4:1-Sieg in Weißwasser: Erfolgreicher Auftakt für die Eisbären Berlin im ersten Testspiel

Die Eisbären Berlin sind zurück auf dem Eis. Die Hauptstädter gewannen am Sonntagnachmittag ihr erstes Testspiel in der weeEisArena in Weißwasser bei den Lausitzer Füchsen mit 4:1 (1:0,1:0,2:1). 948 Zuschauer sahen dabei einen Sieg des Favoriten, aber Weißwasser hielt gut mit und zeigte eine gute Partie.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte fast alle Mann dabei. Lediglich Thomas Reichel (Weißwasser), Haakon Hänelt (überzählig) und Sean Backman (verletzt) waren nicht dabei, ansonsten konnte Aubin auf alle Spieler zurückgreifen.
Und natürlich galt das Hauptaugenmerk der Eisbären-Fans den Neuzugängen bzw. Rückkehrern im Eisbären-Team. Matthias Niederberger hütete die ersten 30 Minuten das Berliner Tor, Tobias Ancicka die zweiten 30 Minuten. In der Verteidigung spielte Stefan Espeland zusammen mit Ryan McKiernan, Leo Gawanke verteidigte an der Seite von Eric Mik. Im Angriff war Mark Zengerle der Center der ersten Reihe zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl, Parker Tuomie stürmte in der zweiten Reihe mit den Youngsters Lukas Reichel und Sebastian Streu und Nino Kinder war in der vierten Reihe zu finden, wo er zusammen mit Constantin Braun und Fabian Dietz stürmte.

Weißwasser kam gut ins Spiel und hatte zu Beginn leichte Vorteile. Und zudem bekamen die Hausherren früh in der Partie die Chance, erstmals in Überzahl zu spielen. PC Labrie suchte nach nicht einmal zwei Minuten wegen eines Stockschlags die Strafbank auf. Und die Füchse waren auch gut in der Formation, aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl dank guter Defensive schadlos.
Die Gäste von der Spree hatten ihrerseits im Auftaktdrittel gleich drei Überzahlspiele, wovon sie eins nutzen sollten. Und zwar gleich das erste der neuen Saison. Über Leon Gawanke und Constantin Braun kam die Scheibe vor das Tor, wo Nino Kinder lauerte und die Scheibe zum 1:0 im Netz von Füchse-Goalie Mac Carruth unterbringen konnte (12.).
Das zweite Powerplay blieb dann harmlos und sorgte für keinerlei Gefahr vor dem Tor der Füchse. Im dritten dann aber lief die Scheibe wieder sehr gut und die Eisbären fanden ihre Formation, kamen auch zu Chancen, aber im Abschluss mangelte es am Glück. So nahm man eine 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Beide Mannschaften kamen mit Tempo aus der Kabine und suchten sofort den Weg zum gegnerischen Tor. So entwickelte sich in den ersten Minuten ein munteres Hin und Her, ohne jedoch nennenswerte Chancen.
Die erste richtig dicke Möglichkeit hatten dann die Berliner, als Mark Olver das leere Tor vor sich hatte, dieses aber verfehlte. Danach die Eisbären mit einem guten Wechsel und viel Druck, sie setzten sich im Drittel der Gastgeber fest und kamen zu guten Chancen, aber Carruth im Füchse-Tor ließ nichts zu.
Als „Tine“ Braun auf die Strafbank wanderte, hatten die Hausherren das zweite Powerplay des Spiels. Und dieses sah sehr gut aus. Weißwasser fand schnell in die Formation und ließ die Scheibe sehr gut laufen. Immer wieder gaben die Füchse Schüsse ab, aber entweder gingen sie am Tor vorbei oder über das Tor oder aber sie waren eine sichere Beute vom Eisbären-Goalie Matthias Niederberger.
Nach Ablauf der Strafe dann mal wieder die Berliner mit einem Mann mehr auf dem Eis und zwei guten Möglichkeiten durch Marcel Noebels und Jonas Müller. Aber auch auf Seiten der Berliner wollte der Puck nicht ins Tor gehen.
Die Hälfte der Partie war vorbei, als es den abgesprochenen Torhüterwechsel bei den Eisbären gab. Matthias Niederberger verließ das Tor der Eisbären, Tobias Ancicka kam für ihn ins Tor. Und der Youngster stand auch gleich einmal im Mittelpunkt des Geschehens. Ex-DEL-Profi Rylan Schwartz tauchte auf einmal alleine vor ihm auf, doch Ancicka entschied das Eins-gegen-Eins stark für sich.
Fortan zogen die Gäste aus Berlin das Tempo wieder an und kamen zu guten Möglichkeiten. Zunächst scheiterte Sebastian Streu noch mit einer Doppelchance am Füchse-Goalie Carruth. Wenig später machte er es dann aber besser. Der von Chicago gedraftete Lukas Reichel erkämpfte an der Bande hinter dem Tor die Scheibe, spielte sie zurück auf Streu und der hämmerte die Scheibe eiskalt ins Tor – 2:0 (36.).
Mehr passierte danach nicht mehr, die Eisbären überstanden noch eine Unterzahl schadlos und nahmen somit die 2:0-Führung mit in die Kabine.

