht. Den Kölnern kann man es aber auch nicht recht machen, ein wirklich komisches Volk… 😉

Wir zogen weiter zur Lanxess-Arena und trafen auf dem Weg immer mehr Eisbären-Fans und da war uns schon klar, dass nächste Auswärtsheimspiel sollte anstehen. Auf dem Eis sollte uns keine Veränderung erwarten, es standen die selben Spieler zur Verfügung wie zwei Tage zuvor im ISS-Dome. Auch im Tor gab es keinen Wechsel, Justin Pogge erhielt erneut den Vorzug vor Sebastian Dahm.

Die Voraussetzungen waren diese, dass beide Teams die negativen Erlebnisse der letzten Spiele

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

vergessen machen wollten. Wobei die Kölner da mehr gut zu machen hatten, verloren sie doch zuletzt fünf Spiele in Folge. Die Eisbären hingegen verloren nur zweimal am Stück, dem 2:5 in Iserlohn folgte am Freitagabend ein 1:2 in Düsseldorf. Beide wollten also eine Reaktion zeigen.
Und den Eisbären gelang dies schon nach 75 Sekunden. Marcel Noebels marschierte durch die Kölner Defensive, sah James Sheppard am langen Pfosten stehen und der drückte den Puck relativ problemlos über die Torlinie – 1:0 (2.).
Danach waren die Bemühungen der Haie zu spüren, aber auch deren Verunsicherung angesichts der letzten Auftritte. Das wirkte alles nicht so recht durchdacht in der Offensive und stellte die Eisbären eher selten vor größere Probleme. Auch bei ihren zwei Überzahlspielen konnte Köln jetzt nicht so für große Gefahr sorgen. Die Eisbären konzentrierten sich verstärkt auf ihre Defensive und machten dort einen guten Job.
Nach vorne versuchten es die Eisbären auch immer mal wieder und kamen da auch zu guten Abschlüssen, aber ein zweites Mal wollte die Scheibe nicht im von Gustaf Wesslau gehüteten Haie-Tor einschlagen. Übrigens auch nicht in einem Powerplay, aber gut, diese Problematik ist in Berlin hinlänglich bekannt. So stand es nach 20 Minuten 1:0 in der Domstadt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Haie kamen gut aus der Kabine und hatten gleich einmal eine Konterchance, welche sie aber nicht nutzen konnten. Im Gegenzug wurde es auch vorm Tor der Hausherren gefährlich, allerdings mit dem selben Ergebnis. Köln auch in der Folgezeit weiter sichtlich bemüht, aber wie das eben so ist bei einer Mannschaft, die in der Krise steckt. Da fehlt das Selbstvertrauen, mal außergewöhnliche Dinge zu probieren, da fehlt das Scheibenglück vor dem Tor und generell wirkte das Kölner Spiel wenig durchdacht. Die Eisbären hatten da jetzt nicht die großen Probleme, ihre Arbeit in der Defensive zu verrichten.
Und als die Gäste dann mal den Weg Richtung Offensive suchten, klingelte es auf einmal. Justin Pogge gab die Scheibe zu Ryan McKiernan, der mit einem klasse Aufbaupass in den Lauf von Marcel Noebels, welcher frei vor Wesslau per Rückhand zum 2:0 einnetzte (33.).
57 Sekunden später sollten die rund 500 Berliner Fans erneut jubeln. Hinter dem Berliner Tor gab es noch eine kleinere Auseinandersetzung, das Spiel aber ging weiter und die Eisbären fuhren den nächsten Angriff. An deren Ende war es Kai Wissmann, der aus kürzester Distanz abzog und mit seinem ersten Saisontor auf 3:0 stellte (34.).
Nun kippte die Stimmung in der Lanxess-Arena immer mehr und der Unmut der Haie-Fans wurde immer deutlicher. Wirklich viel Unterstützung bekamen sie nicht von ihren Anhängern, aber nach dem 0:3 stellten sie gleich einmal komplett den Support ein und es waren nach wie vor nur die Eisbären-Fans zu hören. In einer Arena mit über 17.000 Zuschauern, ein Armutszeugnis für dieses Kölner Publikum. Welches im übrigens im weiteren Spielverlauf die eigene Mannschaft auch noch verhöhnte und Eisbären-Fangesänge mitsang.
Beide Mannschaften in der Folgezeit nochmal mit einem Powerplay, aber erfolgreich konnte keine Mannschaft dieses abschließen. So stand es nach einem aus Eisbären-Sicht äußerst effektiven zweiten Drittel 3:0 und die Haie-Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine.

Zu Beginn des Schlussdrittels versuchte KEC-Coach Mike Stewart ein Zeichen zu setzen und brachte

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

für Gustaf Wesslau nun Hannibal Weitzmann ins Kölner Tor. Und die Haie versuchten es weiterhin, gaben Schüsse ab, welche aber entweder neben oder über das Tor gingen oder aber in Justin Pogge ihre Endstation fanden. Einmal hätte es beinahe gescheppert im Berliner Tor, aber Jakub Kindl traf nur den Pfosten (46.).
Die Eisbären wirkten in diesem Drittel irgendwie nicht mehr so clever und abgezockt wie noch in den beiden Dritteln zuvor. Viel mehr hörten sie mit zunehmender Spieldauer auf, zu spielen und brachten so Köln wieder zurück in das Spiel. Und in der 53. Spielminute wurde es erstmals so richtig laut in der Arena. Alexander Oblinger hatte von der rechten Seite abgezogen, die Scheibe rutschte Pogge am kurzen Pfosten irgendwie durch und schon stand es nur noch 1:3.
Köln nun mit Oberwasser, setzte die Eisbären in deren Drittel unter Druck, erkämpfte den Puck und Jason Akeson sorgte für den Anschlusstreffer der Hausherren – 2:3 (54.).
Nun kochte die Arena auf einmal und die Haie-Fans waren aus ihrem Tiefschlaf erwacht, unterstützten auf einmal wieder ihr Team. Das Spiel nahm nun an Spannung zu und wurde richtig dramatisch. Die Eisbären in der Schlussphase nochmal mit einem Überzahlspiel (erst 4-gegen-3, dann 5-gegen-4), knapp zwei Minuten noch auf der Uhr. Nun sollte man dieses knappe 3:2 doch über die Zeit bringen und drei Punkte mitnehmen. Denkste! Denn Ryan McKiernan wanderte 50 Sekunden vor dem Spielende auch noch auf die Strafbank und da Köln den Goalie vom Eis nahmen, hatten sie nun ein Powerplay. Und da gelang den Domstädtern acht Sekunden vor der Schlusssirene tatsächlich noch der Ausgleich. Frederik Tiffels fand irgendwie die Lücke und glich zum 3:3 aus (60.). Somit ging also auch das dritte Aufeinandertreffen beide Mannschaften in dieser Saison in die Verlängerung. Zuvor hatten beide je einmal gewonnen.

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Und in der Overtime die Haie zu Beginn noch mit einem Mann mehr und wenig später sollte auch noch ein weiteres Powerplay folgen. Die Gastgeber waren nun am Drücker, wollten das Spiel jetzt auch noch komplett drehen und gewinnen. Die Defensive der Eisbären stand unter Druck, aber sie überstanden beide Unterzahlspiele und sollten dann zum Lucky Punch ausholen. Leo Pföderl drehte eine Runde durchs Kölner Drittel und kein Haie-Spieler fühlte sich irgendwie verantwortlich für die Berliner Nummer 93. Pföderl legte die Scheibe vor dem Tor quer und James Sheppard war zur Stelle – 4:3 in der 65. Spielminute, 45 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung. Die Berliner Nummer 88 eröffnete das Spiel und beendete es auch, sicherte seiner Mannschaft zudem noch den Zusatzpunkt.

Aber wie bereits eingangs erwähnt, war es ein verschenkter Punkt. Denn die Eisbären hatten das Spiel

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im Griff, führten 3:0 gegen verunsicherte Haie, brachte Köln aber unnötigerweise wieder zurück ins Spiel. Weil man selbst das Spielen einstellte und Köln so zum Ausgleich kommen ließ. Weil die Gegenwehr zu Wünschen übrig ließ und man es verpasste, das Spiel souverän zu Ende zu spielen und per Konter vielleicht noch das vierte oder fünfte Tor nachzulegen. Stattdessen stellte man aus unerklärlichen Gründen das Spielen ein, was Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auch ärgerte. Er freute sich zwar über die zwei Punkte, aber meinte auch, dass man aus diesem Spiel lernen muss.
Lernen, wie man ein 3:0 souverän über die Zeit bringt und nicht leichtfertig verspielt. Lernen, wie man 60 Minuten lang sein Spiel durchzieht und nicht nur 52 Minuten. Denn bis zum 1:3 war das ein abgezockter Auftritt der Eisbären, die hinten wenig hochkarätiges zu ließen und vorne eiskalt ihre Chancen nutzten. Was aber in der Schlussphase auf einmal los war, wird das Geheimnis der Mannschaft bleiben.
Das Köln nach dem Doppelschlag zum 2:3 noch einmal Aufwind bekommt und die zweite Luft, ist verständlich. Aber die Eisbären verpassten es, in dieser Zeit dagegen zu halten und per Konter vielleicht das 4:2 zu erzielen und dem Ganzen somit ein Ende zu setzen. Aus solchen Spielen muss man lernen, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert. Denn im Kampf um einen der ersten sechs Plätze ist jeder Punkt wichtig und der heute verlorene könnte evtl. noch schmerzhaft vermisst werden.