Und diese sollte man nach nur 29 Sekunden bereits ausbauen. Die Eisbären kamen hoch motiviert aus der Kabine und erhöhten schnell auf 3:0. Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf Stefan Espeland und der Neuzugang aus Bremerhaven zog einfach mal von der blauen Linie ab. Mit Erfolg, dem Füchse-Goalie Mac Carruth war die Sicht versperrt und so schlug die schwarze Hartgummischeibe in seinem Tor ein. Da deutete Espeland seine Fähigkeiten als Blueliner schon einmal an.
Doch Weißwasser war keinesfalls geschockt und spielte weiter nach vorne, wollte sich hier den Ehrentreffer erarbeiten. Aber die Berliner Defensive ließ heute nicht allzu viel zu. Wenn es mal gefährlich wurde, dann durch Rylan Schwartz, der erneut frei vor Ancicka auftauchte, aber auch dieses Duell verlor.
Besser machte es Eisbär Thomas Reichel, welcher heute für den Berliner Kooperationspartner stürmte. Auf rechts tankte er sich klasse durch, ließ Eric Mik stehen und schloss diesen Angriff sehenswert ab. Die Scheibe ging am kurzen Pfosten durch ins Tor – 1:3 (46.). Eine starke Aktion vom älteren Reichel-Bruder.
Weißwasser hatte nun natürlich Oberwasser und wollte mehr, aber die Eisbären waren es, die beinahe das vierte Tor erzielten. Doch der neue Kapitän Frank Hördler (seine Assistenten in der neuen Saison sind John Ramage und Kai Wissmann) scheiterte am Pfosten.
Als die Eisbären erneut in Überzahl waren, klingelte es dann aber doch zum vierten Mal im Füchse-Tor. Ryan McKiernan hatte abgezogen, Carruth bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Mark Olver staubte dankend ab – 4:1 (53.).
Mehr passierte danach nicht mehr. Weißwasser war zwar noch bemüht, aber die Eisbären-Defensive ließ nichts mehr zu. Und nach vorne spielte man die Konter nicht zu Ende. Am Ende feierten die Berliner einen souveränen und verdienten 4:1-Sieg in Weißwasser.

Für den ersten Auftritt nach fast sieben Monaten Pause war das schon recht ordentlich von Berliner Seite. Klar, alles funktioniert noch nicht und auch das Powerplay, trotz zweier Treffer, ist noch ausbaufähig. Aber dennoch war es ein guter Test und Trainer Serge Aubin wird die ersten Erkenntnisse gesammelt haben – von den Neuzugängen, von den Youngsters, aber auch von den Special Teams. Und vor allem auf die jungen Spieler hat sich Serge Aubin heute konzentriert, wie er nach dem Spiel sagte (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 11.10.2020):

Ich habe mich heute vor allem auf unsere jungen Spieler konzentriert. Ich wollte wissen, wie sie sich unter Wettkampfbedingungen schlagen. Das sah schon ganz gut aus. Wir haben viele Chancen herausgespielt, von denen wir aber natürlich viele ungenutzt gelassen haben. Nach sieben Monaten ohne Spiel, ist es schön, mit einem Sieg zu starten.

Kapitän Frank Hördler äußerte sich natürlich auch zu seiner neuen Aufgabe:

Es war für beide Mannschaften nicht ganz einfach. Für das erste Spiel haben wir es ganz ordentlich gemacht. Persönlich freue ich mich über das Vertrauen von Serge Aubin. Es ist eine große Ehre, Kapitän dieses tollen Teams zu sein.

Und Rückkehrer Nino Kinder war einfach nur glücklich:

Es war ein unglaublich schönes Gefühl, mit den Jungs wieder auf dem Eis zu stehen. Jeder hat sich auf dieses Spiel gefreut. Dass ich getroffen habe und wir gewonnen haben, macht es natürlich noch etwas schöner.