1:2 in Düsseldorf: Eisbären verlieren wegen schlechter Chancenverwertung und zwei individueller Fehler

Ausgabe #20:

Niederlage im ersten Teil des Rheinland-Wochenendes: Vor 10.063 Zuschauern im ISS-Dome verloren die Eisbären Berlin am Freitagabend mit 1:2 (0:0,0:1,1:1) bei der Düsseldorfer EG. Eine Niederlage, die ebenso bitter wie unnötig war. Weil es kein schlechter Auftritt der Mannschaft von Trainer Serge Aubin war, sie insgesamt mehr Chancen hatte, aber an der eigenen Chancenverwertung scheiterte. Und an zwei individuellen Fehlern, die zu den beiden Gegentoren führten.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Dabei begann der Tag noch so hoffnungsvoll für die rund 1.500 Eisbären-Fans, welche sich am Freitagvormittag via Sonderzug, Bus, Auto, Flugzeug oder ICE auf den Weg Richtung Düsseldorf Hauptbahnhof machten. So auch unsere Truppe, die sich um 11:00 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof auf den Weg machte. In Hannover erhielt unsere Reisegruppe Zuwachs von den Jungs und Mädels der Eisbären Sektion Nord, mit denen wir seit Jahren eine Fan-Freundschaft pflegen.
Mit guter Laune ging es Richtung Zielort, welchen wir gegen 15:45 Uhr erreichten. Nach kurzem Check-in im Hotel ging es weiter Richtung ISS-Dome, wo wir mit die ersten Fans waren. Dort angekommen stellten wir gleich einmal fest, dass man in Düsseldorf scheinbar nichts vom letzten Sonderzug gelernt hat und man nach wie vor nur eine Tür am Eingang offen hatte. Vielleicht haben sie ja dieses Mal daraus gelernt…

Nun war also die Arena und der Gästeblock erreicht und der Spielbeginn rückte immer näher. Der Block füllte sich und die Stimmung wurde immer besser. Auf dem Eis konnte man endlich wieder John Ramage, Landon Ferraro und Lukas Reichel in Aktion sehen, musste dafür aber auf Fabian Dietz verzichten. Und im Tor gab Aubin Justin Pogge eine neue Chance.

Hinein in ein defensiv geprägtes erstes Drittel. Beide Mannschaften waren darauf bedacht, hinten sicher zu stehen, weshalb es wenige Top-Chancen gab. Viel spielte sich in der neutralen Zone ab.

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Sowohl die DEG als auch der EHC hatten ein kurzzeitiges Überzahlspiel, was aber auch nicht für viel Gefahr sorgte. Erst in der zweiten Hälfte des Auftaktdrittels gab es dann mal ein, zwei brenzlige Situationen auf beiden Seiten. So retteten die Eisbären kurz vor der eigenen Torlinie, während Rückkehrer Lukas Reichel mit seinem Onetimer scheiterte.
Die Hausherren zum Ende hin nochmal in Überzahl und da versuchte es Ex-Eisbär Alex Barta. Aber der scheiterte zunächst an Frank Hördler, der einen Schuss klasse blocken konnte und dann noch an der Fanghand von Justin Pogge.
Somit endete das erste Drittel also torlos und die Stimmung war weiterhin bestens.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des Mitteldrittels überstanden die Berliner noch ein aus dem ersten Drittel resultierendes Powerplay der Rheinländer und es ging weiter mit dem Spiel auf Augenhöhe. Ein bisschen Playoff-Charakter war zu spüren, verständlich, sind beide Mannschaften doch Konkurrenten im Kampf um die direkte Qualifikation für das Viertelfinale. Es war also fast schon abzusehen, dass ein Fehler her musste, damit ein Tor fallen würde.
So geschehen in Minute 30, als die Berliner die Scheibe in der neutralen Zone verloren und die Hausherren konterten. Leon Niederberger schloss ab und überwand Justin Pogge im Eisbären-Tor – 0:1.
Beide Teams in der Folge nochmal mit je einem Überzahlspiel und Chancen, aber weitere Tore fielen nicht und so nahm die Mannschaft von Trainer Harold Kreis ein knappes 1:0 mit in die Kabine.

Im Schlussdrittel fanden die Eisbären schnell die Antwort. Maxim Lapierre und Lukas Reichel setzten Austin Ortega in Szene, welcher aus der

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Drehung abzog und den Puck in der linken Torecke versenkte – 1:1 (42.).
Auch danach machten die Berliner weiter Druck und erspielten sich richtig gute Möglichkeiten. Einzig die Scheibe wollte nicht ein zweites Mal im von Ex-Eisbären-Goalie Matthias Niederberger gehüteten Tor einschlagen.
Und was machte eigentlich Düsseldorf, während die Gäste an der Führung arbeiteten? Sie gingen selbst in Führung! Puckverlust der Eisbären im Angriffsdrittel, Reid Gardiner lupfte die Scheibe über drei Eisbären-Spieler hinweg in den Lauf von Maximilian Kammerer, welcher vor das Tor zog und die Scheibe eiskalt und mit ein bisschen Glück versenkte. Glück, weil Justin Pogge beinahe mit seinem Schoner pariert hätte, aber es glückte ihm nicht, was ihn mächtig ärgerte, wie man an seiner Reaktion sah – 1:2 (51.).
Die Düsseldorfer also mit der Führung aus dem Nichts, die Eisbären mussten nun also reagieren. Und sie hatten die Möglichkeit in Überzahl, aber so richtig zwingend wurde es nicht.
Es wurde immer spannender und die Dramatik nahm zu. Eigentlich die Gäste aus der Hauptstadt in Unterzahl, aber Maxim Lapierre mit dem Unterzahlkonter, vergab diesen aber denkbar knapp. Aus dem Unterzahlspiel wurde schnell ein 4-gegen-3-Powerplay und wenig später sogar ein doppeltes Überzahlspiel. Und die Eisbären hatten auch beste Chancen, einzig das Glück vor dem Tor war heute nicht auf Seiten der Berliner, welche die Partie somit am Ende mit 1:2 verloren und damit auch das zweite Gastspiel in Düsseldorf in der diesjährigen Hauptrunde.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Eine Niederlage, die unnötig war, denn nach zwei Dritteln auf Augenhöhe waren die Gäste von der Spree im letzten Drittel deutlich am Drücker, nur scheiterten sie an der eigenen Chancenverwertung. Düsseldorf erwies sich da einfach als das clevere Team, welches abgezockt und eiskalt war. Und zudem gingen beiden Toren individuelle Fehler voraus. Insofern also eine vermeidbare Niederlage.

Dennoch wurde die Mannschaft von den rund 1.500 Fans mit Applaus verabschiedet, denn es war kein schlechtes Spiel unserer Jungs, am Ende machten Kleinigkeiten den Unterschied aus.
Die Spieler bedankten sich anschließend für den großartigen Support der Fans, die das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht haben. Von den DEG-Fans war nur selten etwas zu hören, an die legendäre Brehmstraße erinnerte hier rein gar nichts. Auch das Intro wirkte sehr öde und langweilig, da hatte man in Düsseldorf schon besseres zu bieten.

Während sich der Großteil der Eisbären-Fans per Sonderzug wieder auf den Heimweg nach Berlin machte, ließen wir den Abend gemütlich an der Hotelbar ausklingen. Teil Eins des Rheinland-Wochenendes war geschafft und das nächste Ziel hieß Köln und die Lanxess-Arena. Vorher folgt aber erst einmal noch Sightseeing in Düsseldorf.

Start verpennt und zu viele unnötige Strafzeiten: Die Eisbären verlieren mit 2:5 beim Tabellenletzten Iserlohn

Das Iserlohn-Spiel ist definitiv das schwierigere Spiel dieses Wochenende„, hatte Leo Pföderl nach dem Heimsieg am Freitag gegen München noch gesagt. Der Stürmer sollte recht behalten, denn die Eisbären Berlin verloren vor 4.329 Zuschauern in der Eissporthalle am Seilersee mit 2:5 (0:4,1:0,1:1) bei den Iserlohn Roosters und kassierten damit die achte Niederlage aus den letzten elf Gastspielen im Sauerland. Der Seilersee liegt den Eisbären eben irgendwie nicht. 

Bei den Eisbären fehlte heute im Vergleich zum München-Spiel am Freitag Youngster Thomas Reichel, welcher gestern beim Freiluftspiel in Dresden mit dabei war. Im Tor begann erneut Neuzugang Justin Pogge.

Foto: ela on tour/ela, britta und jasmin

Die Vorzeichen waren eigentlich klar. Der Tabellenletzte aus Iserlohn empfing den Tabellenvierten Berlin. Die Roosters verloren sieben der letzten acht Spiele, die Eisbären holten 16 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Spielen. Doch es sollte ganz anders kommen.
In der zweiten Spielminute kassierte Austin Ortega eine Strafzeit wegen eines Ellbogenchecks. Eine sehr fragwürdige Entscheidung von den beiden Hauptschiedsrichtern Rainer Köttstorfer und Gordon Schukies, denn eigentlich war das ein sauberer Check. Doch Gefahr sollte ja eigentlich nicht drohen, stellten die Sauerländern doch das schlechteste Powerplay der Liga. Aber heute war ja Gegenteiltag. Ex-Eisbär Jamie MacQueen wurde auf der linken Seite angespielt, zog vom linken Bullykreis ab und die Scheibe ging am kurzen Pfosten durch ins Tor – 0:1 (3.).
Das folgende Bully führte direkt zum nächsten Tor. Bobby Raymond hatte aus der neutralen Zone (!) abgezogen, Justin Pogge war auf dem Weg in die rechte Ecke, als die Scheibe auf sein Tor kam und schlussendlich in der linken Ecke einschlug – fünf Sekunden später, 0:2 (3.).
Eisbären-Trainer Serge Aubin reagierte sofort und nahm Pogge vom Eis, für ihn rückte Ex-Iserlohn-Goalie Sebastian Dahm zwischen die Pfosten.
Aber auch Dahm musste direkt hinter sich greifen. Erneut eine äußerst fragwürdige Strafe gegen die Berliner (Frank Hördler wegen Hakens) und das schlechteste Powerplay war erneut erfolgreich. Raymond versuchte es von der blauen Linie, sein erster Schuss wurde noch geblockt, aber beim zweiten Schuss von der blauen Linie fand der Puck den Weg durch ins Tor – 0:3 (5.).
Und Iserlohn war nun richtig heiß auf Tore, während die Eisbären vollkommen von der Rolle waren. Gewühl vor dem Berliner Tor, fünf Eisbären (!) schafften es nicht, gegen zwei Iserlohner die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen. Ex-Eisbär Daniel Weiß war am Ende der Nutznießer und stocherte die Scheibe nach mehrmaligen Versuchen zum 0:4 über die Linie (8.).
Erst ab Mitte des ersten Drittels fanden die Hauptstädter etwas besser ins Spiel und versuchten auch mal ihr Glück vor dem Iserlohner Tor von Andreas Jenike. Man hatte auch ein Powerplay, aber da blockte Iserlohn gut die Schussversuche, erst zum Ende hin und kurz danach hatten die Berliner mal eine gute Drangphase. Eine Minute vor der ersten Drittelpause nochmal ein Gewühl vor Jenike, wo James Sheppard die dicke Chance zum Ehrentreffer hatte, aber er scheiterte am Pfosten.
So stand es nach dem ersten Drittel 0:4 aus Berliner Sicht. Verteidiger Florian Kettemer analysierte das Auftaktdrittel wie folgt:

Wir haben vier Tore kassiert, die absolut verdient waren. Wir waren einfach nicht bereit, waren zu weit weg von den Männern, sind nicht in den Zweikämpfen und dann passiert sowas. Ich weiß auch nicht, was es ist, vielleicht brauchen wir den Reiz, aber sowas dürfen wir uns in dieser Liga nicht leisten und das müssen wir schnell abstellen.

Das Mitteldrittel begannen die Gäste in Überzahl. Und nach einer weiteren Strafe gegen Dieter

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Orendorz war es sogar eine doppelte Überzahl. Und da schlug es im Iserlohner Tor endlich ein. Die Scheibe lief mit zwei Mann richtig gut, Austin Ortega spielte die Scheibe hoch zu Frank Hördler und der traf per Onetimer zum 4:1 (22.).
Auch danach in der einfachen Überzahl gab es zwei weitere gute Möglichkeiten durch Ryan McKiernan und erneut Hördler. Die Berliner waren nun also drin im Spiel. Sie machten gut Druck und suchten auch nach dem Powerplay immer wieder die Abschlüsse vor dem Tor von Andreas Jenike.
Dann kassierte man aber zwei Strafen in Folge und musste somit zweimal in Unterzahl ran, aber diesmal das Penaltykilling mit einer richtig guten Leistung (allen voran der sehr auffällige Florian Kettemer störte immer wieder im entscheidenden Moment), weshalb man die beiden Unterzahlspiele schadlos überstand. Dabei hatte man durch Constantin Braun sogar noch die beste Chance mit einem Mann weniger auf dem Eis, aber „Tine“ bekam die Scheibe nicht im Tor unter.
Auch bei der dritten Unterzahlspiel der Eisbären im Mitteldrittel leistete das Penaltykilling der Eisbären gute Arbeit und erneut war es „Tine“ Braun, welcher in Unterzahl nach klasse Vorarbeit von PC Labrie die beste Chance hatte, aber wieder scheiterte.
In der Schlussphase nahm der Druck der Hauptstädter dann mehr und mehr zu. Austin Ortega und PC Labrie scheiterten innerhalb kürzester Zeit, wenig später auch Leo Pföderl, der heute übrigens sein 400. DEL-Spiel absolvierte. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Leo! Dann die Eisbären zum Ende hin wieder mit einem Powerplay und da wurde es richtig gefährlich für Iserlohn. Leo Pföderl (2x), André Rankel, Marcel Noebels und PC Labrie – sie alle hatten beste Chancen, aber sie alle scheiterten an Andreas Jenike oder aber schossen den Puck knapp vorbei. So nahm Iserlohn eine 4:1-Führung mit in die Kabine, konnte sich aber vor allem bei Goalie Andreas Jenike bedanken, dass man noch komfortabel führte. Denn der Druck der Eisbären nahm gehörig zu, aber im Abschluss fehlte eben das nötige Glück.

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Im Schlussdrittel waren die Berliner weiterhin bemüht und suchten auch immer wieder den Abschluss, aber es fehlte so eine richtig hundertprozentige Chance in dieser Phase. So war es auch klar, dass ein „dreckiges Tor“ her musste. Und dieses fiel in der 45. Spielminute. Jonas Müller hatte die Scheibe auf das Tor gebracht, dort entstand ein Gewühl und Top-Scorer Marcel Noebels behielt in diesem Chaos die Übersicht, schoss zum 2:4 ein.
Nochmal ein Hoffnungsschimmer für die Schlussphase? Nein, denn James Sheppard wanderte wegen Stockschlags für zwei Minuten in die Kühlbox. Die Folge war der dritte Powerplaytreffer der schlechtesten Überzahlmannschaft in dieser Liga. Mal wieder war es ein Onetimer von Jamie MacQueen, welcher zum Erfolg führte, die Scheibe rutschte Dahm durch die Schoner – 2:5 (48.). Die Eisbären hätten von seiner Gefahr in Überzahl eigentlich wissen müssen…
Danach war dann die Luft raus. Auch wenn die Eisbären weiter anrannten, so wirklich zwingend wurde es nicht mehr. Die Schüsse gingen entweder neben oder über das Tor oder aber sie waren eine sichere Beute von Andreas Jenike. So brachten die Sauerländer das 5:2 über die Zeit und sicherten sich den zweiten Heimsieg gegen die Eisbären in dieser Saison.

Und diese haben sich die Niederlage und das erste punktlose Spiel seit sechs Spielen selbst

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zuzuschreiben. Sie haben den Start komplett verpennt, hatten über weite Strecken ein äußerst schlechtes Penaltykilling und nahmen einfach zu viele (teilweise unnötige) Strafen. Vor dem Tor fehlte die Genauigkeit, die Kaltschnäuzigkeit, die unbedingte Gier, das Tor erzielen zu wollen. Kein Wunder also, dass Iserlohn aus 21 Schüssen fünf Tore machte und die Berliner aus 44 Schüssen (!) nur zwei.
Die Eisbären erwischten halt einfach einen komplett gebrauchten Tag, da reihten sich auch gleich die beiden Torhüter mit ein, welche beide ebenfalls keine gute Figur abgaben. Aber das trifft heute ja auf die gesamte Mannschaft zu. Dementsprechend fiel auf das Statement von Verteidiger Kai Wissmann nach Spielende aus:

Wenn es nach zehn Minuten schon 4:0 steht, ist es natürlich sehr scheiße. Danach haben wir alles versucht, haben alles nach vorne geworfen, hatten auch viele Chancen. Leider sind nicht mehr viele rein gegangen. Aber nach zehn Minuten 4:0 hinten zu liegen, das kann natürlich nicht sein. Wir müssen einfach von Anfang an bereit sein, Körper spielen. Zwei Tore davon waren in Unterzahl, da müssen wir Schüsse blocken, dem Torhüter helfen, wenn er nichts sieht. Es darf einfach nicht passieren, dass es 4:0 steht.

4:3-Siegtreffer 30 Sekunden vor der Schlusssirene: Leo Pföderl lässt die Arena am Ostbahnhof beben

Ausgabe #19:

Es gibt normale Siege, wie gegen Iserlohn, Krefeld oder Schwenningen. Und dann gibt es besondere Siege, wie gegen Köln, Mannheim oder aber eben München. Diese schmecken dann besonders süß und am Freitagabend war mal wieder einer dieser „süßen Momente“ in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Denn die Eisbären Berlin hatten den Liga-Primus und dreimaligen Deutschen Meister EHC Red Bull München zu Gast und feierten im dritten Anlauf endlich ihren ersten Saisonsieg gegen die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson. 4:3 (2:0,1:2,1:1) stand es nach 60 Minuten und die Fans feierten freudetrunken den Sieg gegen den Erzrivalen. „Oh wie ist das schön“ schallte es durch das weite Rund und man sah überall freudige Gesichter – auf dem Eis und auf den Rängen. Es war eben mal wieder einer dieser besonderen Abende.

Bei den Eisbären fiel neben den Langzeitverletzten heute auch noch Stürmer Landon Ferraro aus, nach dem er im Heimspiel am Montagabend gegen Augsburg einen Schuss geblockt hatte. Dafür feierte Neuzugang Justin Pogge sein Debüt im Eisbären-Trikot, er stand für Sebastian Dahm zwischen den Pfosten.

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Das Spiel war von Beginn an von zwei starken Defensivreihen geprägt. Beide Teams standen hinten sicher und wollten aus dieser sicheren Defensive ihre Angriffe starten. So waren Torchancen eher Mangelware, was aber dem Spiel keinesfalls schadete, denn es war ein hochinteressantes Spiel zweier absoluter Spitzenmannschaften.
Und mit der ersten richtigen Chance gingen die Hausherren dann in Führung. Ob es dabei gleich zum ersten Assist von Goalie Justin Pogge gereicht hat, ist noch nicht entscheidend beantwortet. In der Arena wurde er als Vorlagengeber genannt, auf der DEL-Homepage werden jedoch Kai Wissmann und Frank Hördler genannt. Was aber letztendlich auch egal ist, denn viel wichtiger war der Treffer von James Sheppard. Er ließ zwei Münchner Spieler an der blauen Linie ziemlich alt aussehen, zog ab und Münchens Goalie Kevin Reich flutschte die Scheibe irgendwie durch die Schoner und schon führten die Eisbären mit 1:0 (5.).
Die Berliner Nummer 88 hatte nun richtig Lust auf Tore und er war Nutznießer, als sich Keith Aulie und Mark Voakes uneinig waren, wer denn nun die Scheibe aus dem eigenen Drittel bringen sollte. Sheppard ging dazwischen, nahm sich die Scheibe einfach, tauchte frei vor Reich auf, verlud ihn eiskalt und schob die Scheibe lässig durch dessen Schoner – 2:0 (7.).
Was für ein Auftakt für die Eisbären, die äußerst effektiv vor dem gegnerischen Tor waren. Und hinten die Berliner mit ganz starker Defensivarbeit, sie machen immer wieder klug die Schusswege zu und wenn doch mal ein Schuss kam, dann versuchte man, diesen zu blocken. Man machte München das Leben sehr schwer. München dann zwar mit einem Powerplay, aber auch das Penaltykilling der Hausherren mit ganz starker Arbeit und so waren es die Eisbären, die durch James Sheppard (wer auch sonst) die dicke Chance auf das dritte Tor hatten, aber sein Schuss ging denkbar knapp am Kasten von Reich vorbei.
Auch das zweite Münchner Powerplay blieb erfolglos, weil die Eisbären in Unterzahl ganz stark verteidigten und so das 2:0 mit in die erste Drittelpause nahmen.

In der Kabine muss sich München viel vorgenommen haben und schnell setzten sie dieses Vorhaben

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auch in die Tat um. Es dauerte nur ganze 35 Sekunden, ehe Jason Jaffray einen Abpraller vom Justin Pogge verwertete und auf 2:1 verkürzen konnte (21.).
Die Gäste aus Bayern fanden im Mitteldrittel wesentlich besser zu ihrem Spiel und konnten die Eisbären immer wieder unter Druck setzen. Und in der 28. Spielminute wäre ihnen auch beinahe der Ausgleich gelungen, doch der Pfosten rettete für die Eisbären beim Schuss von Keith Aulie. Aber auch München hatte zwei Minuten später das Glück mit dem Pfosten auf seiner Seite, als es Leo Pföderl versuchte. Und weitere zwei Minuten später war es erneut Pföderl, der am Aluminium scheiterte. Dieses Mal war es die Latte gewesen.
München war optisch gesehen die aktivere Mannschaft, aber die Eisbären waren heute einfach eiskalt vor dem Tor. Fabian Dietz mit dem klasse Zuspiel auf PC Labrie, welcher alleine auf Reich zu fuhr und ihm den Puck zum dritten Mal in diesem Spiel durch die Schoner schoss – 3:1 (34.).
Drei Minuten vor der zweiten Pause die Eisbären mal mit einem Powerplay, aber dort musste man den Anschlusstreffer hinnehmen. Und man musste neidlos anerkennen, dass es ein klasse Tor von Patrick Hager war. Er tankte sich klasse durch das Eisbären-Drittel, zog vor das Tor und überwand Justin Pogge äußerst cool und sehr sehenswert. Chapeau, Herr Hager!
So stand es nach 40 Minuten 3:2 für die Hauptstädter, welche einfach immer zum richtigen Zeitpunkt trafen, aber noch einmal zittern mussten nach dem Shorthander von Hager.

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Im letzten Drittel machte es erneut „Peng“ am Gestänge, Austin Ortega hatte abgezogen und dabei nur den Außenpfosten getroffen. Dann mal wieder München, Frank Mauer frei vor Pogge, aber der neue Goalie zeigte seine ganze Klasse und entschärfte diese Situation.
Aber 17 Sekunden nach dieser Szene schlug es doch hinter dem Berliner Goalie im Tor ein. Ex-Eisbär Blake Parlett hatte von der blauen Linie abgezogen und Jason Jaffray fälschte unhaltbar für Pogge ab – 3:3 (45.).
Es entwickelte sich nun ein Spiel auf Augenhöhe, beide Teams wollten den Sieg und beide investierten viel in die Offensive. München hatte zudem in den letzten zehn Minuten zwei Überzahlspiele, weil Ex-München-Verteidiger Florian Kettemer gleich zweimal in die Kühlbox wanderte. Was für großen Unmut auf den Rängen sorgte. Denn die beiden Hauptschiedsrichter Jamie Koharski und Stephan Bauer hatten nicht gerade ihren besten Tag, hatten keine klare Linie und pfiffen auf einmal Sachen, die sie zuvor haben noch laufen lassen. Dass es an sich eine gerechte Strafzeit war, war unumstritten, aber man kann halt nicht einmal Strafe dafür geben und einmal nicht. Zum Nachteil für die Eisbären saßen sie häufiger auf der Bank als München, aber auch das konnte sie nicht am späteren Sieg hindern.
Dabei hatte Konrad Abeltshauser im Powerplay bei der zweiten Strafe gegen Kettemer die Riesenchance, doch auch hier stand wieder einmal der Pfosten im Weg.
München versuchte es weiter, aber Justin Pogge ließ nichts mehr durch. Und dann kam der große Auftritt von Frank Hördler. 30 Sekunden waren noch auf der Uhr, als der Berliner Verteidiger abzog. Leo Pföderl sah dies, hielt seine Kelle in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Kevin Reich ab – 4:3 (60.). Was nun folgte, war Ekstase pur. Man hätte fast meinen können, es war der Treffer zur achten Deutschen Meisterschaft gewesen. So laut war es auf einmal in der Arena am Ostbahnhof. Aber es zeigte eben die Wertigkeit dieses Sieges gegen den Liga-Primus München. Die nahmen zwar noch mal eine Auszeit und Goalie Kevin Reich vom Eis, aber die Eisbären brachten das 4:3 sicher über die Zeit und holten sich den ersten Sieg gegen München in dieser Saison.

Und das, weil sie vor dem Tor eiskalt ihre Chancen genutzt haben und immer zum richtigen Zeitpunkt

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

getroffen haben. Sie nutzten zudem die Fehler der Gäste aus und machten denen das Leben sehr schwer. Zwar kann man München nicht über die gesamte Spielzeit vom Tor fernhalten, aber waren die Hochkaräter der Münchner überschaubar. München hatte genauso wie die Eisbären großes Pech mit Pfosten-/Lattentreffern, aber letztendlich war am Ende der Goalie der Unterschied. Während Kevin Reich die Scheibe dreimal durch die Hosenträger bekam, hielt Justin Pogge (siehe Foto rechts) in den wenigen Münchner Druckphasen sehr stark und ließ die Gäste somit verzweifeln.
Und die Eisbären ließen sich auch nicht von den Gegentreffern aus der Ruhe bringen. Nicht vom schnellen 1:2 kurz nach Wiederbeginn im zweiten Drittel, nicht vom 2:3 in eigener Überzahl und nicht vom 3:3 im letzten Drittel. Sie blieben ruhig und zogen ihren Plan weiter durch. Mit Erfolg, denn mit der letzten Offensivaktion sorgten Frank Hördler und Leo Pföderl für einen mal wieder sehr süßen Sieg gegen einen Erzrivalen.

3:2 vs. Augsburg: Eisbären stecken zweimaligen Rückstand weg und erkämpfen sich die letzten drei Punkte des Jahres 2019

Ausgabe #18:

So kann das Jahr 2019 doch zu Ende gehen: Die Eisbären Berlin haben das letzte Spiel in diesem Jahr gewonnen und gehen so mit einem guten Gefühl ins neue Jahr 2020. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, ehe die Eisbären-Fans in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof die drei Punkte gegen die Augsburger Panther bejubeln konnten. Am Ende stand ein knapper 3:2 (1:1,1:1,1:0)-Heimsieg gegen die Fuggerstädter, womit die Hauptstädter ihren vierten Platz verteidigten. Man liegt also, was die Platzierung in der DEL-Tabelle angeht, weiterhin im Soll. Was die Leistung betrifft ist aber nach wie vor noch Luft nach oben. Aber man braucht ja gute Vorsätze für das neue Jahr.

Überraschung vor dem Spiel der Berliner gegen die Fuggerstädter: Nach dem Heimspiel gegen Bremerhaven am Freitagabend hatte Trainer Serge Aubin noch gesagt, es würde kein Spieler aus dem Lazarett zurückerwartet und dann das – Leo Pföderl war wieder im Kader der Berliner. Was den Eisbären natürlich noch mehr Tiefe im Kader bescherte, was angesichts der dünnen Personaldecke und der vielen Spiele innerhalb kürzester Zeit enorm wichtig ist. Im Tor stand auch heute wieder Sebastian Dahm. Wie oft ich das in Zukunft noch schreiben kann, bleibt abzuwarten, denn die Berliner verpflichteten ja heute Goalie Justin Pogge, um auf der Torhüterposition noch mehr Tiefe zu haben. Persönlich finde ich diese Personalie nicht gut, vor allem Maximilian Franzreb gegenüber. Angesichts der Personalprobleme auf dem Spielersektor hätte man sich lieber da nach Verstärkung umsehen sollen. Aber nichtsdestotrotz heißen wir Justin Pogge herzlich Willkommen in der Hauptstadt und freuen uns auf sein Debüt im Eisbären-Trikot.

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Ruhig begann das letzte Heimspiel des Jahres, beide Teams tasteten sich erst einmal ab und waren auf eine sichere und kompakte Defensive bedacht. Aber vom ersten Bully an war deutlich zu sehen, dass dieses Spiel über die gesamte Spielzeit hart umkämpft sein würde. Kein Puck wurde verloren gegeben, beide Teams mussten hart arbeiten. Was natürlich nicht immer schön anzusehen ist.
Nach vier Minuten bot sich den Hausherren die erste Chance, in Überzahl zu agieren. Aber das Powerplay war nicht wirklich gut und verpuffte somit ergebnislos. Dennoch waren die Eisbären nun die optisch gesehen überlegene Mannschaft, taten mehr für das Spiel und versuchten, das 1:0 zu erzielen. Und Augsburg? Die gingen plötzlich wie aus dem Nichts in Führung! Sieben Minuten waren gespielt, da zog Sahir Gill einfach mal vom linken Bullykreis aus ab, Adam Payerl hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und auf einmal lag der AEV vorne – 0:1.
Die Eisbären nun erst einmal geschockt, mussten sich erst einmal sammeln. Den Panthern spielte das Ergebnis natürlich in die Karten, konnten sie weiterhin aus einer kompakten Defensive heraus auf Fehler der Eisbären und somit auf Konter lauern, was ihnen aber nicht wirklich oft gelang. Gefühlt war der Treffer zum 0:1 der einzig nennenswerte Angriff der Panther. Aber die Eisbären sorgten noch im ersten Spielabschnitt für den Ausgleich. Ryan McKiernan hatte abgezogen, AEV-Goalie Olivier Roy bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Rückkehrer Leo Pföderl war zur Stelle. Er setzte nach, scheiterte, setzte erneut nach und kämpfte den Puck über die Torlinie – 1:1 (15.).
Im Anschluss der AEV nochmal mit einem Powerplay, was aber genauso erfolglos wie das der Eisbären war. Es ging also beim Stand von 1:1 in die erste Drittelpause.

Das Mitteldrittel begann sehr zäh. Es ging zwar hin und her, aber es gab nichts erwähnenswertes vor

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den Toren zu berichten. Beide Mannschaften arbeiteten Eishockey anstatt es zu spielen, dementsprechend schwer war die Kost auf dem Eis für die Zuschauer in der Arena. Dazu kam noch, dass das Spiel der Eisbären in diesem Drittel auch nicht wirklich irgendjemanden vom Hocker riss, ganz im Gegenteil. Das Spiel der Gastgeber wirkte zerfahren, zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau, zu viele Fehler beim Passspiel, es wirkte alles sehr fahrig aus Berliner Sicht.
Und dann lud man Augsburg auch noch zu Chancen ein. T.J. Trevelyan marschierte im eigenen Drittel los, wurde überhaupt nicht angegriffen oder aber gestört, zog ins Angriffsdrittel, wo sich auch noch keiner für ihn verantwortlich sah und zog einfach ab. Mit Erfolg, sein Schuss schlug im Tor von Sebastian Dahm ein – 1:2 (32.).
Es folgte je ein Powerplay für beide Mannschaften, wir sparen uns dabei aber genauere Details, denn erneut war das von beiden Teams rein gar nichts. Aber umso schöner war das Ende der Strafzeit gegen die Eisbären. Denn Marcel Noebels startete zum Konter, als PC Labrie gerade von der Strafbank zurück aufs Eis kam. Er sah ihn auf der anderen Seite stehen, passte ihm die Scheibe zu und Labrie vollendete eiskalt – 2:2 (38.). Somit nahmen die Eisbären aus einem aus ihrer Sicht eher mäßigen Drittel doch noch ein Unentschieden mit in die Pause.

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Was einmal klappt, klappt meistens auch zweimal – dachten sich jedenfalls die Eisbären. Ryan McKiernan nahm früh im Schlussdrittel eine Strafzeit, mit Ablauf dieser gingen die Eisbären erstmals in Führung. Austin Ortega zog zur Drittelmitte, ließ die Scheibe für Maxim Lapierre liegen, welcher zum Schuss ausholte und Roy im AEV-Kasten bezwingen konnte – 3:2 (43.).
Die Eisbären im Anschluss mit einem weiteren Überzahlspiel, in dem man sich auch ein, zwei Chancen erspielen konnte, aber das Penaltykilling war heute weitaus besser als das Powerplay.
Mitte des letzten Drittels Augsburg mal mit einer richtig guten Drangphase während eines Wechsels, da standen die Berliner ganz schön unter Druck und mussten ihr Tor mit allem, was sie hatten, verteidigten. Was ihnen auch gelang.
Zweieinhalb Minuten vor dem Spielende musste Kai Wissmann noch einmal in die Kühlbox, Augsburg bot sich in der Schlussphase also die Chance zum Ausgleich in Überzahl. In der letzten Minuten versuchten sie es sogar mit zwei Mann mehr, nachdem sie Goalie Roy zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen. Aber die Eisbären verteidigten das richtig stark und brachten das knappe 3:2 dank einer starken Defensive über die Zeit. Am Ende merkte man am Jubel der Spieler die Erleichterung über die drei Punkte heute Abend.

Es war kein schönes Spiel, aber am Ende zählen auch die hart erkämpften, dreckigen Siege. Denn

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was letztendlich wichtig ist, sind die drei Punkte und wie diese zu Stande gekommen sind, darüber spricht morgen schon keiner mehr. Die Eisbären hatten mit Augsburg einen schweren Gegner vor der Brust, der es ihnen schwer machte, zu seinem eigentlichen Spiel zu finden. Und dann legten sie auch noch zweimal vor, was es noch schwerer machen sollte. Aber die Eisbären fanden, wie so oft in dieser Saison, einen Weg, auch dieses Spiel noch für sich zu entscheiden. Weil sie als Team zusammen gehalten haben und als ein solches auch gemeinsam für den Erfolg gekämpft haben. Sie haben nicht aufgegeben und immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Aus einem starken Penaltykilling heraus sind zwei enorm wichtige Treffer entstanden – der zum 2:2-Ausgleich von Labrie und der 3:2-Gamewinner von Lapierre.
Dass es nicht das schönste Spiel war, weiß auch die Mannschaft, aber gute Mannschaften zeichnet es aus, dass sie auch solche Spiele gewinnen, dass sie einen Weg finden, solche Spiele auch noch für sich entscheiden zu können. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das alles derzeit mit einem dezimierten Kader passiert und dass noch Stammspieler fehlen, kann man dem neuen Jahr und dem Hauptrundenendspurt und den darauffolgenden Playoffs mit großer Hoffnung und Zuversicht entgegen blicken.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Euch recht herzlich für Eure Treue und Unterstützung im abgelaufenen Jahr und freuen uns darauf, Euch auch im neuen Jahr wieder als treue Leser begrüßen zu dürfen. Wir wünschen Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass all Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

4:5 n.V. gegen Bremerhaven: Die Eisbären erkämpfen nach 0:4-Rückstand dank starker Charakterleistung noch einen Punkt

Ausgabe #17:

Irgendwann reißt jede Serie einmal: Heute waren es gleich zwei aus Berliner Sicht. Zum einen verlor man heute nach drei Siegen in Folge erstmals wieder in der Liga, sicherte sich am Ende aber immerhin noch einen Punkt in der regulären Spielzeit. Und zum anderen setzte es für die Eisbären Berlin im siebten Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven beim 4:5 n.V. (0:1,1:3,3:0/0:1) die erste Niederlage überhaupt auf eigenem Eis gegen die Jungs von der Küste. Heute hatte man den Eisbären zwei Drittel lang schon den Kräfteverschleiß nach dem schweren Spiel gestern Abend in Straubing angemerkt, andererseits hatten auch die Mannen von Trainer Thomas Popiesch insgesamt auch nur einen Spieler mehr im Line-up als die Eisbären. Und auch die Pinguins hatten ein anstrengendes Spiel vom Vortag in den Knochen, wirkten aber in den ersten beiden Dritteln irgendwie frischer und gedankenschneller als die Eisbären. Aber mehr dazu im nun folgenden Spielbericht.

Bei den Eisbären kehrte im Vergleich zum Straubing-Spiel Fabian Dietz in den Kader zurück. Mehr änderte sich nicht, demnach hütete auch Sebastian Dahm wieder das Tor, was angesichts seiner zuletzt gezeigten Leistungen bei den drei Siegen mit nur zwei Gegentoren mehr als verständlich war.

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Die Hausherren kamen gut rein ins Spiel und suchten gleich einmal den Weg Richtung des von Kristers Gudlevskis gehütete Bremerhavener Tor. Man wollte an das Donnerstagspiel in Straubing anknüpfen und so kam man auch in die Partie hinein. Aber auch die Gäste von der Küste fanden so nach und nach ins Spiel und tauchten vor Sebastian Dahm auf.
Die Eisbären dann mit der ersten Überzahlchance, aber so richtig zwingend wurde es dabei nicht. Es entwickelte sich nun eine hart umkämpfte Partie zweier Mannschaften auf Augenhöhe, was auch die Tabelle aussagte. Schließlich traf der Vierte Berlin auf den Fünften Bremerhaven. Und in einer Phase, als Bremerhaven am Drücker war, gingen sie auch prompt in Führung, sehr zur Freude der über 800 per Sonderzug angereisten Fischtown-Fans im Oberrang, die ordentlich Stimmung machten. 54 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Mark Zengerle vom linken Bullykreis aus die Scheibe Richtung Berliner Tor schlenzte, Ross Mauermann fälschte sie entscheidend ab und so stand es nach dem ersten Drittel 0:1 aus Berliner Sicht (20.).

Dieser Führungstreffer zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt gab den Bremerhavenern nun natürlich

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Rückenwind und sie drehten zu Beginn des Mitteldrittels gehörig auf. Und wieder war Ross Mauermann beteiligt, dessen Schuss Dahm zwar parieren konnte, aber die Scheibe landete auf der Kelle von Justin Feser, welcher zum 0:2 einnetzen konnte (25.).
Und als die Gäste in Überzahl waren, schlugen sie eiskalt zu. Alex Friesen konnte ungestört Richtung Slot ziehen, kam zum Abschluss und konnte relativ mühelos auf 0:3 stellen (27.).
Die Eisbären hatten kein Zugriff auf das Spiel, kamen überhaupt nicht in ihr System und wirkten ausgelaugt, immer einen Schritt langsamer als die Bremerhavener. Zudem zogen sich die Probleme im Passspiel seit dem ersten Drittel durch das Spiel der Eisbären.
Und noch war das Ende der Fahnenstange nicht erreicht, Bremerhaven legte sogar noch das 0:4 nach. Top-Scorer Marcel Noebels wollte vor dem eigenen Tor helfen, bekam die Scheibe aber nicht unter Kontrolle. Alex Friesen war der Nutznießer und brachte die Scheibe irgendwie aufs Tor, wo sie an den linken Innenpfosten ging und letztendlich über die Torlinie trudelte (32.).
Dann aber mal die Riesenchance für die Eisbären, im Spiel anzukommen. Doppelte Überzahl und da sollte ihnen tatsächlich der Anschlusstreffer gelingen. Ryan McKiernan hatte Maß genommen und auf 1:4 verkürzt (34.). Dieser Treffer sollte noch einmal Hoffnung geben, nicht aber das weitere Spiel der Hausherren im Mitteldrittel. Sie wirkten einfach kraft- und ideenlos und lagen nach 40 Minuten mit 1:4 zurück. Aber wer wollte es ihnen übel nehmen angesichts der großen Personalprobleme und des Straubing-Spiels in den Knochen. 

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Umso größer ist der Respekt vor der Leistung der Eisbären im Schlussdrittel, denn da drehten sie ordentlich auf. Verteidiger Frank Hördler sagte nach dem Spiel in der Mixed Zone, dass Trainer Aubin der Mannschaft mit auf den Weg gegeben hatte, dass man dieses Spiel noch gewinnen kann. Und dieser Wille setzte noch einmal Kräfte frei. Angetrieben von der Fankurve kämpften sich die Eisbären in den ersten fünf Minuten des Schlussdrittels zurück ins Spiel.
33 Sekunden war der Schlussabschnitt erst als, da klingelte es zum zweiten Mal an diesem Abend im Tor von Gudlevskis. Nach Bullygewinn von Maxim Lapierre hatte Frank Hördler abgezogen, sein Schuss ging an den Pfosten und von da aus ins Tor – 2:4 (41.). Das hatte Lapierre genau so geplant, hatte Hördler nach dem Spiel im Interview gesagt.
Und weiterhin die Eisbären im Vorwärtsgang. Landon Ferraro mit dem klasse Zuspiel vor das Tor, wo erneut Frank Hördler zur Stelle war, seine Kelle hin hielt und auf 3:4 verkürzen konnte (44.). Der 100. Saisontreffer durch die Nummer Sieben der Eisbären, welcher zugleich seinen zweiten Treffer in diesem Spiel erzielte. Wofür er aber nach dem Spiel die klasse Vorlagengeber loben sollte. Sehr bescheiden eben, der „Franky“.
Bremerhavens Coach Thomas Popiesch reagierte und nahm erst einmal eine Auszeit. Er hatte mit diesem Schlussdrittel der Eisbären gerechnet, aber wohl zu viel darüber gesprochen, wie er nach dem Spiel auf der PK sagte. Half ihm aber erst einmal gar nicht, denn nur eine Minute später sorgte James Sheppard mit seinem Tor zum 4:4 für unbändigen Jubel in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena (45.). Die Arena stand Kopf und nun war diesen Eisbären alles zuzutrauen.
Die Eisbären warfen weiter alles nach vorne, wollten jetzt die drei Punkte gegen Bremerhaven. Die taten sich lange schwer, fanden erst in der Schlussphase wieder zurück zu ihrem Spiel und da wollten dann beide Teams den Lucky Punch setzen. Gelang aber keinem Team und so sollte es beim Stand von 4:4 in die Verlängerung gehen.

Diese sollte aber nur ganze 29 Sekunden dauern, denn dann schlug Bremerhaven eiskalt zu. Justin Feser kam zum Abschluss, Dahm konnte nur zur Seite abwehren, wo Patch Alber lauerte und den Puck ins verwaiste Berliner Tor einschießen konnte und für den Zusatzpunkt der Bremerhavener und dessen ersten Sieg überhaupt in der Hauptstadt sorgte. Sehr zur Freude der Gäste-Fans, die eine feucht-fröhliche Rückfahrt vor sich haben dürften.

Trotz der Niederlage fühlt es sich jedoch wie ein gewonnener Punkt an. Was die Mannschaft im letzten Drittel geleistet hat, verdient aller größten Respekt. Nach einem 0:4-Rückstand mit so einer kurzen Bank nach so einem schweren Auswärtsspiel in Straubing tags zuvor zurückzukommen, ist unglaublich stark. Sie haben im letzten Drittel noch einmal alles gegeben und nach vorne geworfen, haben großartigen Charakter bewiesen und sich dafür mit einem Punkt belohnt. Und so steht man mit vier Punkten aus zwei schweren Spielen gegen zwei starke Gegner innerhalb von zwei Tagen mit arg dezimierten Kader besser als erwartet dar.
Ja, man hat der Mannschaft vor allem im Mitteldrittel den Kräfteverschleiß angemerkt, da musste man schon Angst haben, dass es heute ein Debakel geben könnte gegen Bremerhaven. Aber sie haben sich nicht hängen lassen, haben zurück ins Spiel gefunden und einen 0:4-Rückstand beinahe noch in einen Sieg umgewandelt. Das heute gerade in den ersten beiden Dritteln einige Fehler im Passspiel passierten und die nötige Konzentration nicht immer da war, lag einfach an dem Spiel 24 Stunden zuvor. Wie man dann aber zurückgekommen ist, verdient einfach die größte Anerkennung, die es gibt und so kann man diesen einen Punkt eben doch wie einen kleinen Sieg feiern.

Trotz zehn Ausfällen! Eisbären gewinnen mit 2:1 in Straubing und erkämpfen sich drei ganz wertvolle Punkte

Wer hätte das gedacht? Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag bei den Straubing Tigers knapp gewonnen. Am Ende hieß es vor 5.503 Zuschauern im Eisstadion am Pulverturm im Topspiel 2:1 (1:0,1:0,0:1) für die Berliner, welche damit den dritten Sieg in Folge sowie den fünften Sieg aus den letzten sechs Spielen feierten. Straubing hingegen kassierte die vierte Pleite in Serie, erstmals nach regulärer Spielzeit. Die drei Pleiten zuvor kamen erst nach der regulären Spielzeit zu Stande. 

Arg dezimiert mussten die Hauptstädter das Spiel beim Tabellenzweiten antreten. Der Tabellenvierte musste gleich auf zehn Spieler (!) verzichten. Neu ins Lazarett kamen Mark Olver, Fabian Dietz und Louis-Marc Aubry hinzu. Somit traten die Jungs von Cheftrainer Serge Aubin nur mit drei Reihen am Pulverturm an, denn insgesamt standen nur zwei Goalies, sechs Verteidiger und neun Stürmer zur Verfügung. Demnach sagte Aubin im Vorfeld der Partie, dass man kompakt spielen und gut arbeiten muss, um in Straubing zu gewinnen. Top-Scorer Marcel Noebels ergänzte im Interview bei Magenta Sport:

Wir müssen ein richtig gutes Auswärtsspiel machen, um hier an Punkte zu denken. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen. Wenn wir eine Chance haben, müssen wir eiskalt zuschlagen.

Foto: Ela on Tour+Jasmin/eisbaerlin.de

Alle hatten damit gerechnet, dass Straubing wie die Feuerwehr loslegen würde. Das tun sie ohnehin immer, aber in Anbetracht der großen Personalprobleme der Berliner hatte man umso mehr damit gerechnet, um Berlin müde zu spielen. Und so startete die Mannschaft von Trainer Tom Pokel sehr druckvoll in die Partie, was zur ersten Strafzeit nach nur 37 Sekunden führte. Florian Kettemer mit dem Beinstellen vor dem Tor und so Straubing mit dem Powerplay. Aber da taten sich die Tigers zuletzt enorm schwer, blieben die letzten vier Spiele ohne Überzahltor, während die Eisbären in den vergangenen drei Spielen keinen Gegentreffer in Unterzahl kassierten. So sollte es auch nach diesem Powerplay der Hausherren sein, welches das zweitbeste Penaltykilling der Liga schadlos überstand. Trotzdem hatte Straubing gute Möglichkeiten durch Chase Balisy, Michael Connolly und Jeremy Williams, aber alle drei konnten ihre Chancen nicht nutzen.
Es folgte das erste Powerplay für die Gäste, nachdem Straubing zu viele Spieler auf dem Eis hatte. Und Straubing mit dem besten Unterzahlspiel der DEL, wollte es den Eisbären so schwer wie möglich machen. Aber die Berliner machten genau das, was sie im letzten Auswärtsspiel in Wolfsburg schon so gerne machten. Da erzielten die Berliner drei Überzahltreffer, heute waren sie gleich im ersten Powerplay erfolgreich. Frank Hördler behauptete hinter dem Straubinger Tor die Scheibe, Landon Ferraro sah Austin Ortega auf links völlig freistehen, dieser legte sich den Puck auf die Vorhand, schoss gegen die Laufrichtung von Tigers-Goalie Jeff Zatkoff und tunnelte diesen schlussendlich auch noch – 1:0 (4.) durch das zehnte Saisontor der Berliner Nummer 21.
Auch danach die Hauptstädter weiter gefährlich, Überzahl-Konter der Eisbären und zweimal wurde es durch Maxim Lapierre gefährlich. In diesem Wechsel traf Constantin Braun sogar noch den Pfosten, Straubing hätte sich also nicht beschweren können, wenn sie bereits mit 0:2 hinten gelegen hätten (8.).
Aber im Gegenzug dann auch mal ein 3-auf-2-Konter der Hausherren, an deren Ende Felix Schütz an Sebastian Dahm scheiterte (9). Und drei Minuten später tauchte Michael Connolly nach einem klasse Aufbaupass von Max Renner aus dem eigenen Drittel heraus plötzlich frei vor Dahm auf, aber auch diesen Versuch entschärfte der dänische Goalie im Berliner Tor.
Danach ging es hin und her, jedoch ohne nennenswerte Chancen. Die Niederbayern versuchten es zwar, aber die Eisbären machten es ihnen schwer, zu gefährlichen Chancen zu kommen. Die Berliner spielten dass mit kurzer Bank sehr klug und schlugen vorne eiskalt zu, hatten zudem trotz weniger Schüsse die besseren und gefährlicheren Chancen. Von daher lag man nach 20 Minuten zwar überraschend aber sehr verdient in Führung.

Für das Mitteldrittel hatten sich die Niederbayern nun mehr vorgenommen, sie wollten endlich den

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Ausgleich gegen arg dezimierte Eisbären erzielen. Und drei Minuten nach Wiederbeginn hatten sie auch gleich einmal zwei dicke Chancen durch T.J. Mulock und Kael Mouillierat, aber es fehlte ihnen bisher das nötige Glück im Abschluss.
Es folgte das zweite Powerplay der Hausherren nach einer Strafe gegen Austin Ortega, aber mehr als die Chance von Jeremy Williams, welcher knapp vorbei geschossen hatte, sprang dabei nicht heraus. Aber der Druck der Straubinger wurde immer stärker, sie drängten die Eisbären in deren Drittel und man merkte schon, dass die Eisbären so langsam aber sicher die Kräfte verließen, aber dennoch hielten sie weiterhin mit allem, was sie hatten, dagegen.
Nach der zweiten Strafe gegen Straubing hätte man mal die Chance zur Entlastung gehabt, aber die Hausherren mit einem sehr starken Penaltykilling, ließen die Berliner gar nicht in die Formation kommen. Danach weiterhin offensives Eishockey von Straubing, Puckverlust von Austin Ortega, erneut Max Renner mit einem klasse Pass auf Jeremy Williams, welcher frei vor Dahm auftauchte, aber nur den Pfosten traf.
Dann mal ein Entlastungskonter der Berliner durch Maxim Lapierre, aber Jeff Zatkoff hatte keine großen Probleme, diesen Schuss sicher zu halten. Im Gegenzug wurde Sven Ziegler vor dem Tor angespielt, sein Schuss ging ans Lattenkreuz. Nun also hatten die Eisbären Glück, dass es nicht längst 1:1 stand. Die Eisbären kämpften vor dem eigenen Tor, gaben alles, warfen sich in die Schüsse und versuchten sie zu blocken. So auch Landon Ferraro, der drei Minuten vor der zweiten Drittelpause einen Schuss stark blocken konnte.
Dann das dritte erfolgreiche Zuspiel von Max Renner, dieses Mal war Sandro Schönberger der Nutznießer dieses Zuspiels, aber auch er konnte die Chance frei vor Dahm nicht nutzen, schoss knapp vorbei. Und wie es dann im Sport halt so ist: Wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, wirst du hinten bestraft. Wirbelwind Austin Ortega erkämpfte die Scheibe, Landon Ferraro drang ins Straubinger Drittel ein, doch er blieb an Sena Acolatse hängen. Die Scheibe kam auf den Schläger von Sebastian Streu, welcher Jeff Zatkoff ausguckte und die Scheibe zum 2:0 ins Netz schoss, erneut wurde Zatkoff getunnelt. 39 Sekunden waren da noch auf der Uhr, der Paukenschlag also kurz vor der Pausensirene. Die Eisbären nahmen also eine Zwei-Tore-Führung mit in die zweite Drittelpause.

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Man musste aber damit rechnen, dass die Hausherren wild entschlossen aus der Kabine zurück auf das Eis kommen würden. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass Straubing früh den verdienten Anschlusstreffer erzielte. Mitchel Heard behauptete die Scheibe in der Rundung, spielte sie hoch zu Sven Ziegler und der Ex-Eisbär nahm Maß und hämmerte die Scheibe ins Berliner Tor – 1:2 (42.).
Nun standen den Hauptstädtern also noch lange 18 Minuten bevor, denn die Niederbayern würden nun noch einmal alles nach vorne werfen, das war allen hier klar.
Und Straubing war auch bemüht, die Eisbären waren fast nur noch mit Defensivarbeit beschäftigt, aber den Tigers fehlte so ein bisschen das Zielwasser bei den Abschlüssen. Zu oft gingen die Schüsse knapp vorbei und wenn sie doch auf das Tor gingen, war immer noch Sebastian Dahm zur Stelle. Oder aber ein Schläger der Eisbären kam im entscheidenden Moment dazwischen. Also die Eisbären verteidigten wirklich mit allem, was sie hatten.
Und je länger das Spiel dauerte, desto mehr musste die Mannschaft von Trainer Tom Pokel hinten aufmachen. Und das gab den Eisbären Platz zum Kontern. So kamen PC Labrie und Landon Ferraro in der Schlussphase noch einmal zu guten Möglichkeiten für die Gäste von der Spree.
1:49 Minuten zeigte die Stadionuhr noch an, da nahm Straubings Coach Tom Pokel eine Auszeit und anschließend seinen Goalie Jeff Zatkoff zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, er wollte nun also mit aller Macht den Ausgleich und die Verlängerung erzwingen. Aber Straubings Spielaufbau wirkte zu hektisch, ebenso vor dem Berliner Tor im Abschluss, so hatten die Eisbären nicht mehr die große Mühe damit, das 2:1 über die Zeit zu bringen und die ersten drei Punkte am Pulverturm seit dem 7:4-Auswärtssieg vom 18.12.2015 einzufahren.

Ein Sieg dank einer ganz starken Mannschaftsleistung. Die noch verbliebenen Spieler haben

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zusammengehalten und gemeinsam 60 Minuten lang hart für den Erfolg gearbeitet. Jeder hat Jeden unterstützt und somit seinen Teil zu diesem grandiosen Auswärtserfolg beigetragen. Und Chefcoach Serge Aubin überraschte im ersten Drittel dann auch noch ein wenig, als er Youngster Thomas Reichel nach knapp zweieinhalb Minuten Eiszeit nicht mehr einsetzte und stattdessen Constantin Braun an die Seite von PC Labrie und André Rankel stellte. So schwächte man sich noch mehr als es ohnehin schon der Fall war, so hatte man nun nur noch sechs Verteidiger und acht Stürmer zur Verfügung. Ob das nun gesundheitliche Gründe hatte oder aber eher der wenigen Erfahrung Reichels geschuldet war, ist bis dato nicht bekannt. Fakt ist, Aubins Schachzug ist aufgegangen und generell hat er die Eiszeit mit der kurzen Bank sehr gut aufgeteilt, so dass kein Spieler unnötig viel Eiszeit hatte. Denn morgen Abend geht es ja bereits mit dem Heimspiel gegen Bremerhaven weiter und dort braucht man wieder fitte Spieler.
Aber dieser Rumpftruppe muss man einfach ein Kompliment machen, denn sie haben sich zusammen gerissen und alles für den Erfolg gegeben. In der Defensive hat man den erneut starken Goalie Sebastian Dahm mit allen verfügbaren Mitteln unterstützt, warf sich in die Schüsse oder hielt die Schläger hinein. Und vorne hat man die beiden Tore genau zum richtigen Zeitpunkt gemacht – einmal in Überzahl und einmal kurz vor der zweiten Drittelpause, als Straubing dem 1:1 eigentlich näher war als Berlin dem 2:0. Diese drei Punkte waren ein Verdienst der starken Mannschaftsleistung und sie können im weiteren Saisonverlauf noch Goldwert sein.

Siegtorschütze Sebastian Streu freute sich nach dem Spiel im Interview über den Sieg und die drei Punkte, haderte aber mit seiner eigenen Leistung. Ganz stark vom Youngster, so ein Fazit zu ziehen. Großes Kino, Sebastian Streu:

Wir sind auf jeden Fall als Mannschaft zusammen geblieben. Wir hatten Top-Spieler aus der Aufstellung heute raus gehabt. Aber wir haben als Team einfach zusammengehalten und Dahm war wieder super für uns, der hat für uns das Spiel gerettet. Das Tor war auf jeden Fall das Gute zum Spiel. Aber es gab viel Negatives in meinem Spiel heute. Meine Bullys waren auch nicht top und beim 2:1 habe ich auch meinen Mann in der Mitte verloren, damit sind sie nochmal ins Spiel gekommen. Aber Sieg ist Sieg und für die Mannschaft muss man immer stolz sein. Aber ich kann noch besser spielen.

Ex-Eisbär und einziger Straubinger Torschütze Sven Ziegler fasste die Partie im Anschluss wie folgt zusammen:

Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren aber teilweise ein bisschen nachlässig. Wir haben Berlin oft zu Chancen eingeladen in der Defensive. Aber in der Offensive waren wir eigentlich ziemlich stark. Wir hatten Pech mit Pfosten und Latte, das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Wir konzentrieren uns nun aber auf das nächste Spiel.

Trotz sehr kurzer Bank: Eisbären zeigen großen Charakter, besiegen Nürnberg mit 2:0 und feiern ein Sechs-Punkte-Wochenende

Ausgabe #16:

Weihnachten kann kommen! Die Eisbären Berlin haben rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest zurück in die Erfolgsspur gefunden. Dem 5:1-Heimsieg vom Freitagabend gegen den Erzrivalen Adler Mannheim ließen die Hauptstädter heute den nächsten Heimsieg folgen. Vor 13.729 Zuschauern setzten sich die Hausherren hochverdient mit 2:0 (1:0,1:0,0:0) gegen die Thomas Sabo Ice Tigers durch, denen auch die Unterstützung ihrer per Sonderzug angereisten Fans nicht half. Gegen arg dezimierte Eisbären hatten die Franken nicht den Hauch einer Chance und mussten somit tor- und punktlos die Heimreise antreten, während die Eisbären mit ihren Fans das perfekte Sechs-Punkte-Wochenende feierten und sich schon einmal auf die anstehenden Weihnachtsfeiertage einstimmten.

EIne Änderung im Vergleich zum Mannheim-Spiel. Noch am Freitag hatte Trainer Serge Aubin auf der Pressekonferenz gesagt, dass man keinen Spieler gegen Nürnberg zurück erwarten würde. Und doch gab es heute einen Rückkehrer, und zwar Kapitän André Rankel, welcher wieder zum Line-up gehörte. Und im Tor begann auch heute wieder Sebastian Dahm.

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Die Eisbären kamen richtig gut ins Spiel, waren sofort drin und drückten ordentlich aufs Tempo. Bereits früh in der Partie hatte man zwei dicke Möglichkeiten durch Marcel Noebels und Mark Olver. Beide vergaben und besonders Olver ärgerte sich regelrecht über seine vergebene Chance. Auch danach nur die Eisbären im Vorwärtsgang, die einen Angriff nach dem anderen kreierten und sich dabei schöne Chancen herausspielten. Das sah sehr schön aus, das Zusammenspiel klappte super. Einzig die Chancenverwertung war zu kritisieren. Denn die Führung war längst überfällig gewesen, aber noch hielt Nürnbergs Goalie Jonas Langmann seinen Kasten sauber.
Dann wurde der Offensivdrang der Berliner kurz unterbrochen, als Kai Wissmann die erste Strafzeit der Partie kassierte. Aber auch in Unterzahl sorgten die Berliner für Gefahr vor dem gegnerischen Tor, fuhren durch Maxim Lapierre und Landon Ferraro einen 2-auf-1-Konter, doch der Pass auf Ferraro wurde leider abgefangen. Aber auch das war ein Beleg des aggressiven Forecheckings der Hausherren heute, mit dem man Nürnberg vor große Probleme stellte. Die Franken hatten aber auch zwei gute Chancen in Überzahl, aber Dahm mit zwei klasse Paraden gegen Ex-Eisbär und Nürnbergs Top-Scorer Daniel Fischbuch sowie gegen Rylan Schwartz. Das Powerplay der Ice Tigers war dann frühzeitig beendet, als Oliver Mebus für zwei Minuten in die Kühlbox musste.
Nachdem die Berliner wieder vollzählig waren, zeigten die Hauptstädter den Franken mal, wie Powerplay geht. Maxim Lapierre hatte die Scheibe auf der linken Seite, sah Marcel Noebels auf der rechten Seite am Bullykreis stehen, visierte ihn an und spielte einen traumhaften Pass durch den Slot. Und der Top-Scorer der Eisbären tat dies, was er in dieser Saison so gerne macht. Er nahm die Scheibe direkt und sein Onetimer zischte ins fränkische Tor – 1:0 (14.). Schon der 15. Saisontreffer der Nummer 92, er steigert seinen persönlichen Bestwert immer weiter.
Danach noch zwei Alleingänge von Maxim Lapierre und Sebastian Streu, aber beide fanden in Jonas Langmann ihren Meister. So stand es nach 20 Minuten nur 1:0 für die Berliner, was aus Nürnberger Sicht sehr schmeichelhaft war. Über ein 0:3 oder gar 0:4 aus ihrer Sicht hätten sie sich nicht beschweren dürfen.

Zu Beginn des Mitteldrittels konnte sich Nürnberg mal im Berliner Drittel festsetzen und sorgte für

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Chaos vor dem Berliner Tor, aus dem zum Glück nicht der Ausgleich resultierte. Weil Ryan McKiernan die Übersicht behielt und die Scheibe raus aus dem eigenen Drittel bugsierte. Auch kurze Zeit später störte McKiernan einen weiteren Versuch der Gäste, hier zum Ausgleich zu kommen. Starkes Spiel von Ryan McKiernan.
Danach aber die Hausherren wieder am Drücker. Mit ihrem aggressiven Forechecking provozierten sie immer wieder Fehlpässe der Nürnberger, kamen so in Scheibenbesitz und fuhren ihre Angriffe, kamen zum Abschluss, aber Jonas Langmann war mit Abstand der beste Nürnberger an diesem Abend des vierten Advents. Nürnberg aber versuchte in diesem Drittel auch das ein oder andere mal vor das Berliner Tor zu kommen, aber an Sebastian Dahm sollte heute kein vorbeikommen sein. Der Däne machte sein Tor heute dicht.
Es folgte das nächste Nürnberger Powerplay, aber gegen das starke Penaltykilling der Hauptstädter war heute einfach kein Kraut gewachsen. Und selbst in Unterzahl waren die Eisbären heute offensiv gefährlich, aber Landon Ferraro setzte seinen Schuss zu hoch an.
Kurz darauf folgte der Schock-Moment der Partie, als Louis-Marc Aubry nach einem Zweikampf ohne Fremdeinwirkung auf dem Eis liegen blieb und vom Eis gestützt werden musste. Das sah nicht gut aus. Serge Aubin sagte nach dem Spiel auf der PK, dass es wohl eine Unterkörperverletzung sei, die Ärzte sich das aber erst einmal noch genauer anschauen müssen. Auf unserer Facebookseite schrieb ein Fan, Aubry kam auf Krücken aus der Arena und das Knie war dick eingepackt, was auf einen längeren Ausfall hindeutet. Gute Besserung, Louis-Marc Aubry!
Dann saß auf beiden Seiten je ein Spieler, somit ging es auf dem Eis also mit 4-gegen-4 weiter. Nürnberg mit dem Konter über Brandon Buck, welcher mit viel Tempo über rechts ins Angriffsdrittel kam, Daniel Fischbuch auf der anderen Seite anspielen wollte. Doch Sebastian Dahm bekam seine Kelle in den Pass und leitete damit den Konter der Eisbären ein. Mark Olver fuhr mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe klasse zurück in den Slot, wo Austin Ortega angerauscht kam und der kleine Wirbelwind hämmerte die schwarze Hartgummischeibe ins Nürnberger Tor – 2:0 (37.).
Somit konnten die Eisbären im Mitteldrittel ihre Führung ausbauen, wenn gleich auch in diesem Drittel noch mehr Tore drin gewesen wären. Aber wichtig war zunächst einmal, dass man seinen Gameplan weiterhin strikt umsetze und Nürnberg nicht ins Spiel kommen ließ.

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Im Schlussdrittel änderte sich an diesem Bild rein gar nichts. Die Eisbären spielten weiterhin ein sehr aggressives Forechecking, störten immer wieder sehr früh den Spielaufbau der Ice Tigers, welche damit überhaupt nicht klar kamen und kein Mittel dagegen fanden. Wenn Nürnberg doch mal ins Drittel der Eisbären vorkam, dann standen die Defensive der Gastgeber weiterhin sehr kompakt und machte die Schusswege sehr gut zu. Wenn doch mal was auf das Tor kam, war es eine sichere Beute von Goalie Sebastian Dahm. Nur einmal war auch Dahm geschlagen, aber da half ihm die Latte beim Schuss von Max Kislinger. Da sich die beiden Hauptschiedsrichter auch nicht ganz so sicher waren, fuhren sie bei der nächsten Unterbrechung zum Videobeweis, blieben dann aber bei ihrer On-Ice-Entscheidung „Kein Tor„.
Mitte des Schlussdrittels durfte dann mal wieder das Überzahlspiel der Eisbären ran und dieses war richtig gut. Die Scheibe lief sehr gut, die Aufstellung wurde gefunden und man hatte richtig gute Torchancen. Leider fehlte den Jungs im Abschluss das nötige Quäntchen Glück.
Die Eisbären auch danach weiterhin mit offensiven Aktionen, aber weiterhin ohne Glück im Abschluss. Nürnberg versuchte am Ende noch einmal alles, Auszeit und Torhüter vom Eis. Nach einer Strafe gegen Jonas Müller in der 60. Spielminute hatten die Ice Tigers sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Half alles nichts mehr. Die Eisbären brachten das 2:0 souverän über die Zeit und freuten sich über weitere drei Punkte.

Erneut ein Sieg dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die es wie bereits am Freitag

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geschafft hat, ihr Spiel über 60 Minuten konzentriert durchzuziehen. Trainer Serge Aubin lobte nach dem Spiel auf der PK vor allem den starken Charakter der Mannschaft, die bereits vor dem Spiel auf sieben Stammspieler verzichten musste und während des Spiels zwei weitere Stürmer verlor. Denn neben Aubry konnte auch PC Labrie nicht mehr weiterspielen, da er sich während des Spiels übergeben musste. So rückten die Jungs noch enger zusammen und somit ist dieser Sieg noch höher einzuschätzen.
Heute stimmte aber auch alles. Ein Torhüter der, wenn er gefordert wurde, zur Stelle war und nach seinem dritten Shutout in dieser Saison hoffentlich alle Kritiker endlich hat verstummen lassen (wenn nicht, dann ist Euch nicht mehr zu helfen…). Eine Defensive, die richtig stark verteidigt, das Tor verriegelt und die Schusswege klasse zugemacht hat. Eine Offensive, die mit einem sehr aggressiven Forechecking die Nürnberger früh im Spielaufbau störte und sie so immer wieder zu Fehlern zwang. Die Fehlpassquote der Franken war doch erschreckend hoch. Und dann hat die Offensive genau in den richtigen Momenten die Tore erzielt – in Überzahl und bei 4-gegen-4 nach einem gescheiterten Konter der Gäste. Wenn man überhaupt Kritik üben kann nach diesem 2:0-Sieg, dann an der mangelnden Chancenverwertung, denn heute war definitiv ein deutlich höherer Sieg möglich. Aber egal, am Ende wurden es die nächsten drei Punkte und man feierte damit ein Sechs-Punkte-Wochenende.

Somit kann das Weihnachtsfest kommen. Die Mannschaft wünschte nach dem Spiel den Fans frohe Weihnachten. Dem wollen wir uns anschließen und wünschen Euch ebenso ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest, genießt die Feiertage im Kreise Eurer Lieben und die gemeinsame Zeit. Wir sehen uns dann alle gestärkt am Freitagabend in der Arena am Ostbahnhof, wenn die Fischtown Pinguins Bremerhaven zu Gast sind.